Blogeinträge (themensortiert)

Thema: AutorenPerlen

Vormittag am Strand









Es war ein solcher Vormittag,
wo man die Fische singen hörte,
kein Lüftchen lief, kein Stimmchen störte,
kein Wellchen wölbte sich zum Schlag.
Nur sie, die Fische, brachen leis
der weit und breiten Stille Siegel
und sangen millionenweis.



~*~



Christian Morgenstern



Anne Seltmann 27.06.2018, 09.42 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

"Segelschiffe" von Joachim Ringelnatz









Sie haben das mächtige Meer unterm Bauch
Und über sich Wolken und Sterne.
Sie lassen sich fahren vom himmlischen Hauch
mit Herrenblick in die Ferne.

  Sie schaukeln kokett in des Schicksals Hand
  Wie trunkene Schmetterlinge.
  Aber sie tragen von Land zu Land
  Fürsorglich wertvolle Dinge.

    Wie das im Wind liegt und sich wiegt,
    Tauwebüberspannt durch die Wogen,
    Da ist eine Kunst, die friedlich siegt,
    Und ihr Fleiß ist nicht verlogen.

      Es rauscht wie Freiheit. Es riecht wie Welt. -
      Natur gewordene Planken
      Sind Segelschiffe. - Ihr Anblick erhellt
      Und weitet unsre Gedanken.

   
~*~
 
Joachim Ringelnatz     





Anne Seltmann 10.06.2018, 08.53 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Buchempfehlung Die hellen Tage






Als ich das Buch "Die hellen Tage" bekam, ahnte ich noch nicht, dass es mich einmal gefangen nehmen wird. Das Cover und der Klappentext sprach mich so gar nicht an und eigentlich wollte ich es gaaaanz am Ende meines Sub`s legen.  Es gibt Bücher, von denen kann man aber nie genug bekommen. "Die hellen Tage" ist so eins.

"Die hellen Tage" ist ein literarisches Buch, welches wunderbar umgesetzt ist mit leisen melancholischen Tönen. Selten habe ich auch so eine Detailliebe und wunderbare poetische Sprache erlebt. Der Erzählstil der Autorin hat mich nahezu berauscht. Zsuzsa Bánks Sprache ist melancholisch und still. Ihre Schreibweise hat bildhafte Tiefe, die man auf sich wirken lassen muss...

Dieses Buch werde ich ein zweites Mal  lesen. Mich hat es verzaubert!

 



Anne Seltmann 24.07.2017, 05.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wollte nicht der Frühling kommen?




Wollte nicht der Frühling kommen?
War nicht schon die weiße Decke
von dem Rasenplatz genommen
gegenüber an der Ecke?
Nebenan die schwarze Linde
ließ sogar schon (sollt ich denken)
von besonntem Märzenwinde
kleine, grüne Knospen schwenken.
In die Herzen kam ein Hoffen,
in die Augen kam ein Flüstern –
und man ließ den Mantel offen,
und man blähte weit die Nüstern …

Ja, es waren schöne Tage.
Doch sie haben uns betrogen.
Frost und Sturm und Schnupfenplage
sind schon wieder eingezogen.
Zugeknöpft bis an den Kiefer
flieht der Mensch die Gottesfluren,
wo ein gelblichweißer, tiefer
Schnee versteckt die Frühlingsspuren.
Sturmwind pfeift um nackte Zweige,
und der Rasenplatz ist schlammig.
In mein Los ergeben neige
ich das Auge. Gottverdammich!


~*~

Erich Mühsam 


Anne Seltmann 09.03.2016, 08.28 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Lesestoff/Beim Leben meiner Schwester




Ein Elternpaar mit bisher zwei Kindern (Jesse und Kate), erfahren dass eines ihrer Kinder (hier ist es Kate) an Leukämie erkrankt ist. Jesse und auch die Eltern erweisen sich nicht als passende Organspender.

Die Eltern treffen eine Entscheidung, die für Anna lebensrettend sein soll, indem sie ein zweites genetisch angepasstes (Retorten) Kind bekommen.  Dieses Kind (Anna) wird nun speziell als Ersatzteillager für Kate kreiert, damit diese am Leben bleiben kann.

Immer wieder wird operiert, immer wieder werden Stammzellen entnommen, immer wieder muss Anna herhalten. Das hat zur Folge, dass Anna sich einen Anwalt nimmt und Entscheidungsrecht in "allen sie betreffenden medizinischen Belangen" beantragt.

Die Autorin Jodi Picoult hat ein Buch übers Sterben geschrieben. Ein echter Tränendrücker, in der manches Gefühl brachial daher kommt. Ein Buch das dem Tod nicht aus dem Weg geht und das Leben feiert. Tödlich, tapfer, spannend, emotional!


Anne Seltmann 20.02.2016, 10.58 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Einsiedlers Heiliger Abend



Grafic:© Anne Seltmann






Ich hab' in den Weihnachtstagen -
Ich weiß auch, warum -
Mir selbst einen Christbaum geschlagen,
Der ist ganz verkrüppelt und krumm.

Ich bohrte ein Loch in die Diele
Und steckte ihn da hinein
Und stellte rings um ihn viele
Flaschen Burgunderwein.

Und zierte, um Baumschmuck und Lichter
Zu sparen, ihn abends noch spät
Mit Löffeln, Gabeln und Trichter
Und anderem blanken Gerät.

Ich kochte zur heiligen Stunde
Mir Erbsensuppe mit Speck
Und gab meinem fröhlichen Hunde
Gulasch und litt seinen Dreck.

Und sang aus burgundernder Kehle
Das Pfannenflickerlied.
Und pries mit bewundernder Seele
Alles das, was ich mied.

Es glimmte petroleumbetrunken
Später der Lampendocht.
Ich saß in Gedanken versunken.
Da hat's an die Türe gepocht,

Und pochte wieder und wieder.
Es konnte das Christkind sein.
Und klang's nicht wie Weihnachtslieder?
Ich aber rief nicht: "Herein!"

Ich zog mich aus und ging leise
Zu Bett, ohne Angst, ohne Spott,
Und dankte auf krumme Weise
Lallend dem lieben Gott.

~*~

Joachim Ringelnatz

Anne Seltmann 09.12.2015, 09.38 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Meer...






Das Meer ist mein
wahlverwandtes Element,
und schon sein Anblick
ist mir heilsam.

~*~


  © Heinrich Heine


Anne Seltmann 05.06.2015, 09.07 | (4/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Weisheiten




"Nicht darauf kam es an, dass die Neue Welt wirklich entdeckt wurde; die hätte ruhig untergehen können.

Kolumbus starb, fast ohne sie gesehen zu haben und, was die Hauptsache ist, ohne zu wissen, was er entdeckt hatte.

Es kommt auf das Leben an, einzig und allein auf das Leben, darauf, dass man ununterbrochen,
lebenslänglich damit beschäftigt ist, zu entdecken, und ganz und gar nicht auf das Entdeckte selbst!"




~*~

Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Anne Seltmann 03.05.2015, 09.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Heute bin ich blond


Sophie van der Stap war 21 Jahre alt und hatte das ganze Leben noch vor sich. Sie war voller Tatendrang und genoss ihr Leben.
Schockierend war die Diagnose, als sie sich einer Untersuchung unterzog, weil sie immer häufiger Schmerzen beim Atmen hatte. Sie hatte Krebs! Durch die Chemotherapie verlor sie ihre Haare, anfänglich auch ihren Lebensmut. Ihr Herz schmerzte, ihre Seele schrie nach LEBEN. Obwohl die  Verzweiflung groß war, beschloss Sophie van der Stap, den Kampf gegen diese heimtückische Krankheit aufzunehmen.
Sophie van der Stap kaufte sich während dieser Zeit viele Perücken, die, wie sie selbst schreibt, mit der Krankheit anonym in der Öffentlichkeit zu sein. Ein mühsamer und beschwerlicher Weg lag nun vor ihr.  Sophie van der Stap begann, sich mit jeder Perücke anders zu schminken und sie war von nun an immer eine andere Persönlichkeit.
Jede ihrer Perücken bekam Namen wie Blondy, Daisy, Sue oder Pam. Sie wechselte ihre künstlichen Kopfbedeckungen stets mit ihrer Stimmungslage. Sie waren Stütze für ihr Selbstvertrauen und sie gaben ihr Kraft. Mit einer außergewöhnlichen Willensstärke schaffte sie es doch, den Krebs zu besiegen. Sophie van der Stap schrieb darüber ein Buch, ein Buch über ihre eigene Geschichte und dieser wurde 2008 verfilmt. Recht hat sie, wenn sie sagt, dass  ein Leben mit Krebs auch ein gutes Leben sein kann. Man darf und kann trotzdem glücklich sein!“
Den Film "Heute bin ich blond" habe ich am Mittwoch auf ARTE gesehen und er ist sehr zu empfehlen! Ein bewegender Film nach einem realen Schicksal!
Ebenso kann man das gleichnamige Buch gar nicht genug loben. Es ist ein packendes Portrait einer freiwillig multiplen Persönlichkeit.


DANKE für diesen Film! Es ist so beeindruckend Sophie van der Staps Vertrauen zu sich und in das Leben.

Anne Seltmann 07.02.2015, 15.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ohne Hintern wäre ich sexy







von Sandra Hausser



Zum Inhalt
"Ich zitiere"
Diana Frank (Protagonistin) bekommt eine Einladung zu einem Klassentreffen. Zu gerne würde sie da hingehen, aber es gibt da nur ein bis zwei kleine Problemchen... 1.  Ihr Hintern ist zu dick, 2. hat sie keinen Mann an ihrer Seite und Last but not least ist sie nicht erfolgreich genug in ihrem Job.


Sich solch einen Titel einfallen zu lassen ist schon der Kracher! Ich frage mich nur, wenn man keinen Hintern hat, wo drauf man dann sitzen soll?
Spaß beiseite...oder doch nicht, denn mir hat dieses Buch unheimlich viel Spaß gemacht. Von der ersten bis zur letzten Zeile. Während ich das E-book gelesen habe, habe ich es mir auch gemütlich gemacht bei einer Tasse Kaffee und etwas Kekse. Die Verrücktheiten in dem Buch brachten mich so sehr zum Lachen und manchesmal wäre mir da der  Kaffee aus dem Gesicht gefallen. Rundherum ein amüsanter Lesespaß der aus dem Leben gegriffen ist. Ich lege euch also dieses humorvolle, wie auch hintersinnige Geschichte sehr ans Herz.


Anne Seltmann 04.02.2015, 17.08 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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