Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag:

Weisheiten am Samstag N° 88








Juttas...


Anne Seltmann 31.01.2026, 07.50 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

In meinen Träumen

[mit Photoshop bearbeitet]





In meinen Träumen
sind die Wege leise,
und das, was schwer war,
legt sich ab
wie Staub im Abendlicht.

 

Ein Vogel zieht Gedankenfäden
durch den Himmel,
bindet sie
an das sanfte Ufer
meiner Hoffnung.

 

Ich atme weit -
und spüre,
wie die Stille
mich nicht mehr fürchtet
und ich sie auch nicht.

 

Dann werden Worte
zu kleinen Gärten,
und das Herz
setzt seine Schritte
behutsam
und dennoch mutig.

 

Und wenn ich erwache,
bleibt ein Funken
dieser stillen Klarheit -
wie Morgentau,
der sagt:
Du kannst neu beginnen.

~*~

© Anne Seltmann






Anne Seltmann 29.01.2026, 13.55 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday 2026 N° 04





Es schneit in meinen Gedanken

 

es schneit
nicht laut
eher zögernd

 

gedanken
werden langsamer
unter der last
von weiß

 

nichts will jetzt
dringend sein

 

worte
landen
und bleiben liegen

 

alles
was eben noch scharf war
verliert die kanten

 

zeit
setzt sich
zwischen zwei atemzüge

 

und ich
bin da
ohne erklärung

 

nur
dort
wo nichts drängt

 

nur
gehalten
von ruhe

~*~


© Anne Seltmann











Anne Seltmann 29.01.2026, 05.34 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 245


[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]


Thula und das Meer

 

Thula war ein kleines Wal-Mädchen mit einer Stimme, die noch nicht wusste, wie groß sie einmal werden würde. Wenn sie sang, klang es mehr wie ein Atemzug als wie ein Lied. Trotzdem liebte das Meer ihre Töne.

Thula lebte dort, wo das Wasser tiefblau wird und die Strömungen langsam erzählen. Ihre Mutter sagte immer:
„Das Meer hört zu, auch wenn es still ist.

Thula glaubte das. Sie sang dem Licht, das von oben fiel. Sie sang den schlafenden Quallen gute Träume. Und manchmal, wenn niemand hinsah, sang sie einfach nur für sich.

Doch Thula hatte eine Sorge. Die anderen jungen Wale übten große Lieder – lange, kräftige Gesänge, die weit durch den Ozean trugen. Thulas Stimme dagegen blieb klein. Zart. Fast schüchtern.

Eines Tages schwamm Thula allein hinaus, dorthin, wo die Stille größer war als die Strömung. Sie legte sich zwischen zwei alte Felsen und hörte zu. Dem Knacken des Eises in der Ferne. Dem sanften Ziehen der Gezeiten. Dem leisen Puls des Wassers.

Und dann sang sie.

Nicht laut. Nicht lang.
Nur ehrlich.

Das Meer hielt den Atem an.

Die Strömungen wurden langsamer, als wollten sie nichts verpassen. Ein Schwarm kleiner Fische blieb stehen, wie hingemalt. Sogar das Licht schien einen Moment zu verweilen.

Thulas Lied erzählte nichts von Größe oder Stärke. Es erzählte davon, wie es ist, klein zu sein und trotzdem da. Wie es sich anfühlt, seinen Platz zu suchen, ohne zu wissen, wie er aussieht.

Als Thula zurückkehrte, warteten die anderen Wale bereits. Sie hatten nichts gehört – und doch etwas gespürt. Ruhe. Wärme. Ein Gefühl von Angekommensein.

Von diesem Tag an wusste Thula:
Man muss nicht laut sein, um gehört zu werden.
Man muss nicht groß sein, um Spuren zu hinterlassen.

Und irgendwo tief im Ozean, zwischen Strömung und Stille, trägt das Meer bis heute ein kleines Lied.
Es heißt Thula.

 



Angelas...



Anne Seltmann 28.01.2026, 06.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Projekt: Ich seh rot 252/2026










Alles Theater

 

staub im licht

der probe

 

bretter

die schon mehr wissen

als wir

 

stimmen

wärmen sich

an fremden sätzen

 

ein schritt zu viel

und es wird rolle

 

kostüme hängen

geduldig

voller möglichkeiten

 

hinter dem vorhang

atmen wir anders

 

lampen

machen aus nervosität

präsenz

 

applaus

ist ein geräusch

für später

 

jetzt

stehen wir da

im spiel

 

und hoffen

dass etwas von uns

durchkommt

~*~

© Anne Seltmann













Anne Seltmann 27.01.2026, 14.09 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

MosaicMonday 2026 N° 02




[Alle Bilder sind aus meinen Fotoarchiven, jedoch von mir mit Photoshop bearbeitet worden]



Faszination Windmühlen

Windmühlen faszinieren seit Jahrhunderten als Symbole für menschlichen Einfallsreichtum und die Nutzung natürlicher Kräfte. Sie verbinden Technik, Landschaft und Geschichte auf einzigartige Weise und prägen bis heute unser Bild von nachhaltiger Energie und traditionellem Handwerk.

Die ersten Windmühlen entstanden bereits vor über 1.000 Jahren, vermutlich im 7. Jahrhundert im Gebiet des heutigen Persiens. Dort nutzte man sie zunächst zum Mahlen von Getreide und zum Bewässern. Von dort aus verbreitete sich die Technik über den arabischen Raum nach Europa, wo Windmühlen ab dem 12. Jahrhundert weiterentwickelt und perfektioniert wurden.

Einen einzelnen Erfinder gibt es nicht- die Windmühle ist das Ergebnis kollektiver Innovation über viele Generationen hinweg. Bis heute stehen sie für Fortschritt, Anpassung und die Kraft des Windes.









Anne Seltmann 26.01.2026, 09.32 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Miesepiet Teil III.





[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]


 

"Was kommt als Nächstes? Blümchenmuster? Gute Laune?" murrte Miesepiet erst kürzlich  und schon fiel sein Blick auf sich selbst. Der Strohhut mit den kleinen Blümchen wippte auf seinem Kopf, das rosa T-Shirt spannte sich ein wenig über seine Brust, und das rosa Halstuch flatterte bei jeder seiner Bewegung.

"Ich… ich sehe aus wie ein wandelnder Frühling!" knurrte er und versuchte, die Hände in die Taschen zu stecken – vergeblich, das rosa Halstuch flatterte ihm immer wieder ins Gesicht.

Seine Freundin Flitzeflink kicherte von seiner Schulter: "Na los, Miesepiet, ein bisschen Farbe schadet doch nicht!"

"Farbe schadet nicht?" brummte Miesepiet. "Es zerstört meine Würde!"

Er stapfte in den Garten, um wenigstens ein bisschen "ernst" zu wirken. Doch kaum trat er zwischen die Blumenbeete, flatterten Schmetterlinge um ihn herum - offenbar angezogen von seinem Hut - und ein Hase hüpfte ihm quer über die Füße.

"Verdammt noch mal!", schimpfte Miesepiet, während er versuchte, den Hasen wegzuscheuchen, aber stattdessen stolperte er beinahe über das rosa Halstuch. Flitzeflink zwitscherte vor Freude: "Schau ihn an! Du siehst aus wie ein Frühlingstanz auf zwei Beinen!"

Miesepiet riss die Arme hoch, um seine Würde zu retten, aber genau in diesem Moment sprang ein anderer kleiner Vogel auf seinen Hut und zwitscherte ein Lied, das perfekt zum rosa Outfit passte. "Ich schwöre…“, knurrte er, "dieser Tag hat sich gegen mich verschworen!"

Doch dann geschah etwas Unglaubliches: Die Nachbarskinder traten aus dem Garten, lachten und riefen: "Miesepiet, du siehst fantastisch aus! So fröhlich!"

Er spürte, wie sein sonst so mürrisches Herz ein winziges bisschen schmolz. "Hmpf… vielleicht… ein ganz kleines bisschen… okay", murmelte er und senkte den Kopf, um seine roten Backen zu verbergen. Flitzeflink zwitscherte triumphierend: "Siehst du? Ich habe es dir doch gesagt! Rosa macht fröhlich!"

Miesepiet seufzte. "Na schön… aber nur heute. Morgen…", er deutete auf den Strohhut, „…kommt wieder Matrosenblau. Und Grau. Ganz viel Grau."

Aber heimlich, ganz heimlich, zwinkerte er dem Spiegel zu - und der Strohhut wippte, als hätte er Miesepiet selbst zum Lächeln gebracht.


© Anne Seltmann

 




Anne Seltmann 25.01.2026, 06.32 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Zwischen den Zeilen


[KI generiertes bild / Text © Anne Seltmann] 





(an meine gesammelten Liebesbriefe)

sie liegen da,
in ihrer stillen ordnung,
nicht alphabetisch,
sondern nach herzschlag –
so wie man findet,
was man nicht gesucht hat.

deine worte,
sie sind geblieben,
in ihrer eigenen stimme,
leicht geneigt,
wie dein kopf,
wenn du lachst.

ich falte einen auf,
und der tag wird weicher,
wie licht,
das sich im vorhang verfängt
und bleibt.

die tinte hat nichts verloren,
sie riecht noch nach dir,
nach kaffeepausen
und nach dem zögern
vor dem ersten "ich liebe dich".

ich lese langsam,
weil jedes wort
wie ein fenster ist –
dahinter ein garten,
ein blick,
ein wir,
das geblieben ist,
auch wenn die jahre
weitergehen.

es ist nicht wehmütig,
dieses sammeln,
es ist ein aufbewahren
wie von licht
in alten gläsern –
dein versprechen,
meine antwort,
unser ort.

und manchmal
lege ich meine hand
auf einen dieser briefe
und spüre
dich zurückschreiben.

~*~

© Anne Seltmann






keinverlag.de





Anne Seltmann 25.01.2026, 05.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Weisheiten am Samstag N° 87




[Bild KI generiert]




Anne Seltmann 24.01.2026, 08.09 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Freitag ist Fischtag N°34



[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]




Der Fisch war eigentlich nur neugierig.Er schwamm näher heran, weil er wissen wollte, wer ihn so aufmerksam betrachtete. 

Sie betrachteten einander eine Weile,als gäbe es etwas zu klären.


Doch es gab nichts zu entscheiden.  Eine Weile musterten sie sich,dann schwamm der Fisch weiter und sie ging nach Hause.

Freitag ist Fischtag.


Nicht jeder Fisch landet auf dem Teller.






Anne Seltmann 23.01.2026, 06.36 | (0/0) Kommentare | TB | PL