Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: lyrik

Ostergedicht




Die Gelehrten und die Pfaffen
streiten sich mit viel Geschrei,
was hat Gott zuerst erschaffen -
wohl die Henne, wohl das Ei!
Wäre das so schwer zu lösen -
erstlich ward ein Ei erdacht,
doch weil noch kein Huhn gewesen -
darum hat´s  der Has` gebracht!


~*~

Eduard Mörike, 1804-1875

Anne Seltmann 22.04.2011, 11.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Spielball



Mit Schwung immer hin und her

spielen wir mit der Welt

als ob sie ein Spielball wär

 

Keiner sieht wohin sie rollt

zerschrammt von Schlägen und von Tritten

sagen wir „Das haben wir nicht gewollt“

 
~*~

©Anne Seltmann


 

Anne Seltmann 19.04.2011, 10.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Der Mensch




Ein Kind sucht Kindern oft den Apfel abzustreiten,
weil schon die Kinder Menschen sind:
Auch der erwachsne Mensch ficht oft um Kleinigkeiten,
ist trostlos im Verlust, und prahlt, wann er gewinnt.
Warum? Der Mensch bleibt noch ein Kind.




~*~

Friedrich von Hagedorn

(1708-1754)

 

Anne Seltmann 02.03.2011, 09.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wunschlos



Vollmondig

lacht die Nacht.

Hand in Hand

schweigen wir vertraut.

Es leuchten  Sternschnuppen

Wunschlos!


~*~

 

© Anne Seltmann

 

Anne Seltmann 21.02.2011, 18.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Gedicht





Wer Gedichte veröffentlicht, wirft ein Rosenblatt

 in den Grand Canyon und wartet auf das Echo.


~*~

 Donald Marquis (1878-1937)

Anne Seltmann 01.02.2011, 10.32 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

November




die abendsonne  legt

ihr letztes gold

über den blätterwald

um dann schweigend

zu  versinken

der tag ist besiegt

 

 
~*~

© Anne Seltmann

 

Anne Seltmann 30.10.2010, 12.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Manchmal...



sehne ich mich
nach einer Zeit
die ruhig ist
ohne Hast und Eile
Eine Zeit die langsam fließt
Nur dann mag ich gerne
ein wenig verweilen


~*~

© Anne Seltmann

2010

Anne Seltmann 29.10.2010, 20.19 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Herbstlied

one last dance




Den Herbst durchzieht

Das Sehnsuchtslied
Der Geigen
Und zwingt mein Herz
In bangem Schmerz
Zu schweigen.
 
Bleich und voll Leid,
Dass die letzte Zeit
Erscheine,
Gedenk' ich zurück
An fernes Glück,
Und ich weine.
 
Und so muss ich gehn
Im Herbsteswehn
Und Wetter,
Bald hier, bald dort,
Verweht und verdorrt
Wie die Blätter.


~*~

Paul Verlaine 1844-1896 franz. Lyriker

Anne Seltmann 07.09.2010, 20.05 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Wort




Das Wort verkümmert und stirbt,
wenn wir es nicht mit anderen teilen.

~*~


T.Aitmatow

Anne Seltmann 31.07.2010, 18.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Gutes Wetter

good morning sunshine




Sonnenschein ist köstlich, Regen erfrischt,
Wind kräftigt, Schnee erheitert.
Es gibt kein schlechtes Wetter,
es gibt nur verschiedene Arten von gutem.

~*~

John Ruskin

Anne Seltmann 16.07.2010, 15.32 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

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