Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: KI

Muttertag


[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]





Mütter sind die leisen Heldinnen dieser Welt.
Nicht die aus Filmen oder Geschichten- 
sondern die echten.
Die müden.
Die starken.

Die, die morgens zuerst wach sind
und nachts zuletzt schlafen.
Die mit tausend Gedanken einschlafen
und trotzdem noch fragen:
„Hast du genug gegessen?

Sie tragen Kinder
unter dem Herzen- 
und oft ein Leben lang darin.

Sie halten kleine Hände,
bis diese groß genug sind,
loszulassen.
Und selbst dann
lassen sie niemals wirklich los.

Mütter trösten,
ermutigen,
fangen auf
und machen aus gewöhnlichen Tagen
ein Zuhause.

Oft vergessen sie sich selbst.
Weil sie lieber geben als nehmen.
Lieber sorgen als klagen.
Lieber tragen als fallen.

Manchmal sind sie laut
wie ein Sommergewitter.
Manchmal still
wie ein Nachtlicht im Flur.

Aber ihre Liebe bleibt.
Immer.

Heute ist Muttertag.
Und eigentlich ist ein einziger Tag
viel zu klein
für alles, was Mütter leisten.

Darum danke.
An alle Mütter dieser Welt.

An die starken und die erschöpften.
An die fröhlichen und die zweifelnden.
An die jungen und die alten.
An die lauten und die stillen.

Ihr seid das warme Licht
in so vielen Leben.


© Anne Seltmann






Anne Seltmann 10.05.2026, 00.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Der sanfte Riese des Meeres


[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]




Der große Wal glitt langsam durch das tiefe Blau des Meeres, ruhig und majestätisch, als trüge er die Gelassenheit aller Ozeane in sich. Um ihn herum wirbelten unzählige kleine Goldfische wie flüssiges Sonnenlicht durchs Wasser. Sie tanzten um den stillen Giganten, neugierig, verspielt und ohne Angst.

Der Wal schien ihre hastigen Bewegungen kaum wahrzunehmen. Mit jedem langsamen Schlag seiner mächtigen Fluke zog er weiter durch das endlose Blau, als kenne er Wege, die älter waren als jeder Sturm und tiefer als jede Erinnerung. Auf seinem Rücken glitten silberne Lichtreflexe wie wandernde Wolken über dunkles Gestein.

Die Goldfische dagegen waren reine Unruhe. Mal schossen sie wie goldene Pfeile auseinander, mal sammelten sie sich zu leuchtenden Schwärmen, die im Sonnenlicht funkelten wie verstreute Münzen auf dem Meeresgrund. Einige wagten sich dicht an das Auge des Wals heran, als wollten sie herausfinden, welche Geheimnisse sich darin verbargen.

Doch in diesem Auge lag keine Bedrohung. Nur Ruhe. Eine uralte, beinahe traurige Ruhe, wie sie nur Wesen kennen, die seit Jahrhunderten die Ozeane durchwandern.

Manchmal öffnete der Wal langsam sein riesiges Maul und ließ gewaltige Wasserströme an sich vorbeiziehen. Die kleinen Goldfische flohen dann erschrocken auseinander, kehrten aber kurz darauf wieder zurück, als hätten sie verstanden, dass dieser sanfte Riese keinem Lebewesen etwas zuleide tun wollte.

Über ihnen brach das Sonnenlicht durch die Wasseroberfläche und verwandelte das Meer in eine schimmernde Welt aus Blau, Türkis und Gold. Es war, als hätte die Stille selbst begonnen zu leuchten.

Und während der Wal weiter durch die Tiefe zog, folgten ihm die kleinen Goldfische wie tanzende Gedanken…leicht, flüchtig und voller Leben.



© Anne Seltmann





Anne Seltmann 08.05.2026, 10.07 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Flieg, kleiner Schmetterling








flieg
kleiner schmetterling
durch die ränder des tages

 

wo das licht
nicht entscheidet
ob es bleiben will

 

deine bewegung
ein tastendes schreiben
in die luft

 

kein plan
nur richtung
die sich beim fliegen ergibt

 

du streifst
an dingen vorbei
die namen haben

 

und lässt sie
unberührt zurück

 

so le icht
dass selbst der wind
dich kaum festhalten kann

 

flieg

bis auch das sehen
dich verliert

 

und nur noch
ein leises
vielleicht
übrig bleibt


~*~

© Anne Seltmann











Anne Seltmann 07.05.2026, 06.23 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 251








Eigentlich habe ich ja genug Kaffeebecher...eigentlich...









Anne Seltmann 06.05.2026, 16.08 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 250



 


Zwischen dir und dem Wind

 

so viel himmel

zwischen den linien

 

die segel

halten wind

ohne ihn zu besitzen

 

weiß

gegen blau

ein gespannter zustand

 

du siehst nach oben

und verlierst

den boden

 

nicht ganz

 

nur genug

um zu ahnen

 

dass richtung

nicht festliegt

 

sondern entsteht

 

im ziehen

im nachgeben

 

im offenen

 

zwischen dir

und dem wind


~*~

© Anne Seltmann





Angelas...





Anne Seltmann 22.04.2026, 22.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Weisheiten am Samstag N° 94


[Bild KI generiert]




Denn Schaukeln ist mehr als ein Spiel.
Die gleichmäßige Bewegung stärkt unseren Gleichgewichtssinn, lässt uns den eigenen Körper bewusster spüren und wirkt zugleich beruhigend auf unser Inneres.

Dieses sanfte Hin und Her gibt Sicherheit, löst Anspannung und schenkt ein Gefühl von Leichtigkeit – fast wie ein kleines Stück Freiheit.

Vielleicht lieben Kinder das Schaukeln deshalb so sehr.
Und vielleicht sollten wir es uns einfach bewahren!








Anne Seltmann 18.04.2026, 07.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 249




 

Als der Strandkorb laufen lernte

In den Anfangsjahren war der >> Strandkorb << noch ein Luxusgut.
Wer darin sitzen wollte, musste ihn nicht nur mieten – er wurde oft eigens zum gewünschten Platz getragen.

An vielen Badeorten gehörte es deshalb lange zum Strandbild, dass Angestellte morgens Dutzende Strandkörbe an den Strand schleppten, sie nach Sonnenstand ausrichteten und abends wieder einsammelten.

Später bekamen viele Modelle kleine Rollen oder wurden auf Schienen bewegt, damit man sie leichter dem Wind oder der Sonne anpassen konnte.

Und bis heute gibt es an manchen Küstenorten die Tradition, dass Strandkörbe morgens „ausgerichtet und abends wieder geschlossen werden – fast wie ein kleines tägliches Ritual.

So wurde aus einem schlichten Schutzmöbel ein Kultobjekt mit eigener Choreografie.









Anne Seltmann 15.04.2026, 06.29 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Juna und der Orca



[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]



Juna hatte schon immer das Gefühl, dass das Meer sie kannte.

Nicht nur mochte.

Nicht nur duldete.

Nein – es kannte sie, wie man einen Namen kennt, der einem einmal wichtig war.

Jeden Abend ging sie an den Steg, setzte sich und sprach mit den Wellen, als könnten sie antworten.

„Wenn du Geheimnisse hast, sagte sie zum Meer,

„dann darfst du sie mir erzählen.

Eines Abends war das Wasser ungewöhnlich still.

Der Wind hatte aufgehört, an den Dünen zu zupfen, und selbst die Möwen schienen zu lauschen.

Dann brach etwas Dunkles durch die Oberfläche.

Ein Rücken, schwarz wie Mitternacht.

Eine Flosse, hoch und glänzend.

Ein Orca.

Juna hielt den Atem an.

Der Orca kam näher, langsam, lautlos, bis seine Augen sie fanden – tief, klug, beinahe menschlich.

„Du hast lange genug gefragt, sagte eine Stimme.

Juna sah sich um.

Niemand war da.

„Hier, sagte die Stimme wieder, warm wie tiefer Donner.

Der Orca neigte den Kopf.

„Manchmal antwortet das Meer.

Juna trat bis zu den Knöcheln ins Wasser.

„Kannst du sprechen?

„Nur mit denen, die zuhören können.

Von diesem Abend an kam der Orca jede Nacht.

Er erzählte ihr von Städten aus Korallen unter dem Meer,

von Schiffen, die auf dem Grund schlafen,

von Walen, die Lieder kennen, älter als jede Sprache.

Und Juna erzählte ihm von der Welt an Land:

von Vögeln, die im Regen baden,

von Apfelkuchen,

und davon, wie sich Einsamkeit manchmal anfühlt.

 

„Die Menschen glauben oft, sagte der Orca eines Nachts,

„dass sie allein sind mit dem, was sie fühlen.

Dabei trägt jedes Wesen seine eigene Tiefe.

Juna legte die Hand auf seine nasse Stirn.

„Wirst du immer kommen?

Der Orca schwieg lange.

Dann sagte er:

„Nichts, was magisch ist, bleibt für immer.

Aber manches bleibt lange genug, um ein Herz zu verändern.

 

Und eines Morgens war das Meer wieder nur Meer.

Der Orca kam nicht mehr.

Doch wann immer Juna später Angst hatte,

oder sich klein fühlte in einer lauten Welt,

ging sie an den Strand.

Und irgendwo weit draußen

hob sich manchmal eine schwarze Flosse

für einen einzigen Augenblick

aus den Wellen.

Nur damit sie wusste:

 

Manche Freundschaften

verschwinden nicht.

Sie lernen nur, aus der Ferne zu leuchten.


© Anne Seltmann




Anne Seltmann 14.04.2026, 16.37 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Pina Teil II ...


Die Reise der verlorenen Wünsche


[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]



In der folgenden Nacht konnte Pina nicht schlafen.

Der Mond lag wie ein silbernes Versprechen über der Wiese, und etwas zog an ihr – leise, kaum spürbar, aber doch unübersehbar. Es war, als würde der Wind ihren Namen kennen.

„Pina…

Sie setzte sich auf, lauschte.

Da war es wieder. Kein Geräusch, kein Wort – eher ein Gefühl. Ein Ziehen in ihrem Herzen, leicht wie ein Hauch.

Sie flog los.

Über Gräser, die im Mondlicht schimmerten, über Blüten, die sich längst geschlossen hatten. Und dann sah sie sie.

Die Samen der Pusteblume.

Doch sie tanzten nicht mehr frei im Wind. Einige hingen schwer in der Luft, als hätten sie sich verirrt. Andere lagen still im Gras, als hätten sie ihren Weg verloren.

Pina flog näher.

„Was ist mit euch geschehen?, fragte sie leise.

Ein kaum hörbares Flüstern antwortete:
„Die Wünsche… wurden nicht zu Ende gedacht.

Pina runzelte die Stirn. „Was bedeutet das?

„Manche Wünsche, wisperte ein Samen, „werden begonnen… aber nicht geglaubt.

Die kleine Elfe spürte, wie etwas in ihr still wurde.

Sie streckte vorsichtig ihre Hand aus und berührte einen der Samen.

Augenblicklich sah sie Bilder.

Ein Kind, das sich etwas wünschte – und dann vergaß.
Ein Mensch, der hoffte – und dann zweifelte.
Ein Traum, der begann – und nicht weiterging.

Pina zog die Hand zurück.

„Können sie ihren Weg nicht allein finden?

„Nur, wenn jemand ihnen hilft, wieder leicht zu werden.

Die Elfe sah in den Himmel. Der Mond schwieg, aber sein Licht schien heller zu werden.

„Dann…, sagte Pina langsam, „bleibe ich bei euch.

Sie setzte sich ins Gras und begann, ganz leise, die Wünsche weiterzudenken.

Für jeden Samen ein kleines bisschen Hoffnung.
Für jeden Traum ein Stück Vertrauen.

Und nach und nach begannen die Samen wieder zu leuchten.

Erst schwach.
Dann stärker.

Einer nach dem anderen hob sich in die Luft, als hätten sie sich erinnert, wie man fliegt.

Pina lächelte.

„Geht nur, flüsterte sie. „Die Welt wartet auf euch.

Und als der erste Morgenhauch über die Wiese strich, war kein einziger verlorener Wunsch mehr zurückgeblieben.

Nur Pina saß noch da.

Und diesmal wusste sie ganz sicher:
Zauber war nicht nur etwas, das man findet.

Manchmal war er etwas,
das man weiterträgt.


 © Anne Seltmann




Anne Seltmann 14.04.2026, 06.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 248




Zwischen Möwen, Wasser und alten Kuttern:
mein Name.
Auf einem Schiff.
Einfach so. 
Kein Fake!






Anne Seltmann 08.04.2026, 06.23 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL