Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag:

Hand aufs Herz


Was schiebe ich gern vor mir her?

 

Da gibt es tatsächlich ein paar Dinge…

*Arztbesuche zum Beispiel. Nicht wegen der Ärzte selbst, sondern wegen allem, was dazugehört. Erst die Parkplatzsuche, dann die Warterei – trotz Termin. Irgendwie scheint die Zeit im Wartezimmer anders zu ticken als draußen. Zehn Minuten fühlen sich dort manchmal wie eine kleine Ewigkeit an.

*Blogbesuche gehören inzwischen leider auch dazu. Das hätte ich vor ein paar Jahren selbst nicht gedacht. Früher bin ich mit Freude durch die Blogs gestöbert, heute empfinde ich die vielen Gegenbesuche oft eher als Verpflichtung. Manchmal weiß ich zu einem Beitrag einfach nichts Sinnvolles zu sagen. Und wenn mir schon vor dem eigentlichen Text zwanzig Bilder entgegenlachen oder jedes einzelne Bild ellenlang und ausführlich erklärt wird, verliere ich ehrlich gesagt manchmal die Lust am Weiterlesen. Vielleicht bin ich inzwischen einfach etwas wählerischer geworden.

Und dann wäre da noch meine *Schreibtischablage. Sie ist keineswegs chaotisch, aber es sammeln sich immer wieder ein paar Zettel, Rechnungen oder Notizen, die eigentlich längst in ihren Ordnern sein sollten. Nichts Dramatisches – aber offenbar auch nichts, was laut genug nach mir ruft. Also bleiben sie liegen. Bis ich eines Tages beschließe: Jetzt reicht‘s! Dann dauert das Aufräumen ganze zehn Minuten, und ich frage mich hinterher, warum ich es wochenlang vor mir hergeschoben habe.





Anne Seltmann 05.07.2026, 07.23 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Niwibo sucht... beige








Als ich das neue Monatsthema „Beige gelesen habe, musste ich sofort an Rom denken, wo wir kürzlich waren. Kaum eine Stadt verbindet man so sehr mit warmen Sand-, Creme- und Beigetönen wie die Ewige Stadt. Schlendert man durch ihre Gassen, scheint fast jedes Gebäude in diesen sanften Farben zu leuchten – mal honigfarben, mal ocker, mal fast elfenbeinfarben.

Das liegt nicht nur am mediterranen Licht, sondern auch an den Baumaterialien. Viele historische Gebäude wurden aus Travertin, einem hellen Kalkstein, errichtet. Besonders bekannt ist der Travertin aus Tivoli, östlich von Rom, der schon in der Antike verwendet wurde. Das Kolosseum, der Petersplatz oder der Trevi-Brunnen – sie alle verdanken diesem Naturstein ihre charakteristischen warmen Farbtöne. Hinzu kommen Fassaden aus Putz in Erdfarben, die das Stadtbild bis heute prägen.

Für mich sind diese Beigetöne alles andere als langweilig. Sie verleihen Rom eine zeitlose Eleganz und bilden eine wunderbare Bühne für das bunte Leben auf den Straßen.

Deshalb kommen meine vier Beiträge zum Thema „Beige heute direkt aus Rom – einer Stadt, die zeigt, wie vielfältig und lebendig eine einzige Farbe sein kann.




Anne Seltmann 04.07.2026, 18.22 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday 2026 N° 07



Ein zweites Leben für Blumen

Wenn meine Blumen in der Vase langsam ihre Kraft verlieren oder die Blütenköpfe sind abgeknickt, landen sie bei mir nicht gleich im Biomüll.

Ich schneide die Blüten ab und lege sie in eine flache Schale mit Wasser. Plötzlich wirken sie wieder ganz anders. Sie treiben auf der Wasseroberfläche, spiegeln sich im Licht und werden zu einer kleinen, schlichten Dekoration.

Ich mag diesen Gedanken, dass etwas nicht sofort seinen Wert verliert, nur weil es seinen Höhepunkt überschritten hat. Manchmal braucht es einfach nur einen neuen Platz, um noch einmal seine Schönheit zu zeigen. 





Anne Seltmann 03.07.2026, 16.20 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Tag des Ungehorsams – der US-amerikanische National Disobedience Day


[Archivbild ]

 

Warum ich das Wort „Ungehorsam nicht mag

Es gibt Wörter, die mehr sind als eine Aneinanderreihung von Buchstaben. Sie tragen Erinnerungen, Haltungen und ganze Weltbilder in sich. Für mich gehört „Ungehorsam dazu.

Ich mag dieses Wort nicht!

Nicht, weil ich Regeln grundsätzlich ablehne. Nicht, weil ich Chaos bevorzuge oder glaube, jeder solle tun und lassen, was er will. Sondern weil in diesem Wort etwas mitschwingt, das sich für mich fremd anfühlt.

„Gehorsam setzt voraus, dass jemand über einem steht. Dass jemand Anweisungen gibt und ein anderer sie befolgt. Wer davon abweicht, wird zum „Ungehorsamen. Schon die Sprache entscheidet, wer richtig und wer falsch handelt.

Dabei ist das Leben oft viel komplizierter.

Manchmal widersprechen wir, weil wir Verantwortung übernehmen. Manchmal sagen wir Nein, weil unser Gewissen lauter spricht als eine Vorschrift. Manchmal folgen wir nicht, weil wir Fragen stellen. Ist das wirklich Ungehorsam?

Ich finde, es gibt schönere und ehrlichere Wörter.

Eigenständigkeit.

Rückgrat.

Zivilcourage.

Selbstbestimmung.

Kritisches Denken.

Sie alle beschreiben etwas, das für mich nichts mit Trotz zu tun hat, sondern mit Haltung.

Vielleicht stört mich an „Ungehorsam auch seine Geschichte. Über Jahrhunderte war Gehorsam eine Tugend – in Familien, in Schulen, in Kirchen, im Militär. Wer gehorchte, galt als brav. Wer nicht gehorchte, wurde zurechtgewiesen. Das Wort trägt diesen Schatten bis heute in sich.

Ich wünsche mir eine Sprache, die Menschen nicht danach bewertet, ob sie gehorchen. Sondern danach, ob sie verantwortungsvoll handeln.

Vielleicht sollten wir deshalb öfter sagen:
Sie hat widersprochen.
Er hat Haltung gezeigt.
Sie ist ihren Überzeugungen treu geblieben.

Das klingt für mich nach Freiheit.

Und Freiheit braucht keinen Gehorsam – sondern Menschen, die denken, fühlen und entscheiden können!




Anne Seltmann 03.07.2026, 11.08 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die allerbesten Jahre




[Foto: mit Photoshop bearbeitet]


 


sie waren

vielleicht

gar nicht

die lautesten

 

nicht

die mit den

größten plänen

oder

den weitesten reisen

 

vielleicht

waren es

die morgen

an denen

der kaffee

genug war

 

ein gespräch

das länger

blieb

als der tag

 

eine hand

die

nicht

festhielt

und doch

nicht losließ

 

wir suchen

die besten

jahre

oft

im rückspiegel

 

dabei

sitzen sie

manchmal

barfuß

auf der terrasse

und zählen

schwalben

 

oder

sie stehen

mit nassen haaren

im regen

und lachen

ohne

einen grund

 

vielleicht

erkennen wir

sie

erst später

wenn wir

merken

dass wir

mitten in ihnen

gelebt haben

 




~*~

© Anne Seltmann



 




Anne Seltmann 02.07.2026, 13.39 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Hand aufs Herz







Was sind für mich die größten Vorteile eines minimalistischen Lebensstils?

Wenn ich an Minimalismus denke, denke ich nicht an leere Regale oder daran, wie viele Dinge ich aussortieren könnte. Ich denke an Ruhe.

Wir leben in einer Zeit, in der uns ständig vermittelt wird, wir bräuchten noch etwas: ein neues Möbelstück, das modernste Smartphone, noch ein Kleidungsstück, noch eine Dekoration für die Fensterbank. Es gibt immer etwas, das angeblich fehlt. Dabei habe ich oft das Gefühl, dass nicht uns etwas fehlt – sondern unseren Gedanken der Platz.

Je mehr Dinge uns umgeben, desto mehr wollen sie unsere Aufmerksamkeit. Sie möchten gepflegt, aufgeräumt, geordnet oder irgendwann ersetzt werden. Irgendwann wird Besitz selbst zur Aufgabe.

Minimalismus bedeutet für mich deshalb nicht Verzicht, sondern Befreiung.

Ich möchte lieber bewusst auswählen als gedankenlos sammeln. Ich möchte mich mit Dingen umgeben, die ich wirklich mag, die eine Geschichte erzählen oder mir Freude bereiten. Alles andere darf gehen.

Das gilt übrigens nicht nur für Gegenstände.

Auch Termine, Verpflichtungen und der ständige Lärm des Alltags können sich anhäufen wie volle Schubladen. Manchmal tut es gut, auch dort auszumisten und sich zu fragen: Brauche ich das wirklich? Oder raubt es mir nur Zeit und Energie?

Ich merke immer wieder, dass mit jedem Stück Ballast, das verschwindet, etwas anderes wächst: Gelassenheit.

Plötzlich sehe ich die kleinen Dinge wieder. Das Licht, das morgens durch das Fenster fällt. Den Duft einer Tasse Kaffee. Das Summen einer Hummel im Garten. Einen Spaziergang ohne Eile. Ein Gespräch, das nicht ständig vom Blick aufs Handy unterbrochen wird.

Vielleicht fällt mir das auch deshalb so leicht, weil ich gerne fotografiere. Durch die Kamera habe ich gelernt, genauer hinzusehen. Schönheit steckt selten im Überfluss. Oft liegt sie in einem einzigen Blatt, einer verwitterten Tür oder einer Pfütze, in der sich der Himmel spiegelt.

Dasselbe gilt für Worte. Ich liebe Texte, die nicht laut sein müssen, um etwas zu sagen. Manchmal genügt ein einziger Satz, der genau den richtigen Ton trifft.

Minimalismus hat für mich deshalb viel mit Aufmerksamkeit zu tun. Mit der Entscheidung, dem Wesentlichen wieder mehr Raum zu geben.

Natürlich gelingt das nicht jeden Tag. Auch bei mir sammeln sich Dinge an. Ideen, Projekte, kleine Schätze, von denen ich mich nur schwer trennen kann. Aber ich versuche immer wieder, mich daran zu erinnern, dass weniger oft mehr Möglichkeiten schafft.

Denn ein leerer Platz ist nicht einfach leer.

Er ist eine Einladung.

Eine Einladung für neue Gedanken. Für Kreativität. Für Begegnungen. Für Erinnerungen, die nicht gekauft werden können.

Vielleicht ist genau das der größte Reichtum eines minimalistischen Lebensstils: Er erinnert mich daran, dass das Wertvollste in meinem Leben keinen Platz im Regal braucht.

Es sind die Menschen, die ich liebe. Die Augenblicke, die bleiben. Das Staunen über die kleinen Wunder des Alltags.

Und dafür ist immer genug Raum.




Anne Seltmann 01.07.2026, 10.24 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Projekt: Ich seh rot 264/2026




Ballonsailing und Nightglow – Farbenzauber über Kiel

Während auf der Förde die Segel den Wind einfingen, ging es auf dem Nordmarksportfeld etwas gemächlicher zu – aber nicht weniger beeindruckend. Beim Ballonsailing erhoben sich die farbenfrohen Heißluftballons langsam in den Himmel und schwebten scheinbar mühelos über das Gelände. Jeder Ballon hatte seinen eigenen Charakter, seine eigene Farbe und Form. Es war ein stilles Schauspiel, das Groß und Klein gleichermaßen in seinen Bann zog.

Als die Dämmerung hereinbrach, begann das Warten auf das Nightglow. Die Ballons blieben zwar am Boden, doch mit jedem Zünden der Brenner verwandelten sie sich in riesige, leuchtende Lampions. Im Takt der Musik flammten sie immer wieder auf und tauchten das Sportfeld in ein faszinierendes Wechselspiel aus Licht, Farben und Schatten.



Für einen Moment schien die Zeit stillzustehen. Staunende Gesichter, gezückte Kameras und überall dieses warme Leuchten, das sich nicht nur in den Ballonhüllen, sondern auch in den Augen der Besucher spiegelte.

Den krönenden Abschluss bildete schließlich das traditionelle Feuerwerk. Mit seinen leuchtenden Farben und funkelnden Effekten setzte es einen glanzvollen Schlusspunkt unter einen Abend voller besonderer Eindrücke. Während die Ballons langsam im Dunkel verschwanden, erhellten die Feuerwerksraketen noch einmal den Kieler Nachthimmel und sorgten für einen unvergesslichen Ausklang.

Die Kieler Woche hat viele Höhepunkte. Das Ballonsailing, das stimmungsvolle Nightglow und das anschließende Feuerwerk gehören für mich ganz sicher dazu. Es sind diese besonderen Momente, die zeigen, dass die Kieler Woche nicht nur auf dem Wasser, sondern auch an Land voller Magie steckt.





Anne Seltmann 30.06.2026, 05.12 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Windjammerparade 2026



Die AIDA Nova



Zwischen Gänsehaut und Hitzeschlacht

Manchmal gibt es Tage, die gleichzeitig wunderschön und anstrengend sind. Der gestrige Samstag war genau so einer.

Schon lange hatten wir uns auf die Windjammerparade gefreut und uns rechtzeitig Bordkarten für die Förde-Adler-Fähren gesichert. Von 10 bis 14 Uhr waren wir auf der Kieler Förde unterwegs – mittendrin statt nur dabei.

Die Parade war wie jedes Jahr ein beeindruckendes Schauspiel. Stolze Großsegler, unzählige Begleitboote und das besondere Flair der Kieler Förde machten den Vormittag zu einem unvergesslichen Erlebnis. Es ist immer wieder faszinierend, wenn die historischen Schiffe mit ihren hoch aufragenden Masten und schneeweißen Segeln scheinbar lautlos über das Wasser gleiten.



Das Traumschiff AMADEA




Allerdings meinte es das Wetter fast zu gut mit uns. Bei schier unglaublichen 37,7 °C – dem bisherigen Höchstwert dieses Sommers – verwandelte sich die Schifffahrt schnell in eine kleine Hitzeschlacht. Sowohl draußen an Deck als auch im Inneren waren sämtliche Sitzplätze restlos belegt. Mit etwas Glück fanden wir immerhin einen schattigen Stehplatz – ein kleiner Luxus an diesem außergewöhnlich heißen Tag.

Einen kleinen Wehmutstropfen gab es allerdings auch. Während der Windjammerparade kam es auf der Albert Johannes und wohl auch auf weiteren Schiffen zu medizinischen Notfällen. Mehrfach waren die Seenotretter im Einsatz. In solchen Momenten rückt das beeindruckende maritime Schauspiel für einen Augenblick in den Hintergrund. Umso mehr hofft man, dass allen Betroffenen schnell geholfen werden konnte und sie sich inzwischen wieder gut erholt haben.

Vier Stunden auf den Beinen sind ohnehin eine Herausforderung. Mit meinem Rücken wurde daraus am Ende eine echte Geduldsprobe. Als wir wieder festen Boden unter den Füßen hatten, machte sich jede Minute bemerkbar. Ich konnte kaum noch laufen und war froh, endlich nach Hause zu kommen. Die Hitze hatte ihren Teil dazu beigetragen.



Die Albert Johannes [Traditionssegelschiff]


Und trotzdem …

Wenn ich heute an den Tag zurückdenke, bleiben nicht die schmerzenden Beine oder die hohen Temperaturen in Erinnerung. Es sind die weißen Segel am Horizont, das Glitzern der Förde, das geschäftige Treiben auf dem Wasser und dieses ganz besondere Gefühl, Teil eines maritimen Ereignisses gewesen zu sein, das jedes Jahr Tausende Menschen begeistert.

Manche Erinnerungen sind eben stärker als die Anstrengung. Und spätestens beim nächsten Mal werden wir vermutlich wieder sagen:

„Die Windjammerparade? Natürlich sind wir wieder dabei! – dann vielleicht bei ein paar Grad weniger.






Zusammen mit rund 185.000 Zuschauerinnen und Zuschauern an Land sowie schätzungsweise 700 bis 800 Booten auf der Förde durften wir dieses einmalige maritime Erlebnis miterleben – ein neuer Rekord für die Windjammerparade.









Anne Seltmann 28.06.2026, 09.48 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Achtung Stöckchen


[KI generiert] 



Heute habe ich mal wieder ein Stöckchen bei Wortmann aufgehoben. Die Aufgabe: Zehn Dinge nennen, die für mich besonders schön sind. 

Gar nicht so einfach – denn Schönheit steckt für mich oft in den kleinen, unscheinbaren Momenten.


1. Die Natur

Ich muss nicht weit reisen, um glücklich zu sein. Eine Mohnblüte im Kornfeld, eine Libelle am Teich, Wildblumen am Wegesrand oder der Duft nach Sommerregen – oft sind es gerade die kleinen Wunder, die mich staunen lassen.

2. Bilder erschaffen

Ob mit der Kamera oder mit KI – ich liebe es, Ideen sichtbar werden zu lassen. Es fasziniert mich, wenn aus einer Vorstellung plötzlich eine ganze kleine Welt entsteht.

3. Worte

Ich mag Sprache. Alte Wörter genauso wie Gedichte, Überschriften oder einen Satz, der genau das ausdrückt, was ich empfinde. Worte können Bilder malen, Erinnerungen wecken und Menschen berühren.

4. Lachen

Ich lache gern – auch über mich selbst. Humor macht vieles leichter und manchmal entstehen gerade aus kleinen Missverständnissen die schönsten Geschichten.

5. Gärten

Wenn ich einen Garten hätte, müsst er nicht geschniegelt aussehen. Ich freue mich über Wildblumen, summende Insekten und alles, was wachsen darf. Für mich ist er ein Ort der Ruhe und des Ankommens.

6. Die Farbe Blau

Blau begleitet mich schon lange. Der Himmel, das Meer, Cyan – diese Farbe hat für mich etwas Beruhigendes und zugleich etwas Unendliches.

7. Familie

Es sind nicht immer die großen Ereignisse, sondern die gemeinsamen Augenblicke, die bleiben. Familie bedeutet für mich Verbundenheit – auch über Entfernungen und Generationen hinweg.

8. Das Meer

Vielleicht liegt es daran, dass ich in Kiel lebe. Das Meer gehört einfach zu meinem Leben. Möwen, Wellen, der Duft nach Salz und der Blick bis zum Horizont schenken mir jedes Mal ein Gefühl von Freiheit.

9. Kreativität

Ich probiere gern Neues aus. Heute ein Gedicht, morgen eine Bildidee, übermorgen ein Kalenderprojekt oder ein Blogbeitrag. Kreativität bedeutet für mich, neugierig zu bleiben und immer wieder neue Wege zu entdecken.

10. Die leisen Momente

Ich mag das Unaufgeregte. Einen frühen Morgen, das Rascheln der Blätter, das Licht auf einer Blüte oder einfach einen Augenblick, in dem nichts passieren muss. Oft sind genau das die Momente, die lange in Erinnerung bleiben.

 

So, das waren meine zehn schönsten Dinge. Und jetzt bin ich neugierig: Welche zehn Dinge würdet ihr auf eure Liste schreiben? Vielleicht hebt ja der eine oder die andere dieses kleine Stöckchen ebenfalls auf.




Anne Seltmann 28.06.2026, 07.17 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Sprachsalat à la carte



 

Philippika – Wenn Worte zu Donner werden

Manche Wörter klingen schon beim Aussprechen nach ihrer Bedeutung. Philippika ist so eines. Es wirkt streng, kraftvoll und ein wenig einschüchternd – und genau das ist es auch.

Eine Philippika ist keine gewöhnliche Kritik. Sie ist eine leidenschaftliche, oft scharf formulierte Standpauke oder Anklagerede, mit der jemand Missstände anprangert oder seinem Ärger unmissverständlich Luft macht.

Der Ursprung des Wortes reicht mehr als 2.000 Jahre zurück. Der berühmte griechische Redner Demosthenes hielt mehrere flammende Reden gegen König Philipp II. von Makedonien. Diese Reden gingen als Philippiken in die Geschichte ein. Später griff auch der römische Staatsmann Cicero den Begriff auf, als er seine berühmten Reden gegen Marcus Antonius ebenfalls „Philippiken nannte.

Heute begegnet uns das Wort nur noch selten. Dabei beschreibt es etwas, das jeder kennt: den Moment, in dem aus einer kleinen Beschwerde ein regelrechter Wortgewittersturm wird.

Wer also das nächste Mal hört: „Jetzt hält er wieder eine Philippika!, weiß, dass keine sanfte Meinungsäußerung folgt, sondern eine eindrucksvolle, oft wortgewaltige Abrechnung.

Ich mag solche alten Wörter. Sie tragen ihre Geschichte in sich und erinnern daran, wie lebendig Sprache sein kann. Manche geraten über Jahrzehnte in Vergessenheit – bis sie plötzlich wieder auftauchen und zeigen, dass sie nichts von ihrer Ausdruckskraft verloren haben.




Anne Seltmann 26.06.2026, 07.51 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL