

In meinen Träumen
sind die Wege leise,
und das, was schwer war,
legt sich ab
wie Staub im Abendlicht.
Ein Vogel zieht
Gedankenfäden
durch den Himmel,
bindet sie
an das sanfte Ufer
meiner Hoffnung.
Ich atme weit -
und spüre,
wie die Stille
mich nicht mehr fürchtet
und ich sie auch nicht.
Dann werden Worte
zu kleinen Gärten,
und das Herz
setzt seine Schritte
behutsam
und dennoch mutig.
Und wenn ich
erwache,
bleibt ein Funken
dieser stillen Klarheit -
wie Morgentau,
der sagt:
Du kannst neu beginnen.
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 29.01.2026, 13.55| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: EigeneWortPerlen | Träume, Gedicht, Ozean, Adobe, Photoshop, Poem, Lyrik, Gedicht,


Es schneit in meinen Gedanken
es schneit
nicht laut
eher zögernd
gedanken
werden langsamer
unter der last
von weiß
nichts will jetzt
dringend sein
worte
landen
und bleiben liegen
alles
was eben noch scharf war
verliert die kanten
zeit
setzt sich
zwischen zwei atemzüge
und ich
bin da
ohne erklärung
nur
dort
wo nichts drängt
nur
gehalten
von ruhe
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 29.01.2026, 05.34| (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Marius, Marius Natur Thursday, Nature Thursday, Natur, Winter, Gedicht, Poem, Lyrik, Eis, Schnee,

Thula und das Meer
Thula war ein kleines Wal-Mädchen mit einer Stimme, die noch nicht wusste, wie groß sie einmal werden würde. Wenn sie sang, klang es mehr wie ein Atemzug als wie ein Lied. Trotzdem liebte das Meer ihre Töne.
Thula lebte dort, wo das Wasser tiefblau wird und die
Strömungen langsam erzählen. Ihre Mutter sagte immer:
„Das Meer hört zu, auch wenn es still ist.
Thula glaubte das. Sie sang dem Licht, das von oben fiel. Sie sang den schlafenden Quallen gute Träume. Und manchmal, wenn niemand hinsah, sang sie einfach nur für sich.
Doch Thula hatte eine Sorge. Die anderen jungen Wale übten große Lieder – lange, kräftige Gesänge, die weit durch den Ozean trugen. Thulas Stimme dagegen blieb klein. Zart. Fast schüchtern.
Eines Tages schwamm Thula allein hinaus, dorthin, wo die Stille größer war als die Strömung. Sie legte sich zwischen zwei alte Felsen und hörte zu. Dem Knacken des Eises in der Ferne. Dem sanften Ziehen der Gezeiten. Dem leisen Puls des Wassers.
Und dann sang sie.
Nicht laut. Nicht lang.
Nur ehrlich.
Das Meer hielt den Atem an.
Die Strömungen wurden langsamer, als wollten sie nichts verpassen. Ein Schwarm kleiner Fische blieb stehen, wie hingemalt. Sogar das Licht schien einen Moment zu verweilen.
Thulas Lied erzählte nichts von Größe oder Stärke. Es erzählte davon, wie es ist, klein zu sein und trotzdem da. Wie es sich anfühlt, seinen Platz zu suchen, ohne zu wissen, wie er aussieht.
Als Thula zurückkehrte, warteten die anderen Wale bereits. Sie hatten nichts gehört – und doch etwas gespürt. Ruhe. Wärme. Ein Gefühl von Angekommensein.
Von diesem Tag an wusste Thula:
Man muss nicht laut sein, um gehört zu werden.
Man muss nicht groß sein, um Spuren zu hinterlassen.
Und irgendwo tief im Ozean, zwischen Strömung und Stille,
trägt das Meer bis heute ein kleines Lied.
Es heißt Thula.
Anne Seltmann 28.01.2026, 06.01| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Maritimer Mittwoch, Wal, Geschichte Lyrik, Poem, KI, Midjourney, Thula,


Alles Theater
staub im licht
der probe
bretter
die schon mehr wissen
als wir
stimmen
wärmen sich
an fremden sätzen
ein schritt zu viel
und es wird rolle
kostüme hängen
geduldig
voller möglichkeiten
hinter dem vorhang
atmen wir anders
lampen
machen aus nervosität
präsenz
applaus
ist ein geräusch
für später
jetzt
stehen wir da
im spiel
und hoffen
dass etwas von uns
durchkommt
~*~

Anne Seltmann 27.01.2026, 14.09| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Ich seh rot 2016, Ich seh rot 2017, Ich seh rot 2019, Ich seh rot 2018, rot, Ich seh rot 2020, Ich seh rot 2021, Ich seh rot 2022, Ich seh rot 2023, Ich seh rot 2024, Ich seh rot 2025, Theater,

Anne Seltmann 26.01.2026, 17.15| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: AktuellePerlen

Windmühlen faszinieren seit Jahrhunderten als Symbole für menschlichen Einfallsreichtum und die Nutzung natürlicher Kräfte. Sie verbinden Technik, Landschaft und Geschichte auf einzigartige Weise und prägen bis heute unser Bild von nachhaltiger Energie und traditionellem Handwerk.
Die ersten Windmühlen entstanden bereits vor über 1.000 Jahren, vermutlich im 7. Jahrhundert im Gebiet des heutigen Persiens. Dort nutzte man sie zunächst zum Mahlen von Getreide und zum Bewässern. Von dort aus verbreitete sich die Technik über den arabischen Raum nach Europa, wo Windmühlen ab dem 12. Jahrhundert weiterentwickelt und perfektioniert wurden.
Einen einzelnen Erfinder gibt es nicht- die Windmühle ist das Ergebnis kollektiver Innovation über viele Generationen hinweg. Bis heute stehen sie für Fortschritt, Anpassung und die Kraft des Windes.
Anne Seltmann 26.01.2026, 09.32| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Mosaik Monday, Heidrun, Windmühlen,