Blogeinträge (themensortiert)

Thema: PerlenhafteProjekte

Freitag ist Fischtag N°36


[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]



Arvid saß schon eine ganze Weile auf dem alten Steg und hielt seine Angel ganz fest. Die Mütze war ihm ein bisschen zu groß, die Gummistiefel ein bisschen zu gelb – aber zum Angeln, fand er, passte beides ganz wunderbar. Plötzlich zupfte etwas an der Schnur. Arvid hielt den Atem an.

„Hab ich dich!, flüsterte er. Doch als er vorsichtig die Angel hochzog, baumelte dort ein kleiner Fisch im Wasser. Er schaute Arvid an. Arvid schaute zurück.

„Du bist aber klein. Der Fisch machte einen kleinen Sprung. Arvid musste lachen. „Na gut, sagte er, „du darfst wieder nach Hause. Er ließ die Schnur locker und der Fisch verschwand mit einem fröhlichen Platscher im See. Arvid setzte sich wieder hin und hielt die Angel ins Wasser. Vielleicht, dachte er, würde heute ja noch jemand anbeißen. Aber eigentlich war er schon zufrieden. Denn manchmal ist ein kleiner Fisch viel schöner als ein großer Fang.


© Anne Seltmann




Anne Seltmann 02.10.2026, 08.05 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Sprachsalat à la carte

[Bild KI generiert]


Parvenü

Ein Parvenü ist jemand, der plötzlich zu Geld, Einfluss oder gesellschaftlichem Ansehen gekommen ist – und nun mit aller Kraft beweisen möchte, dass er schon immer genau dorthin gehört hat.

Kurz gesagt: Gestern noch Hinterhof, heute schon goldene Türklinke – und bitte alle schön hinschauen!

Der Parvenü liebt Statussymbole. Ein großes Auto? Muss sein. Eine protzige Uhr? Natürlich. Ein möglichst wichtig klingender Name auf der Einladungsliste? Unbedingt. Und wenn er beim Champagnertrinken ganz nebenbei erwähnt, was die neue Designercouch gekostet hat, dann war das selbstverständlich nur eine beiläufige Information.

Das Wort kommt übrigens aus dem Französischen „parvenu und bedeutet sinngemäß „Emporgekommener.

Merksatz:

Ein Parvenü ist jemand, der die gesellschaftliche Leiter hochgeklettert ist – und oben angekommen erst einmal überprüft, ob auch wirklich alle gesehen haben, wie er das geschafft hat





Anne Seltmann 29.09.2026, 05.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Niwibo sucht... bunt








Bunt unterwegs – von Murnau bis Rom

Niwibo sucht … bunt – da musste ich doch einmal in meinen Reisebildern stöbern. Und tatsächlich: Bunt begegnet einem überall, manchmal ganz offensichtlich und manchmal erst auf den zweiten Blick.

Beginnen wir in Murnau am Staffelsee. Dort war der Herbst bereits ordentlich in den Farbtopf gefallen. Der Wald leuchtete in Rot, Orange, Gelb und Grün und bildete eine wunderschöne Kulisse für die kleine dunkle Holzhütte auf der Wiese. Viel mehr Farbe braucht es eigentlich gar nicht. Die Natur kann das schließlich ziemlich gut.

Ebenfalls in Murnau habe ich diese Häuserwand am Wasserwerk entdeckt. Rote und orangefarbene Blätter des wilden Weins ranken über die helle Wand und sehen dabei fast aus wie ein kunstvoll gemaltes Muster. Ein bisschen Naturkunst mitten im Alltag.

Ganz anders und geradezu spektakulär bunt wird es in den Herrenhäuser Gärten in Hannover. Dort befindet sich die berühmte Grotte, die von Niki de Saint Phalle mit Spiegeln, Glas und farbenprächtigen Mosaiken gestaltet wurde. Hier weiß man gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Grün, Blau, Rot, Gelb, Glitzer und Spiegelungen – ein einziges großes Farbenfest. Genau solche Orte liebe ich: überraschend, verspielt und ein bisschen verrückt.

Und dann wäre da noch Rom. Bei einer Reise dorthin begegnet man natürlich auch der Päpstlichen Schweizergarde. Die Uniformen mit ihrem kräftigen Blau, Rot und Gelb sind schon von Weitem ein echter Farbtupfer. Zwischen all dem historischen Sandstein und den eher gedeckten Farben Roms wirken die Gardisten beinahe wie lebendige Farbtupfer in einem alten Gemälde.

So unterschiedlich meine Bilder auch sind – sie haben doch etwas gemeinsam: Farbe erzählt Geschichten. Ein Herbstwald erzählt vom Werden und Vergehen, rote Blätter an einer Hauswand vom Herbst, Mosaike von Fantasie und Lebensfreude und eine bunte Uniform von Tradition und Geschichte.

Vielleicht ist das genau das Schöne am Buntsein:
Man muss gar nicht danach suchen. Man muss nur die Augen offen halten




Anne Seltmann 28.09.2026, 08.49 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Montagsherz N° 669




Manchmal muss man gar nicht lange suchen, um ein Herz zu finden.
Dieses hier ist mir beim Bummeln in einem Geschäft begegnet – gleich mehrere kleine Herzen, die in einer gläsernen Flasche schweben und funkeln.

Ich fand die Idee so hübsch, dass ich natürlich nicht einfach daran vorbeigehen konnte. 

Ein bisschen Herz für den Montag kann schließlich nie schaden.
Und manchmal findet man es genau dort, wo man es gar nicht erwartet.


Habt einen herzlichen Montag! 


Nächster Termin:

12. Oktober 2026


Montagsherz...





Anne Seltmann 28.09.2026, 04.30 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Es ist Zeit …

[Bild KI generiert]


Viele von euch haben hier bereits gelesen, in welchem Zustand wir uns und unsere drei Mietshäuser nun schon seit mehr als drei Jahren befinden.
Wer meine bisherigen Beiträge dazu noch einmal nachlesen möchte:




Und bevor jetzt jemand denkt: „Dann zieht doch einfach um. – so einfach ist das leider nicht.

Wir sind nicht die einzigen älteren Menschen, die hier wohnen. Einige von uns leben seit Jahrzehnten in diesen Häusern. Hier ist unser Zuhause, hier haben wir unser Leben verbracht, hier kennen wir unsere Nachbarschaft. Einen Umzug in diesem Alter stemmt man nicht mal eben so. Schon gar nicht, wenn man eigentlich gar nicht weg möchte, sondern einfach nur möchte, dass das eigene Zuhause wieder zu einem Zuhause wird.

Doch nach mehr als drei Jahren ist meine Geduld langsam aufgebraucht.

Deshalb heißt es für mich jetzt: Es ist Zeit, einen weiteren Schritt zu gehen.

Ich habe mich deshalb vorhin an die Presse in Kiel beziehungsweise an den NDR Schleswig-Holstein gewandt und unseren Fall geschildert. Nicht, um jemanden an den Pranger zu stellen, sondern in der Hoffnung, dass vielleicht einmal jemand von außen genauer hinschaut und die Fragen stellt, auf die wir Bewohner seit so langer Zeit keine zufriedenstellenden Antworten bekommen.

Ob daraus etwas wird? Ich weiß es nicht.

Aber ich möchte zumindest nicht irgendwann denken müssen: Hätten wir doch etwas unternommen.

Also heißt es jetzt: Abwarten, Daumen drücken und hoffen, dass unsere Geschichte vielleicht doch Gehör findet.





Anne Seltmann 25.09.2026, 10.06 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday 2026 N° 20






Vierblättrig

im grünen meer
plötzlich dieses eine Blatt,
das anders zählt

vier blätter
statt drei.

als hätte die wiese
kurz den atem angehalten
und gesagt:

heute
darf etwas
mehr sein.

ich nehme es nicht mit,
ich lasse es wachsen
unter meinem blick.

denn vielleicht
ist glück gar nichts,
was man festhält,

sondern nur
der augenblick,
in dem man es
erkennt.

~*~

© Anne Seltmann








Anne Seltmann 24.09.2026, 08.12 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Es ist Zeit …









...noch einmal den Vorsorgeordner zu überprüfen.

Den größten und wichtigsten Teil habe ich bereits ausgefüllt. Die wesentlichen Dinge sind geregelt, Entscheidungen festgehalten und Unterlagen an ihrem Platz. Eigentlich könnte ich den Ordner also einfach zuklappen und beiseitelegen.

Aber irgendwie lässt mich der Gedanke nicht los, dass da noch ein paar Kleinigkeiten fehlen könnten. Und tatsächlich ist mir heute Nacht wieder etwas eingefallen, das ich unbedingt noch ergänzen möchte.

Es sind keine großen Dinge. Eher diese kleinen Informationen, an die man im ersten Moment gar nicht denkt, die aber später vielleicht hilfreich sein können. Wo findet man was? Was ist mir wichtig? Gibt es etwas, das andere wissen sollten, wenn ich selbst einmal nicht mehr alles erklären kann?

Also werde ich den Ordner noch einmal in Ruhe durchsehen. Nicht, weil ich mich ständig mit dem Gedanken an das Ende beschäftigen möchte. Ganz im Gegenteil. Ich möchte die Dinge einfach geregelt wissen, damit ich sie anschließend wieder aus dem Kopf bekommen kann.

Vorsorge ist schließlich nicht nur eine Sammlung von Papieren. Es ist auch ein bisschen Fürsorge für die Menschen, die vielleicht irgendwann vor diesem Ordner sitzen werden.

Und wenn mir dabei nachts noch etwas einfällt, dann kommt es eben noch hinein. Man kann schließlich auch dem lieben Gott sagen: Einen Moment bitte – ich bin noch nicht ganz fertig mit meiner Liste.




Anne Seltmann 18.09.2026, 14.49 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Montagsherz N° 668





Leider habe ich bei all den Reisevorbereitungen (kürzlich) das Montagsherz vergessen.
Bitte seht es mir nach! Obiges Herz stammt von einem meiner Hortkinder.
Viele Werke dieser Art sind in unserer hauseigenen Werkstatt entstanden.










14.09.2026, 00.44 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Miau-velous Moments N° 70


Manchmal muss man einfach genauer hinschauen …

Ich glaube, Katzen wissen sehr viel mehr, als sie uns erzählen. Sie beobachten uns, verfolgen jede noch so kleine Bewegung und scheinen Dinge zu bemerken, die uns völlig entgehen. Und manchmal sitzen sie einfach da und schauen uns mit diesen großen, runden Augen an, als wollten sie sagen: „Ich weiß genau, was hier vor sich geht. Du vielleicht noch nicht.

So stelle ich mir auch diesen kleinen Kerl vor. Ganz vorsichtig lugt er über die Sofakante, nur die Augen, die Ohren und eine kleine Pfote sind zu sehen. Der Rest von ihm bleibt lieber im Verborgenen. Schließlich weiß man ja nie, was hinter der nächsten Sofaecke lauert. Vielleicht bewegt sich die Decke von ganz allein. Vielleicht hat sich irgendwo ein kleiner Schatten versteckt. Oder vielleicht ist da einfach nur etwas, das unbedingt untersucht werden muss.

Also heißt es: beobachten, abwarten und bloß keinen Schritt zu früh machen. Die Menschen nennen so etwas vielleicht Neugier. Eine Katze würde vermutlich sagen: professionelle Überwachung.

Und während im Hintergrund gemütlich die Lampe leuchtet und das Wohnzimmer ganz friedlich aussieht, sitzt dieser kleine Wächter auf seinem Posten. Bereit, jederzeit einzugreifen, falls die Sofadecke plötzlich eigene Pläne hat.

Ich musste bei diesem Bild jedenfalls sofort schmunzeln. Denn manchmal braucht es gar keine großen Abenteuer. Manchmal reicht ein neugieriger Blick über die Sofakante, eine kleine Pfote und die Gewissheit: Irgendjemand passt hier ganz genau auf.




Anne Seltmann 09.09.2026, 07.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Projekt: Ich seh rot 265/2026





Am Sonntag, den 6. September, waren wir mit dem jüngeren Enkelbuben bei der Feuerwehr in Krefeld. Diese hatte zu ihrem Tag der offenen Tür eingeladen und bot den Besucherinnen und Besuchern einen spannenden Blick hinter die Kulissen. Auf dem Gelände der Feuerwache gab es zahlreiche Vorführungen, darunter Schauübungen am Brandhaus, außerdem konnten Einsatzfahrzeuge und moderne Technik aus nächster Nähe besichtigt werden. Informationsstände gaben Einblicke in die vielfältigen Aufgaben von Feuerwehr und Rettungsdienst, während verschiedene Mitmachaktionen auch bei den jüngeren Gästen für Unterhaltung sorgten. Einsatzkräfte standen für Gespräche zur Verfügung und beantworteten Fragen rund um ihren Berufsalltag. Für das leibliche Wohl sorgte eine Gastro-Meile mit verschiedenen Speisen und Getränken. Gleichzeitig gab es noch zwei besondere Gründe zum Feiern: Das zehnjährige Bestehen der Hauptfeuer- und Rettungswache sowie 135 Jahre Berufsfeuerwehr Krefeld.

Nun sind wir kurzweilig wieder zu Hause, denn am Donnerstag (wie ich HIER schon erwähnte) geht es wieder auf Reisen.




Juttas...


Anne Seltmann 08.09.2026, 07.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL