Wenn Babys „lieben und Produkte „fühlen



[KI generiert]



Ich sehe nur selten fern, aber selbst dabei bleibt man von Werbung nicht verschont.
Dabei schnappt man hier und da einige Werbesprüche auf, über die man oft nur den Kopf schütteln kann.
Irgendwann habe ich mir dann die Mühe gemacht und angefangen, einige dieser Texte zu sammeln.

 

Als erstes fällt mir dieser Werbespruch in den Sinn „Babys lieben es sich im Schlaf zu bewegen!" Dieser Satz klingt wie typisches Marketing-Deutsch: eine scheinbar emotionale Aussage, die eigentlich kaum etwas Konkretes sagt.

„Babys lieben es, sich im Schlaf zu bewegen wirkt deshalb schwachsinnig, weil Babys sich nicht bewusst entscheiden oder „lieben, sich zu bewegen. Bewegung im Schlaf ist bei Babys schlicht normaler Entwicklungs- und Reflexprozess. Der Werbespruch vermenschlicht das Verhalten, damit Eltern emotional angesprochen werden und das Produkt fürsorglicher wirkt.

Außerdem ist der Satz logisch etwas schief:
Wenn Babys sich im Schlaf bewegen, tun sie das automatisch—nicht weil sie ein Bedürfnis formulieren wie ein Erwachsener. Dadurch klingt der Spruch schnell künstlich oder manipulativ.


„Weil Ihr Baby nur das Beste verdient.
Klassiker. Niemand würde freiwillig sagen: „Mein Baby bekommt heute Mittelmaß. Der Spruch erzeugt Schuldgefühl statt Information. Was genau ist denn „das Beste? Meist nur ein normales Produkt mit Aufpreis.

„Für glückliche Nächte.
Als würde eine Windel oder Matratze plötzlich familiäre Harmonie herstellen. Babys wachen trotzdem auf, Eltern bleiben müde. Der Satz verkauft eine Fantasie.

„Natürlicher Komfort.
Einer der leersten Begriffe überhaupt. Fast alles kann als „natürlich vermarktet werden. Baumwolle? Natürlich. Plastik in Beige? Plötzlich auch „natürlich. Klingt gesund, sagt aber oft nichts.

„Entwickelt mit Liebe.
Nein. Entwickelt wurde es wahrscheinlich in Meetings, Excel-Tabellen und Marketingrunden. Liebe ist kein technischer Qualitätsstandard.

„Inspiriert von der Natur.
Besonders lustig bei stark verarbeiteten Produkten mit 27 Inhaltsstoffen und dreifacher Plastikverpackung.

„Premium.
Eines der am meisten missbrauchten Wörter überhaupt. Heute ist selbst Tankstellen-Sandwich „Premium. Der Begriff ist fast bedeutungslos geworden.

„Der Geschmack von Freiheit.
Bei einem Energydrink! Du kaufst Zuckerwasser mit Koffein, keine politische Revolution.

„Grenzenloser Fahrspaß.
Du stehst trotzdem 40 Minuten im Stau auf der A7.

„Mehr als nur ein Auto.
Stimmt. Meist auch Versicherung, Werkstattkosten, Wertverlust und Parkplatzsuche.






Anne Seltmann 01.05.2026, 07.21| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: AktuellePerlen | Tags: Werbung, Werbetext, Werbesprache, Marketing, Werbesprüche, Konsumkritik, Markenbotschaften, Sprachkritik, Medienkritik, Alltagsbeobachtung, Gesellschaft,

Black and White Mai 2026





Morgennebel

die dinge
treten zurück
als wollten sie
sich selbst
nicht stören

 

ein tropfen
hält kurz
am rand

 

zögert
oder erinnert sich

 

dann
gleitet er

 

nicht nach unten
eher
aus der form

 

in die stille des windes

die nichts sagt
und doch
alles trägt

~*~


© Anne Seltmann








Anne Seltmann 01.05.2026, 06.00| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Tags: Black an White Mai 2026, Black and White, Marius, Wassertropfen, Gedicht, Poem, Lyrik,

Dem Genuss auf der Spur



Was`n das? 


Ich sag euch: Das sind...

Rhabarberschnitten – sauer macht lustig (und richtig lecker!)

Es gibt ja zwei Sorten Menschen: Die, die Rhabarber lieben…und die, die ihn noch nie richtig gut gegessen haben Diese Schnitten gehören definitiv zur ersten Kategorie. Fruchtig, cremig, leicht frech – genau wie ich an guten Tagen.  

 

Was du brauchst (für ca. 20 glückliche Stücke)

Für den fruchtigen Teil:

* 1 kg Rhabarber (ja, das ist kein bisschen übertrieben )

* 4 EL Zucker

* 2 Pck. Vanillezucker

* 1 Pck. Vanillepuddingpulver


Für den fluffigen Boden:

* 3 Eier

* 130 g Zucker

* 1 Pck. Vanillezucker

* 1 Prise Salz

* 60 ml Öl

* 80 ml Orangenlimonade (ja, wirklich – trust the process )

* 130 g Mehl

* ½ Pck. Backpulver

 

Für die „Ich-könnte-mich-reinlegen-Schicht:

* 600 ml Sahne

* 2 Pck. Vanillezucker

* 2 Pck. Sahnesteif


Und obendrauf:

* 1 Packung Butterkekse

* optional: etwas Zimt (für die Seele )

 

So wirds gemacht (ohne Drama, versprochen)

 

1. Rhabarber – der Star der Show

Schälen, schnippeln und zusammen mit Zucker, Vanillezucker und einem kleinen Schluck Wasser weich kochen.

Der Rhabarber soll schön zerfallen, nicht rebellieren.

Dann das angerührte Puddingpulver rein – kurz aufkochen, bis alles schön andickt.

Abkühlen lassen (Geduld ist hier wirklich dein Freund).


2. Der Boden

(Backofen auf 160 °C vorheizen.)

Eier, Zucker, Vanillezucker und Salz ca. 10 Minuten aufschlagen, bis du denkst:

„Wow, ich könnte das jetzt schon essen.

Dann Öl und Limo rein (ja, immer noch ernst gemeint ),

Mehl u. Backpulver vorsichtig unterheben.

Ab aufs Blech und ca. 20 Minuten backen.

→ Goldgelb ist gut, Kohle eher nicht.

 

3. Schichten wie ein Profi

Abgekühlten Boden mit dem Rhabarberkompott bedecken.

Nicht geizen – wir sind hier nicht im Sparmodus.

 

4. Sahne = Glück

Sahne mit Vanillezucker und Sahnesteif steif schlagen

und großzügig auf dem Rhabarber verteilen.

Optional etwas Zimt drüber – weil wir können.

 

5. Das große Finale

Butterkekse obendrauf legen.

Ja, einfach drauf. Keine Diskussion.

 

WICHTIG (wirklich!)

Das Ganze am besten über Nacht in den Kühlschrank stellen.


  1.  Die Kekse werden weich
  2.  alles verbindet sich
  3.  und plötzlich ist es… perfekt

 

Fazit

Fruchtig. Cremig. Knusprig-weich.

Und gefährlich schnell weg.

 



Anne Seltmann 29.04.2026, 09.39| (6/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: KulinarischePerlen | Tags: Rhabarber, Kekse,

Ich schlafe nicht – ich überlebe nur die Nacht...


[Bildarchiv meines Mannes 1997]


...Ich habe daraus inzwischen ein Hobby gemacht. Abends gegen 20:00 sitze ich auf der Couch und nicke weg. Früher fand ich das bei meiner Mutter unfassbar lustig. Heute bin ich sie. Das Leben hat Humor. Einen ganz eigenen. Also schleiche ich mich gegen 21:00 ins Bett, voller Hoffnung und mit der naiven Einstellung: Heute wird alles anders.

Ich lese ungefähr vier bis sieben Zeilen – nicht aus Interesse, sondern weil meine Augen einfach beschließen, den Betrieb einzustellen. Perfekt, denke ich. Jetzt gehts los. Schlaf! Eine Stunde später liege ich immer noch da und denke über existenzielle Fragen nach. Zum Beispiel: Warum verkrampfen Waden eigentlich nachts und nicht tagsüber, wenn man Zeit hätte? Denn natürlich melden sich auch noch Fuß- und Wadenkrämpfe – als wären sie Teil eines Abendprogramms, für das ich nie Tickets gekauft habe. Also Limptar. Wirkt schnell. Ich auch – endlich.

Und dann… um Punkt 4:00 Uhr: die Blase. Konsequent, unbestechlich und komplett humorlos. Ich liege also da und verhandle: Aufstehen = wach. Nicht aufstehen = auch wach. Ein klassisches Patt.

Aber das eigentliche Highlight kommt ja noch. Neben mir liegt mein Lieblingsmensch. Der schläft. Sehr friedlich. So friedlich, dass er offenbar parallel einen kompletten Wald verarbeitet. Mit Motorsäge. Ohne Pause. Ich habe ja Stöpsel. Die trage ich auch. Eine Zeit lang. Dann stören sie. Ich nehme sie raus. Und exakt in diesem Moment beginnt die Nachtschicht im Sägewerk neben mir.

Es ist beeindruckend. Wirklich. Ich liege also da, mit krampfbereiten Beinen, diskussionsfreudiger Blase und einem Mann, der offenbar Brennholz für ganz Europa produziert.

Am Ende bleibt nur die Erkenntnis: Ich schlafe vielleicht nicht gut – aber ich wohne eindeutig im bestausgestatteten All-in-One-Erlebnispark aus Krankenhaus, Holzindustrie und Comedy!





Anne Seltmann 28.04.2026, 14.42| (4/3) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PrivatePerlen | Tags: Schlaf

Projekt: Ich seh rot 259/2026









Irgenwo in Paris

es ist nichts besonderes

und genau deshalb

 

bleibt es

 

ein ort

an dem niemand wartet

 

und trotzdem

alles möglich scheint

 

der tag

verliert hier nichts

 

er lässt nur los

 

ein wenig zeit

ein wenig atmen

 

und etwas

dass man nicht benennt

 

geht mit

ohne zu fragen

~*~

© Anne Seltmann








Anne Seltmann 28.04.2026, 08.59| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Tags: Ich seh rot 2016, Ich seh rot 2017, Ich seh rot 2019, Ich seh rot 2018, rot, Ich seh rot 2020, Ich seh rot 2021, Ich seh rot 2022, Ich seh rot 2023, Ich seh rot 2024, Ich seh rot 2025, Ich seh rot 2026, Paris, Parkplatz,

Montagsherz N° 658







Ein Herz, ein HUHU und schon ist der Montag ein bisschen netter!

Nun seid ihr wieder gefragt. Zeigt mir eure Herzen.


Nächster Termin:

11. Mai 2026









Anne Seltmann 27.04.2026, 01.00| (7/2) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Tags: Montagsherz, Herz, Frau Waldspecht, Holzwand, HUHU,