Tag: blau

Juna hatte schon immer das Gefühl, dass das Meer sie kannte.
Nicht nur mochte.
Nicht nur duldete.
Nein – es kannte sie, wie man einen Namen kennt, der einem einmal wichtig war.
Jeden Abend ging sie an den Steg, setzte sich und sprach mit den Wellen, als könnten sie antworten.
„Wenn du Geheimnisse hast, sagte sie zum Meer,
„dann darfst du sie mir erzählen.
Eines Abends war das Wasser ungewöhnlich still.
Der Wind hatte aufgehört, an den Dünen zu zupfen, und selbst die Möwen schienen zu lauschen.
Dann brach etwas Dunkles durch die Oberfläche.
Ein Rücken, schwarz wie Mitternacht.
Eine Flosse, hoch und glänzend.
Ein Orca.
Juna hielt den Atem an.
Der Orca kam näher, langsam, lautlos, bis seine Augen sie fanden – tief, klug, beinahe menschlich.
„Du hast lange genug gefragt, sagte eine Stimme.
Juna sah sich um.
Niemand war da.
„Hier, sagte die Stimme wieder, warm wie tiefer Donner.
Der Orca neigte den Kopf.
„Manchmal antwortet das Meer.
Juna trat bis zu den Knöcheln ins Wasser.
„Kannst du sprechen?
„Nur mit denen, die zuhören können.
Von diesem Abend an kam der Orca jede Nacht.
Er erzählte ihr von Städten aus Korallen unter dem Meer,
von Schiffen, die auf dem Grund schlafen,
von Walen, die Lieder kennen, älter als jede Sprache.
Und Juna erzählte ihm von der Welt an Land:
von Vögeln, die im Regen baden,
von Apfelkuchen,
und davon, wie sich Einsamkeit manchmal anfühlt.
„Die Menschen glauben oft, sagte der Orca eines Nachts,
„dass sie allein sind mit dem, was sie fühlen.
Dabei trägt jedes Wesen seine eigene Tiefe.
Juna legte die Hand auf seine nasse Stirn.
„Wirst du immer kommen?
Der Orca schwieg lange.
Dann sagte er:
„Nichts, was magisch ist, bleibt für immer.
Aber manches bleibt lange genug, um ein Herz zu verändern.
Und eines Morgens war das Meer wieder nur Meer.
Der Orca kam nicht mehr.
Doch wann immer Juna später Angst hatte,
oder sich klein fühlte in einer lauten Welt,
ging sie an den Strand.
Und irgendwo weit draußen
hob sich manchmal eine schwarze Flosse
für einen einzigen Augenblick
aus den Wellen.
Nur damit sie wusste:
Manche Freundschaften
verschwinden nicht.
Sie lernen nur, aus der Ferne zu leuchten.
© Anne Seltmann
Anne Seltmann 14.04.2026, 16.37 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL




Anne Seltmann 28.03.2024, 07.44 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Anne Seltmann 09.01.2024, 06.05 | (5/1) Kommentare (RSS) | TB | PL


Bald schon beginnt die Nebensaison und die Strandkörbe können so Mitte April, Anfang Mai gebucht werden.
Viele Strandkörbe werden schon Monate, wenn nicht sogar Jahre vorher gebucht, um sicher zu gehen, dass man noch einen abbekommt.
Wusstet ihr, dass es eine Webseite oder eine App gibt, die sich * Strandbutler nennt? Es ist die größte Buchungsplattform für Strandkörbe.
Obwohl wir die Ostsee vor der Tür haben, zieht es uns nicht an den Strand, zwischen all den Menschenmassen. Wir sind eher die Strandspaziergänger. Aber in diesem Jahr haben wir uns tatsächlich einmal vorgenommen uns einen Strandkorb zu mieten. Wir haben ja Gott sei Dank die Möglichkeit uns mehrere Strände auszugucken, jene die nicht so überladen mit Menschen sind. Wir kennen da Gott sei Dank schon ein paar gute Stellen. Der Liebste liegt auch nicht so gerne auf einer Decke, die Strandstühle, die ich einst gekauft habe, mag er auch nicht, also muss ein Strandkorb her. Schauen wir mal!
Anne Seltmann 03.01.2024, 05.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL


Die Tanne wiegt sich im Wind,
ein kleiner Vogel kam geschwind.
Sang ein Lied von Freiheit und Seligkeit.
Der kleine Vogel, ein Bote der Zeit.
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 27.11.2023, 15.13 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Anne Seltmann 10.10.2023, 16.40 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL



Anne Seltmann 13.06.2023, 14.53 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL










Anne Seltmann 21.05.2023, 09.10 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL



Anne Seltmann 10.01.2022, 00.00 | (12/0) Kommentare (RSS) | TB | PL