Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Poem

Kinderlied





Kinderlied

 

Ich und du und du und du,

 

Zwei mal zwei ist viere,

 

Tragen Kränze auf dem Kopf,

 

Kränze aus Papiere

 

Rechts herum und links herum,

 

Röck und Zöpfe fliegen,

 

Wenn wir alle schwindlich sind,

 

Falln wir um und liegen,

 

Purzelpatsch, wir liegen da,

 

Patschelpurz, im Grase:

 

Wer die längste Nase hat,

 

Der fällt auf die Nase.

 

~*~


Otto Julius Bierbaum




Anne Seltmann 26.03.2020, 17.11 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Regentag







Der Regen fällt. In den Tropfentanz

Starr ich hinaus, versunken ganz

In allerlei trübe Gedanken. Mir ist,

Als hätt' es geregnet zu jeder Frist,

Und alles, so lange ich denken kann,

Trüb, grau und nass in einander rann,

Als hätte es nie eine Sonne gegeben,

Als wäre nur immer das ganze Leben,

Die Jahre, die Tage, die Stunden all,

Ein trüber, hastiger Tropfenfall.

 

 ~*~


Gustav Falke




Anne Seltmann 13.10.2019, 09.39 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Oh wie freue ich mich...






...dass wieder ein Gedicht von mir 
in das Lyrik-Sammelband der Bibliothek 
deutschsprachiger Gedichte veröffentlicht wird.
Und natürlich (ganz ehrfurchtsvoll) will ich es euch nicht vorenthalten, 
obwohl es hier irgendwo im Archiv lagert.




Einst stand ein 
kleines Kleeblatt auf 
einer grünen Wiese.
Es sann darüber nach,
warum seine Brüder so 
besonders sein sollten.
Ja, sie besaßen ein Blatt mehr 
und was hieß das schon.
Dennoch verspürte 
es ein wenig Neid,
weil man unter den
Blumen sich zuraunte
sie brächten das Glück.
Glück, einzig allein
abhängig nur von 
einem einzigen Blatt?
Weil sie anders aussahen?
Das konnte und wollte
das kleine Kleeblatt
nicht verstehen!
Es reckte sein Köpfchen
in den Himmel,
lachte der Sonne entgegen
und dachte bei sich:
"Das ist Glück,
das ich lebe!"





© Anne Seltmann



Anne Seltmann 27.08.2019, 17.23 | (6/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Schaukel



Foto & Bildbearbeitung © Anne Seltmann




DIE SCHAUKEL

Wie schön sich zu wiegen,
Die Luft zu durchfliegen
Am blühenden Baum!
Bald vorwärts vorüber,
Bald rückwärts hinüber, –
Es ist wie ein Traum!

Die Ohren, sie brausen,
Die Haare, sie sausen
Und wehen hintan!
Ich schwebe und steige
Bis hoch in die Zweige
Des Baumes hinan.

Wie Vögel sich wiegen,
Sich schwingen und fliegen
Im luftigen Hauch:
Bald hin und bald wieder,
Hinauf und hernieder,
So fliege ich auch!


~*~


Heinrich Seidel


Anne Seltmann 02.02.2019, 11.31 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Erkenntnis








Ein Blitzgedanke, einer, der vor meinem geistigen Auge wie auf dem Laufband vorüber läuft,

Worte formieren sich zu Sätzen und ich lese hinter meiner Stirn, dass ich alt bin…

in Jahren gezählt, aber innerlich immer noch nicht.

Ich warte auf den Tag, wo mit einem Mal die Erkenntnis da ist,

dass das jetzt alt ist, was ich fühle und denke.

Die Knochen sagen mir auch schon längst, dass sie nicht mehr nachkommen,

weil mein Denken doch noch so jung geblieben ist.

Auch das morgendliche Frischegefühl nach dem Aufstehen fehlt

und fühlt sich bleiern an.

Ich stehe morgens müde auf um am Abend wach ins Bett zugehen.

Ich weiß, dass die Tage von nun an abzählbar sind,

dass ich die Zeit nicht anhalten oder zurechtrücken kann.


~*~



© Anne Seltmann

 

 


Anne Seltmann 22.01.2019, 09.35 | (5/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Der Natur Donnerstag N° #19/2018



N° #19/2018








Gräser wispern leise im Wind

Sanftes Rauschen

im Spätsommerlicht

Und wir zerfließen im

Hiersein und Nirgendsein.

 

~*~


© Anne Seltmann

 















Anne Seltmann 30.08.2018, 18.05 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Vormittag am Strand









Es war ein solcher Vormittag,
wo man die Fische singen hörte,
kein Lüftchen lief, kein Stimmchen störte,
kein Wellchen wölbte sich zum Schlag.
Nur sie, die Fische, brachen leis
der weit und breiten Stille Siegel
und sangen millionenweis.



~*~



Christian Morgenstern



Anne Seltmann 27.06.2018, 09.42 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

"Segelschiffe" von Joachim Ringelnatz









Sie haben das mächtige Meer unterm Bauch
Und über sich Wolken und Sterne.
Sie lassen sich fahren vom himmlischen Hauch
mit Herrenblick in die Ferne.

  Sie schaukeln kokett in des Schicksals Hand
  Wie trunkene Schmetterlinge.
  Aber sie tragen von Land zu Land
  Fürsorglich wertvolle Dinge.

    Wie das im Wind liegt und sich wiegt,
    Tauwebüberspannt durch die Wogen,
    Da ist eine Kunst, die friedlich siegt,
    Und ihr Fleiß ist nicht verlogen.

      Es rauscht wie Freiheit. Es riecht wie Welt. -
      Natur gewordene Planken
      Sind Segelschiffe. - Ihr Anblick erhellt
      Und weitet unsre Gedanken.

   
~*~
 
Joachim Ringelnatz     





Anne Seltmann 10.06.2018, 08.53 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

132/366

366 Tage - 366 Bilder ...











Der Löwenzahn leuchtet im Sonnenschein
strahlt golden ins Leben hinein.
Doch blüht er nur für kurze Zeit
der Wind verweht sein Frühlingskleid.

~*~

© Anne Seltmann





Nicht die besten Bilder...alle heute aus Zeitgründen nur mit dem iPhone geknipselt


Anne Seltmann 11.05.2016, 18.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

83/366


366 Tage - 366 Bilder ...







Ungetrübt die Ostervorfreude

schmuck der Hase am Fenster-

Verstecken und Finden

~*~

©  Anne Seltmann




 

 



Anne Seltmann 23.03.2016, 18.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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