Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: poem

Miau-velous Moments N° 41






Neulich bei meiner Freundin:

Du: "Na, wie läuft's mit deiner Strickkatzenbande?" 

Sie: "Bande trifft's perfekt! Die Graue hat gestern Nacht den Kühlschrank geplündert." 

Du: "Wie bitte?! Die ist aus Wolle!" 

Sie: "Ja, aber wer, glaubst du, hat die Käseecken im Wohnzimmer verteilt? Ich? Die Graue saß da mit diesem Blick, als wollte sie sagen: "Hast du was dagegen?"

" Du: "Hm. Vielleicht war's ein Mäuschen." 

Sie: "Nein, nein. Das Mäuschen saß daneben und hat applaudiert. Ich schwöre, ich hab's gesehen." 

Du: "Okay … und die Getigerte?" 

Sie: "Die hat wieder Socken geklaut. Letzte Woche hab ich einen im Blumentopf gefunden. Einen anderen im Brotkasten. Ich glaube, sie baut sich ein eigenes Königreich aus Einzelsocken." 

Du: "Ein Königreich der Einzelsocken … ich muss zugeben, das klingt plausibel." 

Sie: "Und die Schwarzweiße hat neulich einen ganzen Stapel Bücher vom Regal geschubst. Ich glaube, sie studiert heimlich. Wahrscheinlich hat sie schon ihren Doktortitel in Katzenphilosophie."

Du: "Katzenphilosophie?" 

Sie: "Ja. >> Ich stricke, also bin ich. <<  Oder so ähnlich." 

Du: "Langsam glaube ich wirklich, dass du in einem verzauberten Wollzoo wohnst." 

Sie: "Na also! Endlich versteht mich jemand."




Die Geschichte ist natürlich frei erfunden. 


 






Anne Seltmann 24.09.2025, 06.54 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Projekt: Ich seh rot 241/2025







theater
der vorhang zittert
als wüsste er mehr als wir

ein raum hält den atem an
stühle, augen, herzen
alles gespannt auf das erste wort
das erste licht
die erste geste

noch ist nichts geschehen
doch schon liegt es in der luft
wie ein versprechen
oder ein geheimnis,
das gleich seine form sucht

theater beginnt
lange bevor es beginnt


~*~

© Anne Seltmann





Juttas...

...pausiert




Anne Seltmann 23.09.2025, 14.20 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

MosaicMonday N° 79




Katzen sind faszinierende Wesen, die seit Jahrtausenden eine besondere Rolle im Leben der Menschen spielen. Sie gelten als unabhängige, elegante und zugleich geheimnisvolle Tiere. Ihre Bewegungen sind geschmeidig, fast lautlos, was ihnen eine Aura von Anmut und Leichtigkeit verleiht.

Charakterlich sind Katzen oft eigenständig – sie suchen Nähe, wenn sie möchten, ziehen sich aber auch gerne zurück. Gerade diese Mischung aus Zuneigung und Freiheit macht sie für viele Menschen so besonders. Wenn eine Katze sich freiwillig auf deinen Schoß legt oder dir vertrauensvoll den Bauch zeigt, ist das ein großes Zeichen von Vertrauen.

Katzen sind auch äußerst feinfühlig. Sie spüren Stimmungen, reagieren auf die Energie ihrer Umgebung und wirken durch ihr Schnurren beruhigend. Dieses Schnurren ist nicht nur Ausdruck von Wohlbefinden, sondern hat nachweislich eine heilende Wirkung: Die Schwingungen können Stress lindern und sogar Knochenheilung fördern.

In vielen Kulturen sind Katzen mit Symbolen von Mystik und Spiritualität verbunden. Im alten Ägypten wurden sie verehrt, in Sagen und Märchen gelten sie oft als kluge Begleiter zwischen den Welten.

Und trotz all ihrer geheimnisvollen Seiten bleibt auch etwas ganz Bodenständiges: das lustige Spiel mit einer simplen Schnur, der neugierige Blick aus dem Fenster oder das wohlig eingerollte Schlafen im Sonnenlicht.





die katze tritt ein
nicht durch die tür
sondern durch den flüsternen schatten
der sich über die wände legt

ihre pfoten malen leise
auf dem staub des tages
ein alphabet aus fragen
das nur die stille versteht

sie sieht dich an
als wärst du ein stern
der noch nicht weiß,
ob er fällt
oder für immer bleibt

in ihrem schnurren
ruht die ganze welt
und nichts
was du denkst
verweht unbemerkt

die katze gleitet fort
und der raum atmet nach
voll von allem,
was nie gesagt wurde

~*~

© Anne Seltmann











Anne Seltmann 22.09.2025, 07.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 237









das wasser hält den himmel
wie eine zweite haut,
spiegel und widerspruch zugleich.

ein segel, weiß,
durchschneidet das leuchten,
hält das gleichgewicht
zwischen stille und weggehen.

kein ufer ruft,
kein horizont verspricht,
nur dieser atem aus licht,
der alles trägt,
und die hand, unsichtbar,
die dich weiterführt.


~*~


© Anne Seltmann





Anne Seltmann 17.09.2025, 10.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 25



[KI generiertes Bild / Text © Anne Seltmann]



Der kleine Fisch hieß Fiora und sie war anders. Während die anderen Fische silbrig glänzten und sich im Schwarm unsichtbar machten, leuchtete Fiora in einem Feuerwerk aus Pink, Orange und Gold. Anfangs hasste sie diese Farben. Denn wo sie auch hinschwamm – alle starrten sie an. Manche mieden sie, andere tuschelten, und im Schwarm fühlte sie sich nie dazugehörig.

Oft versteckte sie sich zwischen Steinen, wünschte sich, so grau wie die anderen zu sein. Doch je mehr sie ihre Farben verbarg, desto trauriger wurde sie.

Eines Tages, als die Sonne tief ins Wasser fiel, bemerkte sie, dass sich das Licht auf ihren Schuppen brach. Der Meeresgrund verwandelte sich in ein funkelndes Mosaik aus warmen Tönen. Kleine Fische kamen neugierig herbei, angelockt von der Schönheit, die sie selbst gar nicht sah. "Wie schön!", riefen sie. "Du malst das Meer mit Licht!"

Da begriff Fiora, dass ihre Farben kein Makel, sondern ein Geschenk waren. Sie begann, stolz zu schwimmen, ihr Glitzern frei zu entfalten. Und von da an war sie nicht länger nur ein Fisch – sie war diejenige, die das Meer zum Leuchten brachte.



© Anne Seltmann




Anne Seltmann 12.09.2025, 06.14 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Lina und Pünktchen auf Wanderschaft II.




[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann] 



Am nächsten Morgen wachten Lina und Pünktchen auf, noch eingerollt auf ihrem großen grünen Blattbett. Ein leichter Wind trug den Duft von frischen Gräsern und Blüten zu ihnen herüber. Sie streckten sich, gähnten leise und nahmen sich wieder an den Händchen, bereit für neue Entdeckungen.

Diesmal führte ihr Weg zu einem kleinen, glitzernden Bach, der sich wie ein silbernes Band durch das Feld schlängelte. Lina hüpfte auf einen Stein, Pünktchen balancierte hinterher, und sie kicherten, als das Wasser ihnen kleine Spritzer ins Gesicht schickte.

Plötzlich entdeckten sie eine Gruppe winziger Schnecken, die gemächlich ihre Häuser trugen. "Wie tapfer sie ihre Lasten tragen!", flüsterte Pünktchen bewundernd. Lina nickte: "Vielleicht können wir uns etwas von ihnen abschauen – langsam, aber sicher, Schritt für Schritt."

Sie folgten dem Bach ein Stück weiter, bis sie auf eine kleine Wiese voller leuchtender Blumen trafen, die ihnen wie ein geheimnisvoller Garten vorkam. Zwischen den Blüten versteckten sich bunte Käfer, die freundlich winkten. Lina und Pünktchen fühlten sich willkommen, und für einen Moment blieben sie stehen, beobachteten das fröhliche Treiben und lernten, dass Abenteuer nicht immer nur weite Wege bedeuten – manchmal sind es die kleinen Begegnungen, die die größte Freude bringen.

Und so gingen sie weiter, Hand in Hand, bereit für alles, was das Feld noch an Wundern für sie bereithielt.


© Anne Seltmann




Anne Seltmann 10.09.2025, 10.24 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Projekt: Ich seh rot 240/2025









Theater ist Maske und Wahrheit zugleich,
ein Fieber im Licht,
ein Traum, der den Augenblick verzehrt
und doch genährt wird vom Beifall.


Es ist das Lachen des Künstlers,
dass die Träne verschluckt,
der Held, der stark sein muss,
auch wenn ihm das Zittern die Knie nimmt.


Theater ist Beginn und Ende,
Sehnsucht und Rausch,
ein Leben, das gespielt wird,
und gerade darin
wirklicher ist als die Welt dahinter.


~*~


© Anne Seltmann









Anne Seltmann 09.09.2025, 06.35 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Lina und Pünktchen auf Wanderschaft I.




[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann] 





Es waren einmal zwei kleine Marienkäfer, Lina und Pünktchen, die beschlossen, die große, weite Welt zu entdecken. Gleich früh am Morgen, als die Sonne ihre ersten goldenen Strahlen über das Feld schickte, nahmen sie sich an den winzigen Händchen und machten sich auf den Weg.

Sie stolperten über Grashalme, die höher waren als Türme, und krochen durch Blütenkelche, die wie bunte Zelte dufteten. Einmal ließen sie sich von einem Windhauch ein Stückchen tragen, so als hätten sie heimlich Flügel aus Träumen.

"Schau mal, wie die Ameisen eilig laufen!", rief Lina. "Und wie der Schmetterling tanzt!", lachte Pünktchen. Doch egal, was sie sahen, sie hielten sich immer fest, damit keiner verloren ging.

Sie sangen kleine Käferlieder, machten Pausen auf Gänseblümchen und stellten sich vor, sie seien große Abenteurer auf Wanderschaft. Alles war neu, alles war spannend, und selbst die kleinste Pusteblume konnte für sie ein Schloss sein.

Als die Sonne langsam hinter den Hügeln verschwand, fanden Lina und Pünktchen ein großes Blatt, breit wie ein grünes Bett. Sie kuschelten sich nebeneinander, schlossen die Augen und flüsterten: "Morgen ziehen wir weiter – und entdecken wieder die Wunder des Feldes."

Und so schliefen sie ein, Hand in Hand, mitten im Abenteuer.



© Anne Seltmann




Anne Seltmann 08.09.2025, 10.09 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Samstag ist Badetag N° 09








"Exklusiver geht's nicht!"versprach der Reiseveranstalter. "Unsere neueste Innovation: Spoon-Resorts – Urlaub direkt im Löffel." Statt überfüllte Strände, statt endloser Anreise: Einfach Besteckschublade öffnen, Löffel wählen, und schon liegen Sie am Privatstrand.

Hier genießen Sie perfekte Wellen, handverlesene Sandkörner und garantiert wolkenfreie Zuckerwatte-Skies. Getränke? Kein Problem, die Minibar steht direkt neben dem Teebeutel. Für Adrenalinsucher gibt es Surfkurse auf Milchschaum-Wellen, für Genießer Sonnenliegen zwischen Zuckerkristallen.

Einziger Hinweis im Kleingedruckten: Bitte vermeiden Sie Spülmaschinenprogramme, da dies zur kompletten Evakuierung des Resorts führen kann.





Anne Seltmann 06.09.2025, 06.32 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 26









die wiese
streckt sich wie ein offenes buch
unter dem himmel

jeder blütenkopf
ein flüstern,
ein kleines geheimnis

die luft summt
von bienen, von wind,
von allem, was atmet

ich gehe hindurch
barfuß,
und die zeit bleibt kurz stehen

ein rot, ein gelb,
ein blau,
und alles leuchtet
wie ein herz, das nach draußen springt

~*~

© Anne Seltmann









Anne Seltmann 05.09.2025, 06.17 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL