Blogeinträge (themensortiert)

Thema: PerlenhafteProjekte

Projekt: Ich seh rot 262/2026





Warum sind in Schweden so viele Häuser rot?

Wer durch Schweden reist, bemerkt schnell die vielen roten Holzhäuser. Die Farbe hat einen praktischen Ursprung: Bereits im 16. Jahrhundert begann man, Häuser mit der sogenannten Falunrot-Farbe zu streichen. Sie wurde aus den Nebenprodukten des Kupferbergwerks von Falun gewonnen.

Das Rot sollte ursprünglich teure Backsteinhäuser nachahmen, die sich damals nur wohlhabende Menschen leisten konnten. Gleichzeitig schützte die Farbe das Holz vor Wind und Wetter.

Heute gehört das typische Schwedenrot fest zum Landschaftsbild und ist für viele Menschen ein Symbol für Gemütlichkeit, Naturverbundenheit und das skandinavische Lebensgefühl.







Anne Seltmann 09.06.2026, 06.00 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Sprachsalat à la carte


[Bild KI generiert]





Whataboutism ist die hohe Kunst, auf eine Frage zu antworten, indem man eine völlig andere stellt.  

Typisches Beispiel:

Person A:

„Wir sollten über dieses Problem sprechen.

Person B:

„Ja, aber was ist mit dem anderen Problem?

Und schon wird das ursprüngliche Thema verlassen.

Voilà: Willkommen im Land des Whataboutism.

Oder anders gesagt:

Whataboutism ist wie Tischtennis spielen, nur dass der Ball nie auf der eigenen Seite aufkommen darf.

 

Man könnte das Wort auch so beschreiben:

Statt das Schlagloch vor der eigenen Haustür zu reparieren, zeigt man auf das Schlagloch drei Straßen weiter und ruft:

„Aber das da ist viel größer!

 

Der eigentliche Trick dabei:

Es geht nicht darum, ein Problem zu lösen, sondern davon abzulenken.

 

Mein Lieblingsbild dazu:

 Whataboutism ist der rhetorische Versuch, einen Elefanten im Wohnzimmer unsichtbar zu machen, indem man auf eine Giraffe im Nachbarhaus zeigt.

 

Oder ganz kurz:

Whataboutism: Die Fähigkeit, jedes Gespräch erfolgreich in eine andere Richtung zu lenken, ohne jemals die ursprüngliche Ausfahrt zu nehmen.




Anne Seltmann 08.06.2026, 05.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Montagsherz N° 661




Schön, wenn man schon am Eingang so empfangen wird!

Ich heiße euch auch heute herzliche Willkommen zum Montagsherz!













Anne Seltmann 08.06.2026, 00.00 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Niwibo sucht...blau





Blau ist meine Lieblingsfarbe. Das war sie schon, bevor ich wusste, warum.

Vielleicht liegt es daran, dass Blau für mich Weite bedeutet. Als Kielerin genügt oft ein Blick aufs Meer, um zu verstehen, warum mich diese Farbe so berührt. Das Blau von Wasser und Himmel schenkt mir Ruhe, selbst an Tagen, an denen die Gedanken kreisen.

Blau drängt sich nicht in den Vordergrund. Es ist keine Farbe, die laut um Aufmerksamkeit bittet. Sie ist einfach da – beständig, verlässlich und tief. Genau das mag ich an ihr.

Für mich steht Blau für Freiheit. Für den Horizont, der immer ein Stück weiter reicht, als das Auge sehen kann. Für die Sehnsucht nach neuen Wegen und gleichzeitig für das Gefühl, angekommen zu sein.






Blau hat aber auch etwas Nachdenkliches. Es lädt zum Innehalten ein. Während Gelb mich aufrichtet und wach macht, lässt Blau mich durchatmen. Es schenkt meinen Gedanken Raum und meiner Seele eine kleine Pause.

Vielleicht liebe ich Blau deshalb so sehr. Weil diese Farbe alles vereint, was mir wichtig ist: Ruhe und Weite, Tiefe und Leichtigkeit, Sehnsucht und Geborgenheit.






Und wenn ich meine Augen schließe und an Blau denke, sehe ich nicht nur eine Farbe. Ich sehe den Himmel über der Ostsee, das Glitzern der Wellen und einen Horizont, der mich immer wieder daran erinnert, wie groß und schön die Welt sein kann.

 














Anne Seltmann 02.06.2026, 17.48 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Projekt: Ich seh rot 261/2026


Die Dahlie stammt ursprünglich aus Mexiko. Dort wuchs sie schon lange, bevor europäische Entdecker die Pflanze überhaupt kannten. Im 18. Jahrhundert gelangten ihre Knollen nach Spanien und von dort aus in die botanischen Gärten Europas.

Anfangs betrachtete man die Dahlie eher als seltene Kuriosität. Doch schon bald entdeckten Gärtner ihr enormes Potenzial. Durch Kreuzungen entstanden immer neue Blütenformen und Farben. Aus den ursprünglich einfachen Blüten entwickelten sich die prachtvollen Sorten, die heute Gärten und Parks schmücken.

Besonders beliebt wurde die Dahlie im 19. Jahrhundert. In vielen Ländern entstanden regelrechte Dahlienliebhaber-Vereine, die sich dem Züchten neuer Sorten widmeten. Mittlerweile gibt es mehrere Zehntausend registrierte Dahliensorten – von kleinen Pompon-Dahlien bis zu riesigen Tellerdahlien.

Ihre große Stärke ist die lange Blütezeit. Während viele Sommerblumen bereits verblühen, zeigen Dahlien oft bis zum ersten Frost ihre farbenprächtigen Blüten.

So hat die Dahlie einen weiten Weg zurückgelegt: von den Hochebenen Mexikos bis in die Gärten der ganzen Welt, wo sie bis heute als Königin des Spätsommers gilt.







Anne Seltmann 02.06.2026, 06.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Black and White Juni 2026





Garnrollen – kleine Helfer mit großer Wirkung

Wer näht, stickt, häkelt oder strickt, kennt sie: Garnrollen. Diese unscheinbaren kleinen Zylinder gehören zu den Dingen, die meist erst auffallen, wenn sie fehlen. Dabei leisten sie Erstaunliches.

Eine Garnrolle ist eigentlich nur ein praktischer Aufbewahrungsort für Fäden. Doch betrachtet man sie genauer, steckt viel mehr dahinter. Jede Rolle verspricht Möglichkeiten. Aus einem einzigen Faden können Kleidungsstücke entstehen, kunstvolle Stickereien, Kuscheltiere, Patchworkdecken oder Reparaturen, die Lieblingsstücke vor dem Ausrangieren bewahren.

Früher bestanden Garnrollen oft aus Holz. Sie waren robust, lagen angenehm in der Hand und sind heute begehrte Sammelobjekte. Manche tragen noch die alten Etiketten ihrer Hersteller und erzählen von Zeiten, in denen Handarbeit zum Alltag gehörte. Moderne Garnrollen bestehen meist aus Kunststoff oder Karton, erfüllen aber denselben Zweck: Sie sorgen dafür, dass das Garn ordentlich aufbewahrt wird und sich nicht in ein hoffnungsloses Knäuel verwandelt.

Wer kreativ arbeitet, kennt das Phänomen: Man kauft eine Garnrolle für ein bestimmtes Projekt. Nach dessen Fertigstellung bleibt ein Rest übrig. Dann kommt die nächste Rolle dazu, und noch eine. Irgendwann besitzt man eine kleine Sammlung in allen Farben des Regenbogens – und natürlich genau nie den Farbton, den man gerade braucht.

Besonders faszinierend ist die Vielfalt. Es gibt Nähgarn, Stickgarn, Häkelgarn, Effektgarn mit Glanz, Metallicfäden und sogar Garn, das im Dunkeln leuchtet. Jede Rolle wartet geduldig auf ihren Einsatz und trägt ein Stück Kreativität in sich.








Anne Seltmann 01.06.2026, 00.00 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday 2026 N° 06



Wenn nach einem langen Winter die ersten Tulpen ihre farbenfrohen Blüten öffnen, ist der Frühling endgültig angekommen. Kaum eine andere Blume steht so sehr für die erwachende Natur, für Lebensfreude und für die Sehnsucht nach wärmeren Tagen.

Dabei stammen Tulpen ursprünglich gar nicht aus den Niederlanden, mit denen sie heute untrennbar verbunden sind. Ihre Heimat liegt in Zentralasien. Erst im 16. Jahrhundert gelangten sie nach Europa und lösten dort eine regelrechte Begeisterung aus. In den Niederlanden entwickelte sich sogar eine wahre „Tulpenmanie, bei der seltene Tulpenzwiebeln zeitweise zu astronomischen Preisen gehandelt wurden.

Heute gibt es Tausende von Tulpensorten in nahezu jeder denkbaren Farbe. Von reinem Weiß über sonniges Gelb bis hin zu kräftigem Rot, Violett oder sogar mehrfarbigen Blüten reicht die Vielfalt. Manche wirken elegant und schlicht, andere erinnern mit ihren gefransten oder gefüllten Blüten fast an kleine Kunstwerke.

Tulpen sind jedoch nicht nur schön anzusehen. Sie symbolisieren je nach Farbe unterschiedliche Gefühle. Rote Tulpen stehen für Liebe, gelbe für Fröhlichkeit und weiße für Reinheit oder einen Neuanfang.

Ob im Garten, auf dem Balkon oder als frischer Blumenstrauß auf dem Tisch – Tulpen bringen Farbe, Leichtigkeit und Frühlingsstimmung in unseren Alltag. Vielleicht liegt gerade darin ihr besonderer Zauber: Sie erinnern uns daran, dass nach jedem Winter wieder eine Zeit des Aufblühens kommt.




Anne Seltmann 29.05.2026, 07.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Miau-velous Moments N° 65


Ich erinnere mich an diese Katze, die früher jeden Nachmittag gegen vier Uhr auftauchte.
Niemand wusste so genau, wem die kleine getigerte Katze eigentlich gehörte. Die einen behaupteten, sie käme vom roten Haus am Ende der Straße, andere meinten, sie habe sich längst selbst adoptiert und betrachte die ganze Nachbarschaft als persönliches Königreich.

An warmen Tagen legte sie sich bevorzugt dorthin, wo die Kinder mit Kreide malten.
Mitten in Sonnen, Regenbögen oder krummen Hüpfkästchen.

Die Kinder fanden das großartig.
„Nicht bewegen!, riefen sie dann immer, als wäre die Katze ein seltenes Kunstwerk, das plötzlich beschlossen hatte, Teil des Bildes zu werden.

Und tatsächlich sah es oft so aus, als hätte jemand sie extra dort platziert—halb im Licht, halb im Schatten, die Pfoten ausgestreckt, völlig unbeeindruckt vom Trubel der Welt.

Einmal malte ein kleines Mädchen einen großen bunten Kreis um sie herum und schrieb mit krakeligen Buchstaben daneben:
„Hier schläft die Sommerkatze.

Niemand wischte das Bild weg.

Selbst als am Abend ein kurzer Regen kam, blieb ein blasser Rest der Kreide noch tagelang sichtbar.
Und die Katze?
Die erschien am nächsten Nachmittag wieder, rollte sich genau an dieselbe Stelle und schlief weiter, als hätte sie einen festen Termin mit dem Sommer.






Anne Seltmann 27.05.2026, 06.50 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Montagsherz N° 660





Manchmal sind es nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die einem im Gedächtnis bleiben.
Nicht die berühmten Orte, nicht die perfekt geplanten Ausflüge und auch nicht die Fotos, die später in Alben landen.

Manchmal ist es einfach nur ein kleines Herz.

Gefunden habe ich es in unserer Ferienwohnung in Murnau am Staffelsee. Ganz unspektakulär eigentlich—und gerade deshalb so besonders. Zwischen all den stillen Momenten eines Urlaubs, zwischen Kaffeeduft am Morgen, dem Blick auf die Berge und diesem langsamen Dahinfließen der Tage, lag dieses kleine Symbol der Herzlichkeit.

Murnau selbst fühlte sich ohnehin an wie ein Ort zum Durchatmen. Der Staffelsee mit seinem ruhigen Wasser, die Wolken über den Bergen, das Licht am Abend—alles dort schien ein wenig sanfter zu sein als anderswo. Fast so, als würde die Gegend den Menschen heimlich zuflüstern, dass nicht immer alles laut und hektisch sein muss.

Und vielleicht passte genau deshalb dieses Herz so gut dorthin.

Es erinnerte mich daran, wie sehr die kleinen Dinge einen Ort prägen können. Nicht Luxus macht eine Unterkunft gemütlich. Nicht perfekte Möbel oder sterile Dekoration. Sondern diese winzigen Details, in denen jemand ein bisschen Wärme hinterlassen hat.

Ein Herz auf einem Tisch.
Ein liebevoll hingestelltes Detail.
Ein stilles Willkommen.

Vielleicht nehme ich genau deshalb von Reisen oft weniger die großen Attraktionen mit nach Hause als vielmehr Gefühle. Das Licht eines Morgens. Das Knarren eines alten Bodens. Das Geräusch von Regen am Fenster. Oder eben ein kleines Herz in einer Ferienwohnung am Staffelsee.

Und manchmal reicht genau das schon aus, damit ein Ort noch lange im Herzen bleibt.








Anne Seltmann 25.05.2026, 01.00 | (6/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Sprachsalat à la carte

[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]




Heute: Firlefanz – Das wunderbare Wort für hübschen Unsinn

Es gibt Wörter, die klingen schon beim Aussprechen so, als würden sie geschniegelt mit einer Federboa durchs Wohnzimmer tanzen. „Firlefanz gehört eindeutig dazu.

Gemeint ist damit meist:

unnötiger Schnickschnack, albernes Getue, übertriebener Aufwand oder einfach hübsch verpackter Unsinn.

Also Dinge, bei denen man leicht die Augen verdreht und gleichzeitig ein bisschen schmunzeln muss.

Das Wort selbst wirkt schon wie ein kleiner Sprachclown. Niemand sagt ernst und streng:
„Bitte unterlassen Sie diesen Firlefanz. Nein—Firlefanz stolpert eher fröhlich durchs Gespräch, wirft Glitzer in die Luft und setzt sich dann ungefragt mit an den Kaffeetisch.

Früher wurde damit oft übertriebenes Gehabe oder unnützer Zierrat beschrieben. Heute passt es eigentlich perfekt auf:

manche Social-Media-Trends,

komplizierte Küchengeräte mit 37 Programmen,

Geschenkverpackungen, die schöner sind als der Inhalt,

oder Menschen, die für einen Einkauf von drei Brötchen aussehen, als würden sie gleich die Oscarverleihung moderieren.

Und ehrlich? Ein bisschen Firlefanz macht das Leben manchmal erst schön.

Nicht alles muss praktisch sein.
Manches darf einfach glitzern, klimpern oder völlig überflüssig Freude machen.

Die Welt wäre ohne Firlefanz vermutlich ordentlicher —
aber auch deutlich langweiliger.

 




Anne Seltmann 21.05.2026, 13.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL