
In einer stillen Sommernacht saß ein kleiner, süßer Igel auf einem warmen Stein mitten auf der Wiese. Um ihn herum leuchteten Glühwürmchen wie winzige Sterne, und die Blumen wiegten sich sanft im kühlen Abendwind.
Grischa, so hieß der kleine Igel, hob seine Knopfaugen zum Himmel. Dort stand der Mond, groß, rund und hell, als würde er nur für ihn scheinen. "Oh, wie wunderschön du bist!", seufzte Grischa leise. „Wenn ich doch nur zu dir hinaufklettern könnte…"
Er stellte sich vor, wie es wäre, auf dem Mond zu hüpfen, über Wolken zu springen und die Erde von oben zu betrachten. In seinen Gedanken tanzten Sterne um ihn herum, und kleine Sternschnuppen funkelten wie winzige Diamanten am Himmel.
Während Grischa so träumte, hörte er plötzlich ein leises Rascheln im Gras. Eine kleine Feldmaus lugte neugierig hervor. "Was machst du da, Grischa?", piepste sie.
"Ich bewundere den Mond", antwortete Grischa. "Er ist so groß und hell… und irgendwie fühlt es sich an, als würde er mir zuhören."
Die Maus lächelte. "Dann will ich auch ein bisschen den Mond ansehen!" Gemeinsam saßen sie still, lauschten der Nacht und beobachteten die Sterne. Die Luft war kühl, aber die Freundschaft wärmte ihre kleinen Herzen.
Bald entdeckten sie noch mehr Nachtbewohner: einen Frosch, der leise quakte, während er auf einem Seerosenblatt balancierte, und eine Eule, die hoch oben in den Bäumen saß und mit ihren großen Augen den Nachthimmel betrachtete. Alles schien in dieser Nacht besonders friedlich, besonders magisch zu sein.
Grischa erzählte seinen neuen Freunden von seinen Träumen. "Wenn ich einmal groß bin, möchte ich die Welt entdecken", sagte er. "Aber heute Nacht reicht es mir, einfach hier zu sitzen und den Mond zu bewundern."
Die Stunden vergingen, und langsam senkte sich der Mond tiefer über die Wiese. Grischa gähnte. Die Glühwürmchen summten leise um ihn herum, als wollten sie ihn in den Schlaf begleiten. Er kuschelte sich in sein Nest aus Gras und Blättern, die kleinen Freunde um ihn herum.
"Gute Nacht, lieber Mond", flüsterte Grischa noch einmal, "danke, dass du heute mit mir geleuchtet hast und mir die Nacht so schön gemacht hast."
Und während die Sterne langsam verblassten und die ersten Sonnenstrahlen die Wiese berührten, schlief Grischa ein. Er träumte von Sternen, vom Mond und von all den Abenteuern, die eines Tages noch auf ihn warten würden.
Denn selbst ein kleiner Igel wie Grischa wusste: Mit einem großen Herzen und einem offenen Blick auf die Welt ist kein Traum zu fern, kein Mond zu weit.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 16.01.2026, 09.35| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: EigeneWortPerlen | Grischa, KI, Midjourney, Geschichten, Poem, Lyrik,

Es war einmal eine sehr kleine Biene mit besonders flauschigen Flügeln. Sie hieß Mila und lebte in einem Garten, der so bunt war, dass selbst der Regen manchmal stehen blieb, um ihn zu bewundern.
Mila war kleiner als alle anderen Bienen. Wenn der Wind kam, musste sie sich an Gänseblümchen festhalten, damit er sie nicht wie ein Staubkorn davontrug. Doch was ihr an Größe fehlte, machte sie mit Neugier wieder wett. Sie wollte jede Blüte kennenlernen, jeden Duft probieren und jedes Geheimnis des Gartens entdecken.
Eines Morgens fand sie eine weiße Blume, so zart und leuchtend, dass sie aussah wie ein kleines Stück Himmel. "Hier bleibe ich", summte Mila glücklich. Die Blume wurde ihr Lieblingsplatz. Von dort aus beobachtete sie die Welt: die Ameisen bei ihrer Arbeit, die Schmetterlinge beim Tanzen und die Sonne, die langsam über die Blätter kletterte.
Die anderen Bienen lachten manchmal über sie. "Du bist viel zu klein, um wichtig zu sein", sagten sie. Aber Mila wusste es besser. Denn immer, wenn sie von Blüte zu Blüte flog, hinterließ sie ein wenig goldenen Staub – und half damit, dass neue Blumen wachsen konnten.
Eines Tages kam ein großer Sturm über den Garten. Viele Blumen knickten um, und selbst die starken Bienen fanden kaum Halt. Doch Mila flog unermüdlich von Pflanze zu Pflanze und half, wo sie konnte. Am Ende des Tages sagte die älteste Biene des Stocks: "Manchmal sind es die Kleinsten, die das größte Herz haben."
Seitdem wusste jeder im Garten: Diese winzige, flauschige Biene war etwas ganz Besonderes.
Und Mila?
Die summte zufrieden auf ihrer weißen Lieblingsblume und dachte:
"Groß sein kann jeder. Aber klein und mutig – das ist ein echtes Abenteuer!
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 16.01.2026, 09.11| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: EigeneWortPerlen | Geschichte, Mila, Poem, Lyrik, Biene, KI, Midjourney,


Inventar der Bäume
Heute tragen die Bäume
ihr zweites Gewicht.
Nicht das der Jahre,
nicht das der Ringe,
sondern ein helles,
geliehenes Weiß.
Jeder Ast
ein vorsichtiges Regal,
auf dem der Winter
sein Geschirr abstellt.
Die Fichten stehen da
wie Tiere, die gelernt haben
ganz still zu atmen.
Birken –
mit Schultern aus Schnee,
als hätten sie sich
für etwas entschuldigt.

Der Garten wird langsam
zu einem Archiv
von Formen, die sonst
nur der Wind kennt.
Man könnte meinen,
die Stämme hörten zu,
wie die Flocken
leise ihren Namen sagen.
Unter der Last
beugen sie sich
in einer geduldigen Grammatik:
Satzzeichen aus Holz und Kälte.
Ich gehe hindurch
und trage das Knirschen
an den Schuhen davon,
als kleine Beweise.
Gegen Abend
wird alles schwerer,
auch das Licht.
Dann hängen die Bäume
voller Schnee
wie unausgesprochene Sätze –
schön
und ein wenig gefährdet.
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 15.01.2026, 10.37| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Marius, Marius Natur Thursday, Nature Thursday, Natur, Winter, Bäume, Gedicht, Poem, Lyrik,

Anne Seltmann 14.01.2026, 00.00| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Miau-velous Moments, Katzen, Balkon,
Freundinnen bleiben wir immer
Ich erinnere mich noch an den Moment, als wir uns das erste Mal wirklich offen begegnet sind. Zwischen Lachen und Zögern entstand etwas, das wir damals noch nicht benennen konnten. Es war kein lauter Anfang, sondern ein leises Gefühl von Vertrautheit. Mit den Jahren haben wir Erinnerungen gesammelt und Krisen gemeinsam überwunden.Du kennst meine Zweifel genauso gut wie meine Stärken. Oft reicht ein Blick, um zu wissen, was die andere fühlt.
In stillen Momenten bedeutet mir deine Nähe mehr als jedes Wort. Wir haben gelernt, dass Freundschaft auch Abstand und Unterschiede aushält. Manchmal gingen wir eigene Wege, doch verloren haben wir uns nie. Deine Ehrlichkeit erinnert mich daran, wer ich wirklich bin.Selbst wenn das Leben laut und fordernd wird, bleibt unsere Verbindung still und tragfähig . Ich weiß, dass ich bei dir ich selbst sein darf, ohne etwas erklären zu müssen.
Unsere Freundschaft ist für mich ein Zuhause, weil sie wahr, geduldig und gewachsen ist.Sie braucht keine täglichen Worte, sondern Beständigkeit. Und egal, was noch kommt- Freundinnen bleiben wir immer, auf unsere Weise.
[Das ist ein Lückentext, die fettgedruckten Worte sind meine Eingaben ]
Anne Seltmann 13.01.2026, 05.22| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Kurzgeschichten, Manuela, Lückentext, Geschichten,


Anne Seltmann 12.01.2026, 07.27| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | I see faces, Ruthie, Paprik, Pareidolie,

Zu dem Projekt von Ruthie "I see faces" habe ich einige Bilder zusammengestellt.
In diesem Projekt werden Gesichter gezeigt, die keine sind, man sie aber dennoch sieht. Das Ganze nennt sich Pareidolie.
Pareidolie ist das Phänomen, bei dem dein Gehirn
beschließt, überall Gesichter zu sehen, auch dort, wo ganz eindeutig keine sind-
und sich dabei für besonders clever hält.
Eine Steckdose schaut dich plötzlich streng an. Der Mond wirkt beleidigt. Ein Auto vorne sieht aus, als würde es gleich etwas sagen wie: "Was schaust du so?"
Dein Verstand denkt sich dabei: "Lieber einmal zu viel ein Gesicht erkennen als einmal zu wenig. Könnte ja ein Säbelzahntiger sein. Oder ein Toast."
Pareidolie ist also die Kunst, aus Wolken Drachen zu machen,aus Kaffeeflecken Propheten und aus einem zusammengeknüllten Pullover einen traurig dreinblickenden Hund.
Kurz gesagt: Dein Gehirn liebt Muster so sehr, dass es notfalls welche erfindet- und dich dann davon überzeugt, dass der Lichtschalter dich gerade anlächelt.
Völlig normal. Nur… der Lichtschalter meint es nicht persönlich. 
Anne Seltmann 12.01.2026, 07.13| (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Mosaik Monday, Heidrun, I see faces, Pareidolie, Ruthie,