Thema: AktuellePerlen

die balkone
kommen
verlässlich
morgen
dieses morgen
hatte inzwischen
dreimal geburtstag
die gerüste
sind
alte bekannte
sie altern
mit uns
und kennen
jede jahreszeit
beim namen
wo einmal
wege waren
wächst jetzt
eine stille
aus grün
die erde
hat beschlossen
nicht länger
baustelle
zu sein

gras
legt sich
über
aufgeschaufelte hügel
als wollte es
das erinnern
übernehmen
hier
war einmal
ein plan
die fahrräder
lehnen
an allem
nur nicht
an ihrem platz
die mülltonnen
führen
ein nomadenleben
und die einfriedung
existiert
als zeichnung
in irgendeinem ordner

wir sind
zu experten geworden
für das
unfertige
wir erkennen
fortschritt
an neuen absperrbändern
und feiern
jeden
entfernten
schutthaufen
wie einen feiertag
der balkon
ist inzwischen
eine erzählung
für neue nachbarn
"hier sollte einmal..."
mehr braucht
es gar nicht
damit alle
wissend nicken
vielleicht
ist das
die eigentliche
sanierung
nicht
die der häuser
sondern
unsere
geduld
und wenn
eines tages
wirklich
der letzte stein
gesetzt wird
werden wir
wahrscheinlich
stehen bleiben
und fragen:
war hier nicht einmal
eine baustelle?
~*~
Danziger Straße 22–32
24161 Altenholz-Stift
Anne Seltmann 07.08.2026, 15.19 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Mittwoch wird die Woche geteilt – aber stimmt das eigentlich?
Es gibt Sätze, die begleiten uns, ohne dass wir jemals darüber nachdenken. Einer davon lautet:
„Mittwoch wird die Woche geteilt.
Ich habe ihn schon unzählige Male gelesen und selbst oft verwendet. Er klingt vertraut. Fast so, als gäbe es ihn schon seit Jahrhunderten.
Aber stimmt das eigentlich?
Rein mathematisch nicht.
Eine Woche hat nämlich sieben Tage. Die Mitte liegt also nicht am Mittwoch, sondern irgendwo zwischen Donnerstag und Freitag. Und selbst wenn wir nur die klassische Arbeitswoche von Montag bis Freitag betrachten, wäre die Hälfte genau genommen erst am Mittwochmittag erreicht.
Warum also ausgerechnet der Mittwoch?
Vielleicht, weil wir Menschen Zeit nicht mit dem Taschenrechner messen, sondern mit unserem Gefühl.
Der Montag liegt noch schwer auf den Schultern. Der Dienstag gehört dem Ankommen. Und am Mittwoch stellt sich zum ersten Mal das leise Gefühl ein: Jetzt ist das Wochenende nicht mehr ganz so weit entfernt.
Aus diesem Empfinden entstand auch der Begriff Bergfest. Er stammt vermutlich aus dem Bergbau oder dem Militär und bezeichnete ursprünglich den Zeitpunkt, an dem die Hälfte einer Schicht oder eines Einsatzes geschafft war. Danach ging es sinnbildlich „bergab – also dem Ziel entgegen.
Der Mittwoch wurde so zur kleinen Verschnaufpause mitten im Alltag.
Ich mag diese Vorstellung.
Nicht, weil sie mathematisch korrekt wäre, sondern weil sie uns daran erinnert, kurz innezuhalten. Einmal tief durchzuatmen. Zu sehen, was die Woche schon gebracht hat und was vielleicht noch vor uns liegt.
Vielleicht brauchen wir solche kleinen Wegmarken.
Nicht, weil sie exakt sind.
Sondern weil sie uns Orientierung geben.
Und so teile ich auch weiterhin am Mittwoch die Woche – nicht mit dem Kalender, sondern mit einem Lächeln.
Anne Seltmann 22.07.2026, 06.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL


Auch wenn ich mich wiederhole – irgendwann ist Schweigen keine Tugend mehr, sondern Resignation. Deshalb muss ich meinem Frust noch einmal öffentlich Luft machen.
Im März 2023 wurde uns eine umfassende Haussanierung angekündigt: neue Fassade, neue Fenster, neue Balkone. Ein Projekt, das unsere Wohnqualität deutlich verbessern sollte.
Nach einem holprigen Start nahm die Baustelle tatsächlich Fahrt auf – allerdings offenbar mit angezogener Handbremse. Wochenlang geschah... nichts. Und wenn doch einmal Bewegung aufkam, dann tauchten vereinzelt ein paar Handwerker auf, verrichteten kleinere Arbeiten und verschwanden wieder, als hätten sie einen streng getakteten Fluchtplan.
Der einzige, der erstaunlich zuverlässig erschien, war einer der Architekten. Tag für Tag spazierte er mit seinem Handy über die Baustelle und fotografierte alles. Vermutlich entsteht daraus irgendwann ein opulenter Bildband mit dem Titel: **„Vom Werden einer Nicht-Baustelle**.
Offiziell sollte das gesamte Bauprojekt Ende 2024 abgeschlossen sein.
Heute schreiben wir das Jahr 2026.
Seit einem halben Jahr herrscht auf unserer Baustelle absolute Stille. Und mit absolut meine ich: **absolute**. Kein Hämmern. Kein Bohren. Kein Bagger. Kein Handwerker. Nicht einmal ein einsamer Nagel, der versehentlich vom Himmel fällt und Hoffnung verbreitet.
**Nothing. Nada. Niente.**
Die Bauzäune stehen noch tapfer Wache – vermutlich aus Gewohnheit. Die aufgeschütteten Erdhügel entwickeln sich derweil zu kleinen Biotopen. Moose, Gräser und Wildkräuter leisten ganze Arbeit. Die Natur ist eben effizienter als so manche Bauplanung und hat beschlossen, sich das Gelände einfach zurückzuerobern.
Den Bürgermeister hatte ich bereits vor längerer Zeit informiert. Während seines Wahlkampfes stand er persönlich vor unserer Haustür und versprach, sich der Angelegenheit anzunehmen. Das klang damals hoffnungsvoll.
Vor Kurzem schrieb ich ihn erneut an. Die Antwort: Die Firma **Bednarski & Fröber Planungs GbR** sei inzwischen nicht mehr für unsere Häuserreihe zuständig. Man werde sich melden, sobald man Näheres wisse. Nur uns hat keiner darüber informiert!!!
Das klingt ein wenig wie: *„Bitte bleiben Sie in der Leitung. Ihr Anliegen ist uns wichtig.*
Nur dass unsere Leitung inzwischen seit über drei Jahren besetzt ist.
Ich wünsche mir keinen Luxus. Keine goldenen Balkongeländer. Kein Richtfest mit Blaskapelle.
Ich wünsche mir einfach nur das zurück, was uns längst versprochen wurde: einen fertigen Balkon, eine abgeschlossene Baustelle und endlich wieder das Gefühl, in einem Zuhause zu wohnen – und nicht auf dem Dauerschauplatz einer Realsatire.
Fortsetzung folgt.
Vermutlich.
Denn auf dieser Baustelle scheint nur eines zuverlässig zu funktionieren:
**Der Stillstand.**
Anne Seltmann 12.07.2026, 14.35 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Manchmal sind es die einfachsten Ideen, die sofort Lust aufs Nachmachen machen. Diese hier habe ich auf Instagram entdeckt – dort schmückten die kleinen Kunstwerke einen dekorativen Zweig. Ich fand die Idee so hübsch, dass ich sie unbedingt selbst ausprobieren musste.
Zunächst habe ich die Teebeutel vorsichtig geöffnet und vom Tee befreit. Anschließend schnitt ich aus dem feinen Teebeutelpapier Kreise aus. Zwischen zwei Lagen legte ich gepresste Blüten und Blätter und verklebte alles mit mattem Bastelkleber. So entstanden zarte, fast transparente Blütenbilder, durch die das Licht wunderbar hindurchscheint.
Die Ränder meiner Kreise werde ich noch etwas verfeinern – das ist also noch nicht die endgültige Version. Aber manchmal darf ein Bastelprojekt auch erst einmal wachsen.
Ich könnte mir die kleinen Blütenkreise später an einem Zweig genauso gut vorstellen wie als Geschenkanhänger, Fensterdekoration, Mobile oder vielleicht sogar als Lesezeichen. Oft entwickelt sich aus einer Idee ganz von selbst die nächste.
Und genau das liebe ich am kreativen Werkeln: Aus Dingen, die normalerweise im Müll landen würden, entsteht mit wenigen Handgriffen etwas Neues – leicht, filigran und ein bisschen poetisch.
Anne Seltmann 06.07.2026, 11.10 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die AIDA Nova
Manchmal gibt es Tage, die gleichzeitig wunderschön und anstrengend sind. Der gestrige Samstag war genau so einer.
Schon lange hatten wir uns auf die Windjammerparade gefreut und uns rechtzeitig Bordkarten für die Förde-Adler-Fähren gesichert. Von 10 bis 14 Uhr waren wir auf der Kieler Förde unterwegs – mittendrin statt nur dabei.
Die Parade war wie jedes Jahr ein beeindruckendes Schauspiel. Stolze Großsegler, unzählige Begleitboote und das besondere Flair der Kieler Förde machten den Vormittag zu einem unvergesslichen Erlebnis. Es ist immer wieder faszinierend, wenn die historischen Schiffe mit ihren hoch aufragenden Masten und schneeweißen Segeln scheinbar lautlos über das Wasser gleiten.

Das Traumschiff AMADEA
Allerdings meinte es das Wetter fast zu gut mit uns. Bei schier unglaublichen 37,7 °C – dem bisherigen Höchstwert dieses Sommers – verwandelte sich die Schifffahrt schnell in eine kleine Hitzeschlacht. Sowohl draußen an Deck als auch im Inneren waren sämtliche Sitzplätze restlos belegt. Mit etwas Glück fanden wir immerhin einen schattigen Stehplatz – ein kleiner Luxus an diesem außergewöhnlich heißen Tag.
Einen kleinen Wehmutstropfen gab es allerdings auch. Während der Windjammerparade kam es auf der Albert Johannes und wohl auch auf weiteren Schiffen zu medizinischen Notfällen. Mehrfach waren die Seenotretter im Einsatz. In solchen Momenten rückt das beeindruckende maritime Schauspiel für einen Augenblick in den Hintergrund. Umso mehr hofft man, dass allen Betroffenen schnell geholfen werden konnte und sie sich inzwischen wieder gut erholt haben.
Vier Stunden auf den Beinen sind ohnehin eine Herausforderung. Mit meinem Rücken wurde daraus am Ende eine echte Geduldsprobe. Als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, machte sich jede Minute bemerkbar. Ich konnte kaum noch laufen und war froh, endlich nach Hause zu kommen. Die Hitze hatte ihren Teil dazu beigetragen.

Und trotzdem …
Wenn ich heute an den Tag zurückdenke, bleiben nicht die schmerzenden Beine oder die hohen Temperaturen in Erinnerung. Es sind die weißen Segel am Horizont, das Glitzern der Förde, das geschäftige Treiben auf dem Wasser und dieses ganz besondere Gefühl, Teil eines maritimen Ereignisses gewesen zu sein, das jedes Jahr Tausende Menschen begeistert.
Manche Erinnerungen sind eben stärker als die Anstrengung. Und spätestens beim nächsten Mal werden wir vermutlich wieder sagen:
„Die Windjammerparade? Natürlich sind wir wieder dabei! – dann vielleicht bei ein paar Grad weniger.

Zusammen mit rund 185.000 Zuschauerinnen und Zuschauern an Land sowie schätzungsweise 700 bis 800 Booten auf der Förde durften wir dieses einmalige maritime Erlebnis miterleben – ein neuer Rekord für die Windjammerparade.

Anne Seltmann 28.06.2026, 09.48 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ich bin Aurelia von Sturmfeder, Eule aus altem Adel – mit Federn so fein wie Samt und einem Schnabel, der schon so manches Geheimnis belauscht hat. Meine Vorfahren flogen nicht nur majestätisch durch die Nacht, sondern hatten auch immer ein Auge auf den richtigen Tee und die besten Mäusevorräte.
Ich selbst bevorzuge stilvolle Ausflüge, elegante Gesellschaft und die kleinen Freuden des Lebens. Ein Besuch in einer charmanten Boutique, ein Nachmittag in einem feinen Café oder ein ausgedehnter Bummel durch die Stadt bereiten mir weit mehr Vergnügen als jede königliche Verpflichtung.
Man sagt, ich sei höflich, anmutig und stets tadellos gekleidet. Das mag stimmen. Allerdings bin ich auch neugierig, gelegentlich ein wenig eigensinnig und niemals weit von einem kleinen Abenteuer entfernt. Denn hinter jeder Tür, jedem Schaufenster und jeder Begegnung könnte sich eine Geschichte verbergen, die es wert ist, erzählt zu werden.
Ich liebe schöne Hüte, gut gefüllte Teetassen, interessante Gespräche und Menschen mit Humor. Übertriebene Eile hingegen halte ich für eine höchst zweifelhafte Erfindung.
Willkommen in meiner Welt – einer Welt voller Charme, kleiner Entdeckungen, feiner Manieren und überraschender Augenblicke. Machen Sie es sich bequem, begleiten Sie mich ein Stück des Weges und vergessen Sie nicht: Das Leben ist viel zu kostbar, um daran vorbeizueilen.
Ihre
Gräfin Aurelia von Sturmfeder
© Gräfin Aurelia von Sturmfeder aka Anne Seltmann
Anne Seltmann 19.06.2026, 10.03 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Krokodil mit den schlechten Manieren
Im Zoo gab es ein Krokodil namens Kurt.
Kurt hatte ein Problem.
Er grinste ständig.
Nicht, weil er besonders fröhlich war.
Nicht, weil er gute Witze kannte.
Er sah einfach immer so aus.
„Du musst freundlicher wirken, sagte der Pfleger.
„Ich wirke doch freundlich, antwortete Kurt.
„Nein, sagte der Pfleger. „Du wirkst, als würdest du überlegen, wen du als Nächstes verspeist.
Also besuchte Kurt einen Benimmkurs.
Dort lernte er:
höflich nicken,
anderen den Vortritt lassen,
und beim Smalltalk niemanden anzustarren.
Nach drei Wochen war er stolz auf seine Fortschritte.
Als eine Schulklasse vorbeikam, lächelte er besonders freundlich.
Die Kinder schrien.
Die Lehrerin schrie.
Der Hausmeister schrie vorsichtshalber mit.
Kurt seufzte.
„Das läuft nicht optimal.
Schließlich gab er auf und setzte sich wieder an seinen Teich.
Dort traf er eine alte Schildkröte.
„Weißt du, sagte sie, „manche Gesichter werden einfach missverstanden.
„Meins zum Beispiel?
„Genau. Und meins sieht aus, als würde ich seit 200 Jahren über Steuererklärungen nachdenken.
Da mussten beide lachen.
Zumindest glaubte die Schildkröte, dass Kurt lachte.
Bei Krokodilen weiß man das nie so genau.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 17.06.2026, 08.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Internationaler Kindertag – ein Tag für die Kleinsten mit großer Bedeutung
Am 1. Juni dreht sich weltweit vieles um die Kinder. An diesem Tag wird der Internationale Kindertag gefeiert – ein Aktionstag, der daran erinnern soll, dass Kinder eigene Rechte haben und besonderen Schutz verdienen.
Dabei wird der Kindertag rund um den Globus ganz unterschiedlich begangen. Mancherorts stehen fröhliche Kinderfeste, Spiele und gemeinsame Aktivitäten im Mittelpunkt. Anderswo nutzen Organisationen und Initiativen den Tag, um auf Missstände aufmerksam zu machen und sich für bessere Lebensbedingungen von Kindern einzusetzen.
So verschieden die Traditionen auch sind, ein Gedanke verbindet sie alle: Kinder sollen gesehen, gehört und ernst genommen werden. Denn jedes Kind hat das Recht auf Schutz, Bildung, Gesundheit und die Chance, unbeschwert aufzuwachsen.
Ein schöner Anlass also, nicht nur zu feiern, sondern auch daran zu denken, wie wertvoll Kindheit ist!Anne Seltmann 01.06.2026, 05.56 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Warum bringt ausgerechnet der Storch die Babys?
Fast jedes Kind hat die Geschichte schon einmal gehört: Der Storch fliegt durch die Lüfte und bringt die Babys zu ihren Familien. Doch wie kam es eigentlich zu dieser ungewöhnlichen Vorstellung?
Der Ursprung dieser Erzählung liegt weit in der Vergangenheit. Schon vor Jahrhunderten galt der Storch als Glücksbringer. Weil die großen Vögel ihre Nester gerne auf Hausdächern, Schornsteinen oder Kirchtürmen bauten, freuten sich die Menschen über ihren Besuch. Ein Storchennest auf dem Dach wurde als Zeichen für Glück, Wohlstand und Kindersegen angesehen.
Hinzu kommt, dass die Störche jedes Jahr im Frühjahr aus ihren Winterquartieren zurückkehren. Genau dann, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht, Blumen blühen und viele Tiere Nachwuchs bekommen. So entstand die Verbindung zwischen dem Storch und dem Beginn neuen Lebens.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eine praktische Geschichte für neugierige Kinder. Wenn die Frage aufkam, woher die Babys kommen, war die Antwort einfach: „Der Storch hat sie gebracht. Das ersparte so manches komplizierte Gespräch und ließ gleichzeitig viel Raum für Fantasie.
Auch Märchen und Legenden trugen dazu bei, die Vorstellung weiterzuverbreiten. Besonders im 19. Jahrhundert wurde die Geschichte vom Storchenbaby in ganz Europa populär und gehört bis heute zu den bekanntesten Kindermärchen überhaupt.
Natürlich wissen wir heute, dass Störche keine Babys transportieren. Trotzdem hat die alte Erzählung ihren Zauber nicht verloren. Vielleicht deshalb, weil sie von Hoffnung, Glück und einem kleinen Wunder erzählt – genau den Dingen also, die viele Menschen mit der Geburt eines Kindes verbinden.
Anne Seltmann 31.05.2026, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wenn man Menschen fragt, was an Pfingsten gefeiert wird, entstehen oft erstaunlich lange Denkpausen. Weihnachten kennt jeder. Ostern ebenfalls. Aber Pfingsten? Für viele bedeutet es vor allem ein langes Wochenende, Ausflüge, freie Tage oder den Beginn des Frühsommers.
Dabei steckt hinter Pfingsten eines der bedeutendsten Feste des Christentums.
Der Name „Pfingsten stammt vom griechischen Wort pentekoste und bedeutet „der fünfzigste Tag. Gefeiert wird Pfingsten nämlich genau fünfzig Tage nach Ostern.
In der christlichen Überlieferung geschah an diesem Tag etwas Besonderes: Der Heilige Geist kam zu den Jüngern Jesu. Die Bibel beschreibt dies sehr bildhaft—mit Brausen, Wind und Feuerzungen. Die Jünger, die vorher verängstigt und unsicher gewesen waren, fanden plötzlich Mut, hinauszugehen und ihre Botschaft mit anderen Menschen zu teilen.
Deshalb gilt Pfingsten oft auch als „Geburtstag der Kirche.
Doch unabhängig vom religiösen Hintergrund steckt in Pfingsten noch etwas anderes, das viele Menschen anspricht: die Idee von Aufbruch, innerer Bewegung und neuer Kraft.
Es ist kein Zufall, dass Pfingsten mitten im Frühling liegt. Die Natur steht in voller Blüte, alles wirkt heller, offener und lebendiger. Fenster stehen offen, Gärten duften, und selbst die Luft scheint manchmal leichter zu sein. Vielleicht passt deshalb gerade dieses Fest so gut in diese Jahreszeit.
Pfingsten ist kein lautes Fest mit festgelegten Bildern wie Weihnachtsbaum oder Osterhase. Es ist stiller. Fast unscheinbar. Und vielleicht wird es gerade deshalb oft übersehen.
Dabei erzählt Pfingsten eigentlich von etwas, das viele Menschen kennen: dem Wunsch nach Zuversicht. Nach Mut. Nach einem kleinen inneren Aufwind, wenn das Leben schwer oder festgefahren geworden ist.
Vielleicht muss man dafür nicht einmal besonders religiös sein.
Vielleicht reicht schon der Gedanke, dass manchmal etwas Neues beginnen kann—leise, unerwartet und mitten im Alltag. Wie ein offenes Fenster nach einem langen Winter.
Ich wünsche meinen Leser*innen ein schönes Pfingstwochenende!
Anne Seltmann 24.05.2026, 06.20 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL