Es ist Zeit …

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...eine Mitmachaktion von >> Trudi <<

Es ist Zeit, ein paar Dinge anzupacken, die schon viel zu lange irgendwo auf meiner inneren To-do-Liste stehen. Nicht, weil sie alle furchtbar wichtig wären. Manche sind es. Andere warten vermutlich schon so lange, dass sie sich längst an ihren Platz gewöhnt haben.

Zum Beispiel wäre es eigentlich mal wieder Zeit, in anderen Blogs zu kommentieren. Ich habe früher viel mehr geschrieben, mich eingelesen, Gedanken dagelassen und mich an den Beiträgen anderer beteiligt. Heute fehlt mir dafür manchmal schlicht die Lust. Und ganz ehrlich: Ich möchte auch nicht unter jeden Beitrag ein „Wie schön! oder „Toller Beitrag! setzen, nur damit ich irgendetwas geschrieben habe. Wenn ich kommentiere, dann möchte ich auch wirklich etwas zu sagen haben. Vielleicht ist weniger manchmal einfach ehrlicher.

Es ist Zeit, meinen Schreibtisch aufzuräumen. Und damit meine ich nicht nur die Oberfläche, auf der sich inzwischen wieder erstaunlich viele Dinge versammelt haben, die dort eigentlich gar nicht hingehören. Ich müsste mich auch einmal durch die Schubladen arbeiten. Dort liegen Dinge, die ich vermutlich seit Jahren nicht mehr gebraucht habe – aber offenbar aus irgendeinem Grund noch nicht bereit bin, mich von ihnen zu trennen.

Es ist Zeit, meinen Vorsorgeordner noch einmal zu überprüfen. Kein besonders lustiges Thema, aber eines, das dazugehört. Dinge zu regeln, solange man sie selbst regeln kann, ist vielleicht eine der vernünftigsten Formen von Fürsorge. Für sich selbst und für die Menschen, die irgendwann vielleicht froh sind, wenn nicht alles ungeklärt geblieben ist.

Und es ist Zeit, mich von Menschen zu verabschieden, die mir nicht guttun.

Nicht unbedingt mit einem großen Knall. Nicht mit Vorwürfen und langen Erklärungen. Manchmal bedeutet Abschied einfach, weniger zu erzählen, weniger zu erwarten, weniger hinterherzulaufen. Manche Menschen darf man loslassen, ohne ihnen böse zu sein. Und manchmal ist Abstand kein Verlust, sondern ein Stück gewonnene Ruhe.

Es ist Zeit, Dinge nicht mehr zu tun, nur weil ich sie früher einmal getan habe.

Zeit, Nein zu sagen, ohne danach eine dreiseitige Begründung liefern zu müssen. Zeit, nicht jede Erwartung erfüllen zu wollen. Zeit, mich nicht für alles verantwortlich zu fühlen, was irgendwo, irgendwie und irgendwann schiefgehen könnte.

Es ist Zeit, Fotos auszusortieren, Ideen aufzuschreiben und angefangene Dinge entweder fertigzumachen – oder sie einfach liegenzulassen, wenn sie mir nichts mehr bedeuten.

Denn auch das habe ich inzwischen gelernt:
Nicht alles, was einmal begonnen wurde, muss unbedingt zu Ende gebracht werden.

Und vor allem ist es Zeit, mir wieder mehr Raum für die Dinge zu lassen, die mir wirklich Freude machen.

Für Bilder. Für Worte. Für das Meer. Für einen besonderen Himmel. Für Farben. Für verrückte Ideen, die vielleicht überhaupt keinen Sinn ergeben und gerade deshalb Spaß machen. Für die kleinen Dinge, bei denen ich irgendwann feststelle, dass ich schon wieder viel zu lange damit beschäftigt bin – aber eben glücklich dabei.

Es ist Zeit, Menschen zu sagen, dass sie mir wichtig sind. Nicht irgendwann. Nicht bei Gelegenheit. Sondern solange sie es noch hören können.

Und vielleicht ist es auch Zeit, weniger auf das zu schauen, was ich angeblich noch alles schaffen müsste, und stattdessen einmal auf das zu schauen, was bereits hinter mir liegt.

Da ist schließlich auch einiges.

Vielleicht muss nicht immer alles optimiert, sortiert, erledigt und abgehakt werden. Vielleicht darf manches einfach bleiben, wie es ist.

Manches darf gehen.
Manches darf warten.
Manches darf neu beginnen.

Und vielleicht ist genau jetzt die richtige Zeit dafür.

Anne Seltmann 22.08.2026, 10.50| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Tags: Zeit, Trudi, Mitmachaktion,

Hand aufs Herz


 

Welches Missverständnis haben viele Menschen über Glück?


Ich glaube, das größte Missverständnis ist, dass Glück etwas ist, das man irgendwann erreicht und dann für immer besitzt. Als müsste nur endlich alles stimmen – dann wäre man glücklich.

Für mich ist Glück viel kleiner und gleichzeitig viel kostbarer. Es steckt in diesen unscheinbaren Augenblicken, die man nicht planen kann: ein Lächeln, ein gutes Gespräch, ein wunderschönes Licht, der Duft von Kaffee, das Meer, ein Bild, das gelingt … oder einfach dieses Gefühl: Gerade jetzt ist alles gut.

Und vielleicht gehört sogar die Traurigkeit zum Glück dazu. Denn wenn wir nie etwas vermissen, verlieren oder durchstehen müssten, würden wir die hellen Momente wahrscheinlich gar nicht so intensiv wahrnehmen.

Glück ist für mich deshalb kein Dauerzustand. Es ist eher eine Sammlung kleiner Lichtpunkte, die wir im Leben entdecken dürfen.




Anne Seltmann 22.08.2026, 09.31| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Tags: Hand aufs Herz, Glück, Glueck,

Weisheiten am Samstag N° 101







Juttas...


Anne Seltmann 22.08.2026, 07.17| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Tags: Weisheiten, Jutta, Zitate, Zitat im Bild, Weisheiten am Samstag, Weisheiten, Samstag, Flügel, Engel,

Der Sternschnuppenfänger



[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]

 

Ich habe neulich von einem Beruf gehört, den es eigentlich gar nicht geben dürfte: Sternschnuppenfänger.

Sein Name ist Emil und jeden Abend, wenn die Stadt langsam zur Ruhe kommt, steigt er mit seinem goldenen Netz hinauf zu seiner kleinen Plattform über den Wolken. Dort wartet er auf die Sternschnuppen, die über den Nachthimmel sausen. Sobald eine besonders helle auftaucht, schwingt Emil sein Netz und – schwupp – schon verschwindet sie darin.

Die gefangenen Sternschnuppen bewahrt er in kleinen Glasgefäßen auf. Sie leuchten darin wie winzige Feuerwerke und hinterlassen goldene Lichtkringel an den Glaswänden. Wenn jemand auf der Erde einen ganz besonderen Wunsch hat, bringt Emil ihm eine davon. Er stellt das Glas heimlich ans Fenster, klopft dreimal und verschwindet wieder. Denn Emil weiß: Ein Wunsch funktioniert nur, wenn man ihn nicht beobachtet.

Eines Nachts aber fängt Emil eine ganz besondere Sternschnuppe. Kaum steckt er sie in ein Glas, beginnt dieses heftig zu zittern.

„Lass mich raus!, flüstert sie.

Emil staunt. „Du kannst sprechen?

„Natürlich, antwortet die Sternschnuppe. „Du fängst uns schließlich ständig ein. Da darf man doch wenigstens mal etwas sagen.

Emil hebt vorsichtig den Deckel. „Und was möchtest du?

„Nach Hause.

„Und wo ist das?

Die Sternschnuppe zeigt nach oben. „Dort, wo alle Wünsche anfangen.

Emil denkt kurz nach und lässt sie frei. Sie schießt hinauf in den Himmel, wird kleiner und kleiner und verschwindet schließlich zwischen den Sternen.

Doch bevor sie endgültig verschwindet, ruft sie ihm zu: „Du darfst dir auch etwas wünschen!

Emil schaut lange in den Himmel. Dann lächelt er und sagt: „Ich wünsche mir, dass niemals jemand aufhört, an Wunder zu glauben.

In diesem Moment fällt eine kleine Sternschnuppe direkt vor seine Füße.

Emil hebt sie auf. Sie ist warm und glitzert in seiner Hand.

Seit dieser Nacht ist Emil übrigens kein Sternschnuppenfänger mehr.

Er sammelt Wünsche.

 


© Anne Seltmann

 



Anne Seltmann 20.08.2026, 08.30| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: EigeneWortPerlen | Tags: KI, Midjourney, Sternschnuppenfänger, Sternschnuppen, Geschichten, Poem, Lyrik, ,

Sprachsalat à la carte


[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]


Habituell – wenn Gewohnheit plötzlich vornehm klingt

Es gibt Wörter, die machen aus einer ganz normalen Sache etwas Wissenschaftliches.

Zum Beispiel:
„Ich mache das immer so.

Klingt ziemlich unspektakulär.

Sagt man dagegen:

„Das ist bei mir habituell.

– und schon hat man den Eindruck, man hätte mindestens drei Semester Verhaltensforschung studiert. Dabei bedeutet habituell im Grunde nichts anderes als gewohnheitsmäßig, zur Gewohnheit geworden oder regelmäßig auf eine bestimmte Art und Weise geschehen. Habituell ist also beispielsweise, wenn ich morgens aufstehe und zuerst Kaffee brauche. Nicht vielleicht. Nicht gelegentlich. Nein. Habituell. Wenn ich beim Einkaufen immer denselben Weg durch den Supermarkt nehme, obwohl der andere viel kürzer wäre: habituell. Wenn ich den Kühlschrank öffne, obwohl ich genau weiß, dass seit zehn Minuten nichts Neues hineingekommen sein kann: ebenfalls habituell.

Und wenn ich sage:
„Ich schaue nur ganz kurz bei Facebook vorbei, und 47 Minuten später immer noch dort bin …

Nun ja. Habituell. Sehr habituell.

Das Schöne an diesem Wort ist, dass es sogar unseren kleinen Macken einen gewissen wissenschaftlichen Glanz verleiht.

„Ich kann nicht schlafen, wenn die Schranktür offensteht klingt nach einer persönlichen Eigenart.

„Ich zeige ein habituelles Bedürfnis nach geschlossenen Schranktüren.

Na bitte! Schon klingt es fast nach Forschungsprojekt.

Auch beim Essen sind wir erstaunlich habituell. Wir haben unsere Tasse, unseren Platz am Tisch, unsere Lieblingsseite der Zeitung und natürlich die eine ganz bestimmte Art, wie das Brot geschnitten werden muss. Wer daran etwas verändert, gefährdet möglicherweise den häuslichen Frieden.

Und dann gibt es die wirklich hartnäckigen Gewohnheiten: Man schaut auf die Uhr, obwohl man gerade erst auf die Uhr geschaut hat.

Man sucht die Brille und trägt sie bereits auf der Nase. Man geht in einen Raum und weiß nicht mehr, warum. Man nimmt das Handy in die Hand, obwohl man eigentlich nur den Timer für die Kartoffeln stellen wollte.

Das alles ist nicht zerstreut. Das ist habituell!

Ich finde, wir sollten überhaupt viel großzügiger mit diesem Wort umgehen.

Wenn jemand fragt:

„Warum machst du das eigentlich immer so? Dann einfach ganz gelassen: „Das ist habituell.

Und schon muss man sich nicht weiter erklären.




Anne Seltmann 18.08.2026, 13.49| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Tags: Sprachsalat à la carte, habituel, Fremdwort, Fremdworte,

Dem Genuss auf der Spur





Gemüsequiche – einfach, bunt und lecker

Zutaten

1 EL Olivenöl

400 g gegarter Brokkoli

1 rote Zwiebel, fein gehackt

100 g geriebene Karotte

½ Paprika, gewürfelt

50 g Mais

70 g geriebener Parmesan-Käse

50 g Feta

4 Eier

Salz und Pfeffer

etwas Chili nach Geschmack

Gewürze nach Geschmack

etwas Petersilie zum Bestreuen

 

Zubereitung

Zuerst darf der Brokkoli eine kleine Runde im heißen Wasser drehen, bis er schön weich ist. Währenddessen bekommen Karotte, Paprika und Zwiebel ihren großen Auftritt: raspeln, schnippeln und hacken, was das Zeug hält.

Die Backform wird mit etwas Olivenöl verwöhnt. Dann kommt der Brokkoli hinein und wird ein bisschen plattgedrückt – schließlich soll er später die gemütliche Grundlage unserer Quiche bilden.

Jetzt darf sich das restliche Gemüse dazugesellen: Karotte, Paprika, Mais und Zwiebel einfach bunt darüber verteilen. Käse und zerbröselter Feta dürfen natürlich auch nicht fehlen – schließlich soll es am Ende nicht nur gesund, sondern auch lecker werden.

Die Eier in einer Schüssel ordentlich verquirlen und mit Salz, Pfeffer und – wer es gerne etwas feuriger mag – einer Prise Chili würzen. Die Eiermischung anschließend über das Gemüse gießen, sodass sich alles schön miteinander verbindet.

Ab damit in den Ofen: bei 190 °C Ober-/Unterhitze etwa 25–30 Minuten backen, bis die Eier gestockt sind und die Oberfläche appetitlich goldbraun aussieht.

Zum Schluss noch ein bisschen Petersilie darüberstreuen – und fertig ist die Gemüseparty aus dem Ofen!

Kleiner Tipp: Ein paar Minuten stehen lassen, bevor du sie anschneidest. Dann hält die Quiche besser zusammen – sofern die hungrigen Mitesser ihr überhaupt diese Zeit gönnen.




Anne Seltmann 18.08.2026, 08.20| (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: KulinarischePerlen | Tags: Gemüsequiche, Brokkoli, Tarte,

Montagsherz N° 666





Das 666. Montagsherz – heute wirds gefährlich

666.

Eine Zahl, bei der man normalerweise nicht unbedingt als Erstes an ein Herz denkt.  Aber heute schon. Denn heute gibt es hier das 666. Montagsherz. Und was könnte besser dazu passen als dieses kleine Herz, das sich ziemlich mutig zwischen Messer und Gabel gelegt hat?

Es sitzt da ganz allein auf dem weißen Teller. Unbewaffnet. Unverdaulich. Und offensichtlich völlig ahnungslos, was ihm bevorstehen könnte.  Vielleicht ist es aber auch einfach nur schlau.

Denn nach 666 Montagen weiß ein Herz schließlich, wie man sich behauptet. Es hat Sturm und Sonnenschein überstanden, Alltag und Feiertage, gute und weniger gute Zeiten. Es wurde gesucht, gefunden, fotografiert und hier jeden Montag auf den Tisch gelegt.

Manchmal war es groß und offensichtlich. Manchmal musste man schon genauer hinsehen. Und manchmal war es einfach nur ein kleines Stückchen Herz mitten in einer mitunter völlig herzlosen Welt.

666 Herzen später denke ich vor allem: Was für eine schöne, verrückte Reise! So viele kleine Entdeckungen. So viele Montagsmomente. So viele Male dieses: „Da ist ein Herz!

Und nun liegt es hier. Zwischen Messer und Gabel. Vielleicht als kleine Erinnerung daran, dass man sein Herz im Leben manchmal ziemlich gut beschützen muss. Aber eben nicht immer. Denn ein Herz, das sich niemals zeigt, kann auch nicht gefunden werden.


Also bleibt es dabei:

666 Montagsherzen – und kein bisschen herzlos.

Und das nächste wartet schon.

Auf zum 667. Herz am


31. August 2026


Zu eurer Erinnerung:

Am 21. Februar 2011 ist das Montagsherz online gegangen. Bis zum 17. März 2022 wurden Woche für Woche Herzen in allen Formen gesammelt – so viele kreative, liebevolle und besondere Entdeckungen.

Dann hat Anette mir dieses schöne Projekt anvertraut und mir auch den Button links unten übergeben. Ich habe mich sehr darüber gefreut – und bin ihr bis heute dankbar, dass ich diese Tradition weiterführen darf.





Montagsherz...





Anne Seltmann 17.08.2026, 05.41| (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Tags: Montagsherz, Herz, Frau Waldspecht, Messer, Gabel, Teller, 666,