Ausgewählter Beitrag

Es gibt Orte, die bleiben im Gedächtnis. Nicht nur wegen ihrer Landschaft oder der Nähe zum Meer, sondern auch wegen der Geschichten, die sie erzählen. Prora auf Rügen ist für mich so ein Ort.
Als ich mit meinem Lieblingsmenschen dort Urlaub (2021) gemacht habe, begegneten wir einem Platz, der auf ganz besondere Weise Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet. Die Ostsee, der lange Strand und die frische Meeresluft laden zum Durchatmen ein. Doch hinter der Urlaubsidylle stehen gewaltige Gebäude, die eine bedrückende Geschichte erzählen.
Prora wurde während der NS-Zeit als riesige Ferienanlage für das geplante „Seebad der 20.000 errichtet. Der monumentale Gebäudekomplex sollte Urlaub für die breite Masse ermöglichen, wurde aber nie wie vorgesehen fertiggestellt und genutzt. Heute sind viele Teile der Anlage saniert, in anderen befinden sich Ferienwohnungen, Hotels und unterschiedliche Einrichtungen.
Es ist ein merkwürdiges Gefühl, an einem Ort Urlaub zu machen, dessen Geschichte so eng mit dem dunkelsten Kapitel Deutschlands verbunden ist. Die Ostsee zeigt sich friedlich, der Strand lädt zum Verweilen ein – und doch ist da diese Vergangenheit, die sich nicht einfach ausblenden lässt.
Ich hatte bereits früher auf meinem Blog über Prora geschrieben. Wer meine damaligen Gedanken nachlesen möchte, findet den Beitrag hier:
T in die neue Woche Nr. 176 – mein damaliger Beitrag über Prora
Nun hat mich ein Fernsehbeitrag erneut an diesen besonderen Ort erinnert. Der NDR hat in der Reihe „die nordstory Spezial – Prora auf Rügen einen interessanten und sehenswerten Film veröffentlicht. Das Filmteam kehrt nach neun Jahren zurück und schaut, was aus den damaligen Bauprojekten und Versprechungen geworden ist. Aus einstigen Baustellen sind Hotels und Ferienapartments entstanden. Gleichzeitig bleiben Fragen offen, etwa nach einem lebendigen Ortsleben und den Auswirkungen des Immobilienbooms.
Ich finde es spannend, wie sich ein Ort im Laufe der Zeit verändert und wie unterschiedlich man ihn erleben kann. Als Urlauberin sieht man das Meer, die Landschaft und die unmittelbare Umgebung. Ein Film wie dieser lenkt den Blick auf das, was hinter den Fassaden liegt und was sich seitdem verändert hat.
Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb mich Prora nicht einfach loslässt. Manche Orte sind eben mehr als ein Reiseziel. Sie sind steinerne Zeugen der Geschichte und werfen Fragen auf, die auch lange nach dem Urlaub bleiben.
Wer sich für Prora interessiert, dem kann ich diesen Film wirklich empfehlen. Er ist eine gute Gelegenheit, den Ort noch einmal mit anderen Augen zu betrachten.
Hier geht es direkt zum Film in der ARD Mediathek:
„Die Nordstory Spezial – Prora auf Rügen ansehen
vom 18.10.2026
Anne Seltmann 21.10.2026, 09.25
Prora hätte ich mir 2019 gerne angesehen.
Da waren wir das erste mal mit den Roadrunner dort unterwegs, und fanden einfach keinen Parkplatz, überall Wohnmobilverbot und Höhenbegrenzung. Ich verstehe ja, dass man nicht überall einfach stehen und übernachten soll, dafür gibt es Stell/ Campingplätze, aber der Osten hat anscheinen nicht kapiert, dass man eventuell auch nur mal was besichtigen will, und so außen vor steht. Da wir keine Fahrräder mehr besitzen und auch nicht gut zu fuß sind, sind solche Orte für uns mittlerweile "gestrorben"
Was solls, es gibt andere Orte, wo man mit Wohnmobil willkommener ist.
hab einen schönen Tag
lg
vom 21.10.2026, 10.05