Heute ist Erntedankfest



[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]



Wenn ich an Erntedank denke, sehe ich gefüllte Körbe, Kürbisse, Ähren, Äpfel und die warmen Farben des Herbstes vor mir. Aber hinter diesem Fest steckt eine Geschichte, die viel älter ist, als man vielleicht denkt.

Schon lange bevor es das christliche Erntedankfest gab, feierten Menschen den Abschluss der Ernte. Denn für die Menschen früher war eine gute Ernte keine Selbstverständlichkeit. Von dem, was auf den Feldern wuchs, hing ab, ob die Familie gut durch den Winter kam. Getreide, Obst und Gemüse bedeuteten Nahrung – und damit schlicht Leben.

Deshalb gab es in vielen Kulturen Feste, bei denen man für die Ernte dankte. Man feierte das Ende der anstrengenden Feldarbeit, brachte die ersten oder schönsten Früchte zusammen und dankte für das, was die Erde hervorgebracht hatte.

Auch im Christentum bekam dieser Gedanke seinen festen Platz. Erntedank wurde zu einem Fest des Dankes an Gott für die Gaben der Natur und für das tägliche Brot. In Deutschland wird es heute meist am ersten Sonntag im Oktober gefeiert, wobei es regional auch andere Termine gibt.

Und vielleicht ist gerade das etwas Schönes: Ein Brauch, der aus einer Zeit kommt, in der Menschen noch sehr unmittelbar davon abhängig waren, was die Erde ihnen schenkte, hat sich bis heute erhalten.

Nur hat sich unser Blick auf die Ernte verändert.

Wir gehen in den Supermarkt und finden zu jeder Jahreszeit fast alles, was wir brauchen. Brot liegt fertig im Regal, Obst und Gemüse sind selbstverständlich geworden. Die wenigsten von uns müssen noch darüber nachdenken, ob die Ernte in diesem Jahr für den Winter reicht.

Und trotzdem tut es gut, sich einmal daran zu erinnern, wo all das beginnt.

Bei einem Samenkorn, das in die Erde fällt.
Bei Regen und Sonne.
Bei Menschen, die säen, pflanzen, pflegen und ernten.
Bei Feldern, die uns ernähren.
Und bei einer Natur, von der wir viel selbstverständlicher leben, als uns manchmal bewusst ist.

Vielleicht ist Erntedank deshalb heute wichtiger denn je.

Nicht nur als religiöses Fest. Sondern als kleine Erinnerung daran, dass vieles in unserem Leben nicht einfach aus dem Nichts entsteht.

Und vielleicht dürfen wir den Gedanken der Ernte sogar noch ein wenig weitertragen.

Denn auch in unserem eigenen Leben gibt es Dinge, die gewachsen sind.

Eine Freundschaft.
Ein neuer Mut.
Eine Begegnung.
Ein langer Weg, den wir geschafft haben.
Eine Erinnerung, die uns noch immer wärmt.
Menschen, die geblieben sind.
Und manchmal auch die Erkenntnis, dass wir stärker waren, als wir selbst geglaubt haben.

Nicht jede Saat geht auf. Nicht alles, was wir uns wünschen, wächst so, wie wir es geplant haben. Manche Dinge brauchen viel länger, andere verschwinden wieder.

Aber wenn wir heute einmal innehalten und unseren ganz persönlichen Erntekorb betrachten – vielleicht finden wir darin mehr, als wir gedacht haben.

Ein paar schöne Erinnerungen.
Ein bisschen Zuversicht.
Liebe.
Dankbarkeit.
Und vielleicht sogar Hoffnung auf das, was noch wachsen darf.

Erntedank bedeutet für mich deshalb nicht nur, für eine volle Ernte dankbar zu sein.

Es bedeutet, einmal stehenzubleiben und wahrzunehmen, wie viel Gutes längst da ist.

Und dafür einfach zu sagen:

Danke!




Anne Seltmann 04.10.2026, 09.09| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: AktuellePerlen | Tags: Erntedankfest, Ernte, KI, Midjourney,

Freitag ist Fischtag N°36


[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]



Arvid saß schon eine ganze Weile auf dem alten Steg und hielt seine Angel ganz fest. Die Mütze war ihm ein bisschen zu groß, die Gummistiefel ein bisschen zu gelb – aber zum Angeln, fand er, passte beides ganz wunderbar. Plötzlich zupfte etwas an der Schnur. Arvid hielt den Atem an.

„Hab ich dich!, flüsterte er. Doch als er vorsichtig die Angel hochzog, baumelte dort ein kleiner Fisch im Wasser. Er schaute Arvid an. Arvid schaute zurück.

„Du bist aber klein. Der Fisch machte einen kleinen Sprung. Arvid musste lachen. „Na gut, sagte er, „du darfst wieder nach Hause. Er ließ die Schnur locker und der Fisch verschwand mit einem fröhlichen Platscher im See. Arvid setzte sich wieder hin und hielt die Angel ins Wasser. Vielleicht, dachte er, würde heute ja noch jemand anbeißen. Aber eigentlich war er schon zufrieden. Denn manchmal ist ein kleiner Fisch viel schöner als ein großer Fang.


© Anne Seltmann




Anne Seltmann 02.10.2026, 08.05| (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Tags: Freitag, Fischtag, Fisch, KI, Midjourney, Poem, Lyrik, Geschichte,

Emil und die blaue Mütze Teil 2


[Alle Bilder KI generiert / Text © Anne Seltmann]


Seit Emil seine blaue Mütze trug, war auf dem kleinen Bauernhof nichts mehr so, wie es einmal gewesen war.

Die Tiere hatten sich inzwischen daran gewöhnt, dass Emil morgens mit hoch erhobenem Kopf über den Hof stolzierte. Sogar die Hühner machten ihm Platz. Schließlich wusste inzwischen jeder: Wo Emil mit seiner blauen Mütze auftauchte, konnte jederzeit etwas passieren.

Und tatsächlich dauerte es nicht lange.

Eines Morgens stand Emil am Teich und starrte lange über den Zaun. „Was guckst du denn so?, fragte die Katze. „Ich glaube, sagte Emil, „ich habe Fernweh. „Fernweh? Du bist eine Gans. „Na und? Gänse können fliegen. Die Katze sah zu Emils blauer Mütze. „Mit der? Emil nickte stolz.

„Gerade mit der!

Also packte Emil einen kleinen Rucksack, steckte ein Stück Brot hinein und zog die Mütze besonders tief über die Ohren. Er flog los. Leider kam er nicht besonders weit. Die Mütze flatterte so heftig im Wind, dass Emil plötzlich rückwärts flog.


„Das ist kein Rückflug!, schnatterte er empört. „Das ist Gegenwind! Er landete schließlich auf einem Heuhaufen.





Aber Emil gab nicht auf.

 Einige Tage später entdeckte Emil am Horizont einen alten Leuchtturm. „Da muss ich hin! Also marschierte er los. Den ganzen Weg über traf er Tiere, die ihn neugierig musterten. Ein Esel fragte:„Warum trägst du eine blaue Mütze? „Weil ich sie mag. Ein Schaf fragte: „Ist sie warm? „Sehr. Ein Frosch fragte: „Kann ich sie mal ausprobieren? „Nein.

Emil war schließlich Emil.

Am Leuchtturm angekommen, setzte er sich auf die oberste Stufe und blickte hinaus aufs Meer. Da kam eine kräftige Windböe. Pffffft! Emils blaue Mütze flog davon.

„Meine Mütze! Emil rannte hinterher. Die Mütze segelte über den Strand, hüpfte über einen Stein und landete schließlich direkt auf dem Kopf eines kleinen Seehundes.






Der Seehund blinzelte. Emil blinzelte. Dann sagte der Seehund: „Steht mir eigentlich ganz gut. Emil musste lachen.

„Für fünf Minuten.


Fotsetzung folgt!


29.09.2026, 15.51| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: AktuellePerlen

"Achtung, kann Spuren von Fernweh und Bilderlust enthalten!



Kalender kann jeder – ich mache lieber Bilder, die es so nicht gibt!

Was passiert, wenn die eigene Fantasie plötzlich keine Grenzen mehr kennt?

Bei meinen Kalenderprojekten darf genau das passieren. Ich denke mir Geschichten, ungewöhnliche Figuren, verrückte Situationen und ganze kleine Bildwelten aus – und mit Künstlicher Intelligenz werden daraus Bilder, die vorher nur in meinem Kopf existiert haben.

Ob skurril, poetisch, märchenhaft, humorvoll oder einfach ein bisschen anders: Ich liebe es, Ideen auszuprobieren und zu sehen, wohin die Reise geht.

Nur einer meiner Kalender zeigt meine eigenen Fotografien. Alle anderen sind kleine Ausflüge in meine Fantasie – entstanden mit KI und ganz viel Freude am Erfinden, Gestalten und Ausprobieren.

Einige dieser Bildwelten habe ich inzwischen auch als Kalender zusammengestellt. Und weil ich mich manchmal selbst kaum entscheiden kann, welcher mir am besten gefällt, dürft ihr einfach ein bisschen mitstöbern.

Meine Kalender findet ihr auf  >> Pinterest <<  – vielleicht entdeckt ihr dort ja eine Bildwelt, die euch genauso begeistert wie mich.




Anne Seltmann 29.09.2026, 15.20| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: GrafischePerlen | Tags: Pinterest, KI, Midjourney, Kalender, Calvendo,

Sprachsalat à la carte

[Bild KI generiert]


Parvenü

Ein Parvenü ist jemand, der plötzlich zu Geld, Einfluss oder gesellschaftlichem Ansehen gekommen ist – und nun mit aller Kraft beweisen möchte, dass er schon immer genau dorthin gehört hat.

Kurz gesagt: Gestern noch Hinterhof, heute schon goldene Türklinke – und bitte alle schön hinschauen!

Der Parvenü liebt Statussymbole. Ein großes Auto? Muss sein. Eine protzige Uhr? Natürlich. Ein möglichst wichtig klingender Name auf der Einladungsliste? Unbedingt. Und wenn er beim Champagnertrinken ganz nebenbei erwähnt, was die neue Designercouch gekostet hat, dann war das selbstverständlich nur eine beiläufige Information.

Das Wort kommt übrigens aus dem Französischen „parvenu und bedeutet sinngemäß „Emporgekommener.

Merksatz:

Ein Parvenü ist jemand, der die gesellschaftliche Leiter hochgeklettert ist – und oben angekommen erst einmal überprüft, ob auch wirklich alle gesehen haben, wie er das geschafft hat





Anne Seltmann 29.09.2026, 05.38| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Tags: Sprachsalat à la carte, Fremdwörter, Parvenü, Fremdwort,