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Einträge vom: 04.10.2026

Heute ist Erntedankfest



[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]



Wenn ich an Erntedank denke, sehe ich gefüllte Körbe, Kürbisse, Ähren, Äpfel und die warmen Farben des Herbstes vor mir. Aber hinter diesem Fest steckt eine Geschichte, die viel älter ist, als man vielleicht denkt.

Schon lange bevor es das christliche Erntedankfest gab, feierten Menschen den Abschluss der Ernte. Denn für die Menschen früher war eine gute Ernte keine Selbstverständlichkeit. Von dem, was auf den Feldern wuchs, hing ab, ob die Familie gut durch den Winter kam. Getreide, Obst und Gemüse bedeuteten Nahrung – und damit schlicht Leben.

Deshalb gab es in vielen Kulturen Feste, bei denen man für die Ernte dankte. Man feierte das Ende der anstrengenden Feldarbeit, brachte die ersten oder schönsten Früchte zusammen und dankte für das, was die Erde hervorgebracht hatte.

Auch im Christentum bekam dieser Gedanke seinen festen Platz. Erntedank wurde zu einem Fest des Dankes an Gott für die Gaben der Natur und für das tägliche Brot. In Deutschland wird es heute meist am ersten Sonntag im Oktober gefeiert, wobei es regional auch andere Termine gibt.

Und vielleicht ist gerade das etwas Schönes: Ein Brauch, der aus einer Zeit kommt, in der Menschen noch sehr unmittelbar davon abhängig waren, was die Erde ihnen schenkte, hat sich bis heute erhalten.

Nur hat sich unser Blick auf die Ernte verändert.

Wir gehen in den Supermarkt und finden zu jeder Jahreszeit fast alles, was wir brauchen. Brot liegt fertig im Regal, Obst und Gemüse sind selbstverständlich geworden. Die wenigsten von uns müssen noch darüber nachdenken, ob die Ernte in diesem Jahr für den Winter reicht.

Und trotzdem tut es gut, sich einmal daran zu erinnern, wo all das beginnt.

Bei einem Samenkorn, das in die Erde fällt.
Bei Regen und Sonne.
Bei Menschen, die säen, pflanzen, pflegen und ernten.
Bei Feldern, die uns ernähren.
Und bei einer Natur, von der wir viel selbstverständlicher leben, als uns manchmal bewusst ist.

Vielleicht ist Erntedank deshalb heute wichtiger denn je.

Nicht nur als religiöses Fest. Sondern als kleine Erinnerung daran, dass vieles in unserem Leben nicht einfach aus dem Nichts entsteht.

Und vielleicht dürfen wir den Gedanken der Ernte sogar noch ein wenig weitertragen.

Denn auch in unserem eigenen Leben gibt es Dinge, die gewachsen sind.

Eine Freundschaft.
Ein neuer Mut.
Eine Begegnung.
Ein langer Weg, den wir geschafft haben.
Eine Erinnerung, die uns noch immer wärmt.
Menschen, die geblieben sind.
Und manchmal auch die Erkenntnis, dass wir stärker waren, als wir selbst geglaubt haben.

Nicht jede Saat geht auf. Nicht alles, was wir uns wünschen, wächst so, wie wir es geplant haben. Manche Dinge brauchen viel länger, andere verschwinden wieder.

Aber wenn wir heute einmal innehalten und unseren ganz persönlichen Erntekorb betrachten – vielleicht finden wir darin mehr, als wir gedacht haben.

Ein paar schöne Erinnerungen.
Ein bisschen Zuversicht.
Liebe.
Dankbarkeit.
Und vielleicht sogar Hoffnung auf das, was noch wachsen darf.

Erntedank bedeutet für mich deshalb nicht nur, für eine volle Ernte dankbar zu sein.

Es bedeutet, einmal stehenzubleiben und wahrzunehmen, wie viel Gutes längst da ist.

Und dafür einfach zu sagen:

Danke!




Anne Seltmann 04.10.2026, 09.09| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: AktuellePerlen | Tags: Erntedankfest, Ernte, KI, Midjourney,