Ausgewählter Beitrag

Seit Emil seine blaue Mütze trug, war auf dem kleinen Bauernhof nichts mehr so, wie es einmal gewesen war.
Die Tiere hatten sich inzwischen daran gewöhnt, dass Emil morgens mit hoch erhobenem Kopf über den Hof stolzierte. Sogar die Hühner machten ihm Platz. Schließlich wusste inzwischen jeder: Wo Emil mit seiner blauen Mütze auftauchte, konnte jederzeit etwas passieren.
Und tatsächlich dauerte es nicht lange.
Eines Morgens stand Emil am Teich und starrte lange über den Zaun. „Was guckst du denn so?, fragte die Katze. „Ich glaube, sagte Emil, „ich habe Fernweh. „Fernweh? Du bist eine Gans. „Na und? Gänse können fliegen. Die Katze sah zu Emils blauer Mütze. „Mit der? Emil nickte stolz.
„Gerade mit der!
Also packte Emil einen kleinen Rucksack, steckte ein Stück Brot hinein und zog die Mütze besonders tief über die Ohren. Er flog los. Leider kam er nicht besonders weit. Die Mütze flatterte so heftig im Wind, dass Emil plötzlich rückwärts flog.

„Das ist kein Rückflug!, schnatterte er empört. „Das ist Gegenwind! Er landete schließlich auf einem Heuhaufen.

Aber Emil gab nicht auf.
Einige Tage später entdeckte Emil am Horizont einen alten Leuchtturm. „Da muss ich hin! Also marschierte er los. Den ganzen Weg über traf er Tiere, die ihn neugierig musterten. Ein Esel fragte:„Warum trägst du eine blaue Mütze? „Weil ich sie mag. Ein Schaf fragte: „Ist sie warm? „Sehr. Ein Frosch fragte: „Kann ich sie mal ausprobieren? „Nein.
Emil war schließlich Emil.
Am Leuchtturm angekommen, setzte er sich auf die oberste Stufe und blickte hinaus aufs Meer. Da kam eine kräftige Windböe. Pffffft! Emils blaue Mütze flog davon.
„Meine Mütze! Emil rannte hinterher. Die Mütze segelte über den Strand, hüpfte über einen Stein und landete schließlich direkt auf dem Kopf eines kleinen Seehundes.

Der Seehund blinzelte. Emil blinzelte. Dann sagte der Seehund: „Steht mir eigentlich ganz gut. Emil musste lachen.
„Für fünf Minuten.
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