Tag: Schild
N° 15

Wer wollte sich da denn die Stelle merken, dort wo die Wolke 7 ist
und hat schnell mal ein Kreuz in den Himmel geritzt?
Kennt ihr die Schildbürger? Die Geschichte "Die versunkene Glocke?" Nein?
Dann lest mal diesen Text!

~*~
Mittlerweile war der Krieg, an Salzburg und Salzwedel vorbei, durchs Land gezogen und schien sich in bedenklicher Weise dem Städtchen Schilda zu nähern. Das erfüllte die Schildbürger und ihre Ratsherren mit großen Sorgen, denn ob nun die jeweiligen Sieger oder die arg Besiegten in eine Stadt kamen, es war immer dasselbe: die Soldaten gingen in die Häuser und nahmen sich, zur Erinnerung an die große Zeit, mit, was sie fanden, ob das nun silberne Patenlöffel, Konfirmationsuhren, Tischdecken, Porzellanteller, Samtwesten oder Trauringe waren. Ihnen war alles recht.
So versteckten die Schildbürger geschwind, was ihnen teuer und wert war. Nur mit der Kirchenglocke wussten sie nichts anzufangen. Sie war aus bester Bronze und ziemlich groß. Und man kannte damals schon die Vorliebe der Kriegsleute für Kirchenglocken. Entweder holte die eigne Partei das tönende Erz aus den Glockenstühlen, um Hellebarden und Spieße draus zu fertigen, oder die Feinde nahmen die Glocken als Andenken mit. So oder so, es war kaum zu vermeiden.
Nun lag aber ganz in der Nähe von Schilda ein stiller, tiefer See. Und der Bürgermeister sagte: "Ich hab's. Wir versenken die Glocke im See, und wenn der Krieg vorbei ist, holen wir sie wieder heraus." Gesagt, getan. Sie holten die Glocke aus dem Kirchturm, hoben sie auf einen Wagen, spannten sechs Pferde davor, fuhren zum See hinaus, trugen sie schwitzend in ein Boot und ruderten ein Stückchen. Dann rollten sie die Glocke bis zum Bootsrand und warfen sie ins Wasser. Schon war sie verschwunden, denn sie wog zwanzig Zentner. Man sah nur noch ein paar Luftblasen aufsteigen. Das war alles.
Anschließend zog der Schmied sein Taschenmesser aus der Joppe und schnitt in den Bootsrand eine tiefe Kerbe. "Warum tust du das?" fragte ihn der Bäcker. - "Damit wir nach dem Krieg wissen, wo wir die Glocke ins Wasser geworfen haben", antwortete der Schmied. "Sonst fänden wir sie am Ende nicht wieder." Sie bewunderten seine Vorsorge, lobten ihn, bis er rot wurde, und ruderten ans Land zurück.
Nun, der Krieg machte zum Glück einen großen Bogen um Schilda. Man sah nur am Horizont den Staub, den Heer und Tross aufwirbelten. Niemand drang in die Häuser. Die Löffel, Uhren, Teller und Ringe wurden wieder aus den Verstecken hervorgeholt. Und man fuhr mit dem Boot auf den See hinaus, um jetzt auch die Glocke zu heben. "Hier muss sie liegen!" rief der Schmied und zeigte auf seine Kerbe am Bootsrand. - "Nein, hier! " rief der Bäcker, während sie weiterruderten. - "Nein, hier!" rief der Bürgermeister. - "Nein, hier!" rief der Schuster. Wohin sie auch ruderten, überall hätte die Glocke liegen müssen. Denn die Kerbe am Boot war ja überall dort, wo gerade das Boot war. Mit der Zeit merkten sie, dass der Einfall des Schmieds gar nicht so gut gewesen war, wie sie seinerzeit geglaubt hatten.
Sie fanden also ihre Glocke nicht wieder, sosehr sie auch suchten, und mussten sich notgedrungen für teures Geld eine neue gießen lassen. Der Bäcker aber schlich sich eines Nachts heimlich zu dem Boot und schnitt wütend die Kerbe heraus. Dadurch wurde sie nur noch größer als vorher. Mit Kerben ist das so.
Anne Seltmann 29.10.2021, 16.42 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
N° #40

Der Liebste bezieht seit Jahren die Zeitschrift "Postfrisch" und hierüber haben wir 2014 eine Fahrt nach Scheidegg am Bodensee gemacht. Bereits im 14. Jahrhundert verkehrte in der Bodenseeregion ein Transportdienst, der regelmäßig Waren von Lindau nach Mailand und zurückbrachte. Zu diesen Waren gehörten auch geschriebene Mitteilungen -sprich Briefe. Die beschwerliche Route durch die Alpen wurde bei günstigen Bedingungen in fünfeinhalb Tagen zurückgelegt. War das Wetter schlecht, konnte der Transport elf Tage und mehr dauern.
Bekannt wurde dieser Transportdienst unter dem Namen "Lindauer Bote" Durch vier Postverwaltungen erfuhren in diesem Jahr dieser Botendienst eine außergewöhnliche Würdigung, an der wir teilnahmen: Deutschland, Österreich, Schweiz und Liechtenstein gab eine eigene Sondermarke zum "Lindauer Boten" heraus. In Zusammenarbeit mit den vier nationalen Philatelistenverbänden wurden die Marken am 27. September 2014 der Öffentlichkeit vorgestellt: In Lindau (Deutschland), Lauterach (Österreich), Chur (Schweiz) und Balzers (Liechtenstein).
Anne Seltmann 20.10.2021, 16.43 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
N° #39

Wie vielleicht bekannt ist, ist das Bekleben von Verkehrszeichen eine Sachbeschädigung! Die kann einem teuer zu stehen kommen. Was aber macht man mit einem "Künstler", der sich einen Spaß daraus macht und die Schilder seit Jahren mit ablösbaren Aufklebern verschönert?
Viele Leute haben schon über ihn geschrieben und man könnte meinen, dass seine Arbeit provokant ist. Egal ob strafbar oder provokant...ich selbst finde die Idee mit ihrer Umsetzung einfach nur genial ! Der Künstler ist Clet Abraham und in ganz Europa unterwegs. Er selbst lebt in Florenz und gerade hier kann man diese Straßenschilder überall finden.
Obiges Bild sende ich an:
Anne Seltmann 06.10.2021, 06.27 | (7/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


Anne Seltmann 22.09.2021, 08.17 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
Anne Seltmann 30.06.2021, 17.40 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Bike Sharing ist sicherlich vielen bekannt und vielleicht hat der eine oder andere E Bikes ausprobiert?
Seit 2019 betreibt Kiel das Bike-sharing-System. Genauer gesagt im Juli 2019 gingen 250 Fahrräder an rund 30 Stationen in Kiel an den Start.
Anne Seltmann 30.06.2021, 01.00 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL