Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag:

Unterwegs durch Polen und Masuren


1. Tag: Anreise

Unsere Reise beginnt mit der Fahrt gen Osten. Ein erster Höhepunkt ist die monumentale Christus-Statue von wiebodzin. Mit ihren 36 Metern Höhe überragt sie sogar das berühmte Vorbild in Rio de Janeiro. Ein beeindruckender Anblick und ein Wahrzeichen Polens, das man nicht so schnell vergisst. Zu Füßen der monumentalen Christus-Statue entdeckten wir neben dem gewaltigen Bauwerk auch viele kleine Steine und von Menschenhand aufgeschichtete Steinbauten. Ob sie als persönliche Zeichen, Erinnerungen oder einfach aus Freude am Gestalten entstanden sind, blieb uns verborgen. Doch zwischen all der Größe wirkten diese kleinen Steinwelten fast wie stille, ganz persönliche Botschaften. Anschließend geht es weiter nach Piła, dem früheren Schneidemühl, wo wir übernachten.

Schon am ersten Tag wird allerdings deutlich, dass diese Reise vor allem eines bedeutet: viele Kilometer. (Insgesamt waren es  2838 Km). Wir sitzen mehr im Bus, als dass wir auf den Beinen sind. Die Landschaft zieht am Fenster vorbei, während die Sehenswürdigkeiten oft nur für einen kurzen Moment zu unseren werden.






2. Tag: Ankommen in Masuren

Am nächsten Tag führt uns die Reise nach Piecki, dem früheren Peitschendorf, zu unserem Hotel Mazur Syrenka. Ein Begrüßungsgetränk heißt uns willkommen, bevor wir uns am Abend zum ersten gemeinsamen Essen im Hotelrestaurant versammeln. Nun sind wir endgültig in Masuren angekommen.






3. Tag: Kirchen, Burgen und ein See

Heute wartet Heiligelinde, wita Lipka, auf uns. Die berühmte Wallfahrtskirche gehört zu den prächtigsten Barockkirchen Polens. Danach geht es nach Reszel, dem früheren Rößel, mit seiner imposanten Burg und der sehenswerten gotischen Kirche. In Giycko, dem alten Lötzen, lassen wir den Tag am Löwentinsee ausklingen.

Alles klingt nach einem abwechslungsreichen Besichtigungsprogramm. In der Wirklichkeit aber bleibt vieles nur ein kurzer Blick. Kaum angekommen, heißt es oft schon wieder: einsteigen, weiterfahren. Für ausführliche Erkundungen, einen zweiten Blick oder einfach ein wenig Verweilen fehlt die Zeit. Manches hätte mehr verdient als die wenigen Minuten, die uns dafür blieben.






4. Tag: Masuren vom Wasser aus

Der Spirdingsee, auf Polnisch niardwy, ist der größte See Polens. Von Nikolaiken aus unternehmen wir eine etwa ein- bis zweistündige Schifffahrt und erleben Masuren einmal aus einer ganz anderen Perspektive. Auf der Rückfahrt machen wir Halt in Ryn, dem früheren Rhein. Anschließend besuchen wir das Bauernhofmuseum in Sadry. Bei Kaffee und Kuchen bleibt Zeit, die Eindrücke dieses Tages ein wenig sacken zu lassen.


Doch auch heute begleitet uns der Eindruck, dass wir mehr unterwegs sind, als dass wir wirklich ankommen. Die Entfernungen sind groß, die Aufenthalte kurz. Masuren hätte so viel zu erzählen – und wir hätten so gern länger zugehört, wenn da nicht schon der nächste Programmpunkt gewartet hätte.





5. Tag: Zwischen Vergangenheit und stiller Natur

Im Freilichtmuseum von Olsztynek, dem früheren Hohenstein, begegnen wir dem ländlichen Leben vergangener Jahrhunderte. Originale Gebäude erzählen von einer Zeit, in der vieles noch langsamer und unmittelbarer war. Danach geht es nach Olsztyn, dem alten Allenstein, mit seinem historischen Schloss.





Und dann war da noch unser Reiseleiter …

Unser Reiseleiter, der sonst als Pastor tätig ist, hatte offenbar ein großes Mitteilungsbedürfnis. Seine Texte wollten einfach kein Ende nehmen. Ob im Bus, während der Fahrt oder an den verschiedenen Stationen – immer gab es noch etwas zu erzählen, zu erklären und mit weiteren Worten zu versehen.

Wir haben uns manches Mal einen kleinen Ausknopf für ihn gewünscht. Nicht, weil wir grundsätzlich nichts hören wollten, sondern weil wir uns zwischendurch auch einfach nach Ruhe sehnten. Nach dem Blick aus dem Fenster. Nach einem eigenen Gedanken. Nach dem Gefühl, selbst ein wenig auf dieser Reise anzukommen.

Auch die diplomatischen Worte unseres Busfahrers, der gelegentlich vorsichtig darauf hinwies, dass es vielleicht nun genug sei, blieben unbeachtet. Sinngemäß ließ unser Reiseleiter wissen, dass ihm das egal sei – und erzählte einfach weiter. Unser Fahrer Salih, der uns ansonsten sicher und souverän durch Polen brachte, konnte da offenbar auch nichts ausrichten.





Zum Abschied bekommt jeder Fahrgast einen kleinen Schokotaler, das sogenannte Erinnerungsgold (links oben im Bild). Eine süße Aufmerksamkeit, die daran erinnern soll, dass man nicht nur mit vielen Eindrücken, sondern auch mit einem kleinen Stück gemeinsamer Reise nach Hause fährt. Ich finde, das ist eine schöne Geste – denn Erinnerungen sind schließlich auch etwas, das man sich bewahren und manchmal sogar auf der Zunge zergehen lassen kann.

Was mir in den Hotels besonders gut gefallen hat, waren die Wasserkocher auf den Zimmern. Für mich ein ganz großes Plus! So konnte ich mir morgens schon meinen Kaffee zubereiten, ohne erst darauf warten zu müssen, dass irgendwo das Frühstück beginnt oder die Kaffeemaschine ihren Dienst aufnimmt. Ein kleiner Komfort, der für mich den Start in den Tag gleich viel angenehmer gemacht hat.

Und natürlich darf auch unser toller Busfahrer Salih (* von Peters Reisen)nicht unerwähnt bleiben. Er hat uns sicher und souverän durch die Straßen Polens manövriert, über viele Kilometer hinweg und durch so manche ungewohnte Verkehrssituation. Dabei blieb er freundlich und geduldig. Ein herzliches Dankeschön an ihn und an Peters Reisen!

Mit dabei war außerdem meine tolle, genähte Tasche von Kreasoli. Sie ließ sich wunderbar mit an Bord nehmen und war genau das Richtige für unsere mitgebrachten Pausenbrote, Getränke und allerlei Kleinigkeiten, die man unterwegs so braucht. Praktisch, schön und immer griffbereit – manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die eine Reise noch angenehmer machen.


6. und 7. Tag: Abschied und Heimreise

Langsam heißt es Abschied nehmen. Auf dem Weg zurück machen wir noch einen Abstecher nach Bydgoszcz, dem früheren Bromberg. In der charmanten Altstadt bleibt Zeit für eigene Entdeckungen, bevor wir zur Übernachtung wieder nach Piła fahren. Am nächsten Tag geht es zurück nach Norddeutschland.

Im Gepäck: viele Eindrücke, neue Bilder und die Erinnerung an eine Reise durch ein Land voller Geschichte, Wasser und stiller Schönheit. Und vielleicht auch der Gedanke, dass weniger manchmal mehr gewesen wäre: weniger Bus, weniger Worte, dafür mehr Zeit zum Schauen, Staunen und Verweilen.



 [Namensnennung...unbeauftragt und unbezahlt!]

 



Anne Seltmann 17.09.2026, 10.10 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Montagsherz N° 668





Leider habe ich bei all den Reisevorbereitungen (kürzlich) das Montagsherz vergessen.
Bitte seht es mir nach! Obiges Herz stammt von einem meiner Hortkinder.
Viele Werke dieser Art sind in unserer hauseigenen Werkstatt entstanden.










14.09.2026, 00.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Blogwächter

[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]



Erst die Enkelbuben, dann Masuren – Urlaub mit Zwischenlandung zu Hause

Man könnte meinen, wir hätten unseren Urlaub ganz entspannt geplant. Haben wir natürlich nicht. Wir haben uns stattdessen gedacht: Warum eigentlich nur einmal Koffer packen, wenn man das Ganze auch als sportliche Herausforderung betrachten kann? Also geht es am 3. September erst einmal zu unseren Enkelbuben – und zwar bis zum 7. September. Vier Tage Enkelzeit! Was kann da schon passieren? Wahrscheinlich werden wir anschließend feststellen, dass wir dringend zwei Tage Erholung brauchen … von der Erholung.

Denn Enkel besuchen bedeutet ja bekanntlich nicht einfach nur „mal vorbeischauen. Nein, da gibt es Abenteuer, Fragen, Essen, Spielen, Quatsch machen, Lachen und vermutlich mindestens einen Moment, in dem wir uns fragen, warum wir eigentlich dachten, wir hätten noch ausreichend Energie. Aber genau dafür sind Großeltern schließlich da: um Dinge zu erlauben, bei denen die Eltern vermutlich kurz die Augen schließen und tief durchatmen.

Am 7. September geht es dann erst einmal wieder nach Hause. Und jetzt kommt der wirklich gut durchdachte Teil unseres Reiseplans: Wir haben ganze zwei Tage, um uns von den Enkelbuben zu erholen, die Wäsche zu sortieren, Koffer auszupacken, Koffer wieder einzupacken, festzustellen, dass wir natürlich irgendetwas vergessen haben, und uns mental darauf einzustellen, dass wir eigentlich gerade erst angekommen sind.

Denn am 10. September heißt es schon wieder: Auf nach Masuren!

Vom 10. bis zum 16. September tauschen wir also Enkeltrubel gegen Seen, Landschaft, Natur und hoffentlich ein bisschen mehr Ruhe. Wobei ich bei uns inzwischen gelernt habe, dass „Ruhe ein sehr dehnbarer Begriff ist. Vielleicht bedeutet Ruhe bei uns einfach nur, dass gerade niemand „Oma! ruft.

So sieht unser September also aus: erst Enkelbuben, dann kurz heimisches Zwischenlager und anschließend Masuren. Ein bisschen Familienzeit, ein bisschen Kofferlogistik und ganz viel Vorfreude. Und falls wir nach diesem Urlaub irgendwann wieder wissen, welcher Koffer eigentlich wohin gehört, betrachten wir das als persönlichen Reiseerfolg.

Ich freue mich jedenfalls riesig auf beides. Auf die kleinen Kerle sowieso – und auf Masuren, das danach ganz andere Geschichten für uns bereithalten wird.

Unser Urlaub hat also einen kleinen Vorgeschmack, eine kurze Verschnaufpause und anschließend noch eine Zugabe.
Und ich ahne jetzt schon: Langweilig wird dieser September ganz bestimmt nicht.


Währenddessen übernimmt mein obiger Blogwächter das Kommando. 

Ich bin bald zurück.
Vielleicht mit neuen Geschichten. 


Der oder die Letzte macht das Licht aus!




 




Anne Seltmann 09.09.2026, 10.57 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Miau-velous Moments N° 70


Manchmal muss man einfach genauer hinschauen …

Ich glaube, Katzen wissen sehr viel mehr, als sie uns erzählen. Sie beobachten uns, verfolgen jede noch so kleine Bewegung und scheinen Dinge zu bemerken, die uns völlig entgehen. Und manchmal sitzen sie einfach da und schauen uns mit diesen großen, runden Augen an, als wollten sie sagen: „Ich weiß genau, was hier vor sich geht. Du vielleicht noch nicht.

So stelle ich mir auch diesen kleinen Kerl vor. Ganz vorsichtig lugt er über die Sofakante, nur die Augen, die Ohren und eine kleine Pfote sind zu sehen. Der Rest von ihm bleibt lieber im Verborgenen. Schließlich weiß man ja nie, was hinter der nächsten Sofaecke lauert. Vielleicht bewegt sich die Decke von ganz allein. Vielleicht hat sich irgendwo ein kleiner Schatten versteckt. Oder vielleicht ist da einfach nur etwas, das unbedingt untersucht werden muss.

Also heißt es: beobachten, abwarten und bloß keinen Schritt zu früh machen. Die Menschen nennen so etwas vielleicht Neugier. Eine Katze würde vermutlich sagen: professionelle Überwachung.

Und während im Hintergrund gemütlich die Lampe leuchtet und das Wohnzimmer ganz friedlich aussieht, sitzt dieser kleine Wächter auf seinem Posten. Bereit, jederzeit einzugreifen, falls die Sofadecke plötzlich eigene Pläne hat.

Ich musste bei diesem Bild jedenfalls sofort schmunzeln. Denn manchmal braucht es gar keine großen Abenteuer. Manchmal reicht ein neugieriger Blick über die Sofakante, eine kleine Pfote und die Gewissheit: Irgendjemand passt hier ganz genau auf.




Anne Seltmann 09.09.2026, 07.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Projekt: Ich seh rot 265/2026





Am Sonntag, den 6. September, waren wir mit dem jüngeren Enkelbuben bei der Feuerwehr in Krefeld. Diese hatte zu ihrem Tag der offenen Tür eingeladen und bot den Besucherinnen und Besuchern einen spannenden Blick hinter die Kulissen. Auf dem Gelände der Feuerwache gab es zahlreiche Vorführungen, darunter Schauübungen am Brandhaus, außerdem konnten Einsatzfahrzeuge und moderne Technik aus nächster Nähe besichtigt werden. Informationsstände gaben Einblicke in die vielfältigen Aufgaben von Feuerwehr und Rettungsdienst, während verschiedene Mitmachaktionen auch bei den jüngeren Gästen für Unterhaltung sorgten. Einsatzkräfte standen für Gespräche zur Verfügung und beantworteten Fragen rund um ihren Berufsalltag. Für das leibliche Wohl sorgte eine Gastro-Meile mit verschiedenen Speisen und Getränken. Gleichzeitig gab es noch zwei besondere Gründe zum Feiern: Das zehnjährige Bestehen der Hauptfeuer- und Rettungswache sowie 135 Jahre Berufsfeuerwehr Krefeld.

Nun sind wir kurzweilig wieder zu Hause, denn am Donnerstag (wie ich HIER schon erwähnte) geht es wieder auf Reisen.




Juttas...


Anne Seltmann 08.09.2026, 07.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Marius Nature Thursday 2026 N° 19





Besucher: „Na, du willst mir wohl etwas sagen?

Zebra: „Allerdings! Erstens: Mach das Gitter auf!

Besucher: „Und zweitens?

Zebra: „Komm näher, dann sag ichs dir!

Besucher: „Warum so laut?

Zebra: „Weil ich durch die Gitterstäbe schlecht flüstern kann! 







03.09.2026, 05.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL

…und dann jagen wir möwen hinterher




[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann] 




du rennst voraus
über den nassen strand
dort wo die wellen
ihre weißen ränder
in den sand schreiben
und gleich wieder verwischen

 

ich hinterher
mit salz auf den lippen
und einer muschel im schuh
die du selbstverständlich
für einen glücksbringer hältst

 

der wind zupft an deiner jacke
die gischt spritzt bis an die knie
und irgendwo draußen
schaukelt ein kutter
auf den dunklen wellen

 

wir bleiben kurz stehen
weil das meer heute
so blau ist
dass man fast hineinfallen möchte

 

dann findet sich
zwischen unseren füßen
ein stück treibholz
und du erklärst mir
dass es aussieht
wie ein ziemlich schlecht gelaunter wal

 

ich widerspreche
natürlich

 

wir lachen


eine möwe klaut dir beinahe
dein brötchen
und plötzlich ist es wieder da:

 

dieses kindliche
unvernünftige
herrliche glück

 

wir springen über die pfützen
rennen den brechenden wellen davon
sammeln drei gleiche steine
und behaupten
sie seien selten

 

der leuchtturm dreht sein licht
über den abend
die bojen klingeln draußen
und der horizont
zieht langsam seine blaue Decke
über das wasser

 

und dann jagen wir möwen hinterher

 

barfuß
mit nassen hosen
und viel zu großen lachen

 

bis wir beide
keinen schritt mehr können

 

und liegen bleiben
mit dem kopf im sand
und dem meer im ohr

 

und du sagst:

morgen wieder?

 

als gäbe es überhaupt
eine andere antwort.

~*~

© Anne Seltmann


 





Anne Seltmann 02.09.2026, 08.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Montagsherz N° 667






Ein bisschen Dorfleben – und eine ganz besondere Entenfamilie

Manchmal muss man gar nicht weit gehen, um eine kleine Geschichte zu entdecken.

Dieses Bild habe ich bei mir im Dorf aufgenommen, direkt am Herrenhaus. Ein Ort, an dem man einfach mal stehen bleiben kann, weil die Umgebung so schön ist. Alte Bäume, Wasser, das Herrenhaus im Hintergrund und diese wunderbare Ruhe, die man manchmal erst bemerkt, wenn man ein wenig genauer hinschaut.

Und dann steht da plötzlich dieses Schild.

„Achtung, Enten!

Nun ja – ganz offensichtlich hat hier jemand ein Herz für die gefiederten Bewohner. Und offenbar auch für kreative Verkehrsschilder.

Statt eines nüchternen Warnzeichens gibt es eine selbstgemalte Entenfamilie: eine große Ente vorneweg, dahinter der Nachwuchs – und rundherum zwei kleine Herzen. Fast könnte man meinen, die Enten hätten hier ihren ganz persönlichen Schutzbeauftragten gefunden.

Besonders schön finde ich, dass dieses Schild überhaupt nicht perfekt ist.

Es ist selbst gemacht, bunt, ein bisschen schief und ganz offensichtlich mit Liebe gestaltet. Und vielleicht macht genau das seinen Charme aus.

Während im Hintergrund das Herrenhaus beinahe ein wenig majestätisch wirkt, stand davor dieses kleine, fröhliche Warnschild und erinnert daran, dass man hier besser ein Auge auf den Nachwuchs haben sollte.

Vielleicht ist das Dorfleben ja genau das:
alte Herrenhäuser und junge Enten,
große Geschichte und kleine Geschichten,
Natur und Menschen, die sich Gedanken machen.

Und manchmal reicht eben ein selbst gemaltes Schild, damit aus einem ganz gewöhnlichen Spaziergang ein kleines Fotomotiv wird.

Ich musste jedenfalls stehen bleiben.
Und natürlich fotografieren.


Mein Dorf kann auch charmant.



Nächster Termin:

14. September 2026


Bitte vormerken: Am 14. August kommt wie gewohnt das Montagsherz, jedoch werde ich zu einem späteren Zeitpunkt kommentieren. Es liegt genau in der Woche, wo wir uns auf die Masuren-Reise für 10 Tage begeben! 







Anne Seltmann 31.08.2026, 01.00 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Zoe und der Himmel voller Sterne




[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann] 



Zoe war ein kleiner Bär.

Nicht besonders groß, nicht besonders mutig und schon gar nicht besonders laut. Wenn andere Bären brummten, dass der Wald ihnen gehörte, sagte Zoe meistens gar nichts. Sie setzte sich lieber auf ihren kleinen Hügel, zog die Beine an den Körper und schaute hinauf zum Himmel.

Denn Zoe liebte die Sterne.

Jede Nacht kamen sie heraus, einer nach dem anderen. Manche waren hell und groß, andere so winzig, dass man sie beinahe übersehen konnte. Zoe aber übersah keinen einzigen.

Sie kannte ihre Lieblingssterne sogar beim Namen.

Da war der kleine Flimmerstern über dem alten Birkenwald. Der wandernde Stern, der jeden Abend ein Stück weiter nach rechts zu rücken schien. Und ganz oben, beinahe am Rand des Himmels, leuchtete ein besonders heller Stern.

Den nannte Zoe Hoffnung.

Warum, wusste sie selbst nicht genau.

Vielleicht, weil er immer da war.

Auch in den Nächten, in denen Wolken den Himmel verschluckten. Auch wenn der Wind heulte und Zoe sich unter ihrem alten roten Tuch verstecken musste. Und sogar dann, wenn sie selbst nicht wusste, wohin ihr Weg eigentlich führen sollte.

Eines Abends geschah etwas Merkwürdiges.

Zoe saß wie immer auf ihrem Hügel und betrachtete die Sterne, als plötzlich ein winziges Licht vom Himmel fiel.

Es fiel nicht schnell.

Es schwebte.

Erst sah es aus wie ein Staubkorn, dann wie eine Glühwürmchenlaterne und schließlich wie ein kleiner goldener Funke.

Plopp.

Der Funke landete direkt neben Zoes Pfote.

Zoe starrte ihn an.

Der Funke starrte zurück.

„Bist du ein Stern?, fragte Zoe vorsichtig.

„Noch nicht, antwortete der Funke.

Zoe erschrak so sehr, dass sie beinahe rückwärts den Hügel hinuntergerollt wäre.

„Du kannst sprechen!

„Du doch auch, sagte der Funke.

Das fand Zoe einleuchtend.

Eine Weile saßen die beiden einfach nebeneinander.

Dann erzählte der kleine Funke, dass er sich verirrt hatte. Er sollte eigentlich wieder zurück an den Himmel, aber er wusste nicht mehr, welcher Weg nach oben führte.

Zoe blickte hinauf.

Der Himmel war riesig.

Und plötzlich fühlte sich ihr eigener kleiner Körper noch kleiner an.

„Ich weiß auch nicht, wie man zum Himmel kommt, sagte sie.

„Aber du schaust jeden Abend hinauf.

„Ja.

„Dann weißt du mehr als ich.

Zoe musste lächeln.

Sie nahm den kleinen Funken vorsichtig in ihre Pfote und begann loszugehen.

Sie liefen durch das hohe Gras, vorbei an den schlafenden Bäumen und über einen kleinen Bach. Zoe wusste nicht, wohin sie gingen. Aber sie wusste, dass sie nicht aufgeben wollte.

Als sie den höchsten Punkt des Hügels erreichten, blieb Zoe stehen.

„Und jetzt?

Der Funke begann plötzlich heller zu leuchten.

Über ihnen öffnete sich eine kleine Lücke zwischen den Wolken.

Ein einzelner Stern strahlte hindurch.

Hoffnung.

„Da, sagte Zoe.

Der Funke hob sich aus ihrer Pfote.

„Danke.

„Kommst du wieder?, fragte Zoe.

„Immer wenn du nach oben schaust.

Und dann flog er hinauf.

Immer höher.

Bis er schließlich zwischen den Sternen verschwand.

Zoe blieb noch lange sitzen.

Sie sah zum Himmel und entdeckte dort einen neuen, winzig kleinen Stern.

Er war nicht besonders hell.

Aber er war da.

Zoe lächelte.

Seit dieser Nacht wusste sie etwas, das sie vorher nicht gewusst hatte:

Man muss nicht groß sein, um ein Licht zu finden.

Manchmal reicht es, den Blick zu heben.

Und manchmal reicht es sogar, für jemanden anderes ein kleines Licht zu sein.


© Anne Seltmann



Anne Seltmann 30.08.2026, 09.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Akte Möwe – Küstenkriminalität


[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]


Sie sehen harmlos aus.
Weiße Weste, unschuldiger Blick, ein bisschen Wind im Gefieder.

Lassen Sie sich nicht täuschen!

Möwen sind die Kleinkriminellen der Küste. Sie lauern auf Fischbrötchen, Pommes und Eis und haben dabei keinerlei Skrupel, sich über geltendes Eigentumsrecht hinwegzusetzen.

Der Ablauf ist immer derselbe:
Eine Möwe beobachtet das Opfer.
Eine zweite gibt das Zeichen.
Die dritte stürzt sich auf die Beute.

Und plötzlich fehlt die Hälfte vom Brötchen.

Das Perfide: Sie zeigen keinerlei Schuldbewusstsein. Statt sich davonzumachen, setzen sie sich drei Meter entfernt hin und schauen dich an, als wärst du gerade beim Klauen erwischt worden.

Bei Pommes kennen sie überhaupt keine Grenzen mehr. Da wird nicht gefragt, da wird konfisziert.

Und wehe, du wagst es, dein Essen zu verteidigen. Dann kommen Verstärkung und lautstarke Zeugen aus allen Himmelsrichtungen.

Ich sage euch:
Die organisierte Kriminalität hat Flügel bekommen – und sie kreischt.

Möwe Nummer 1: „Fischbrötchen gesichtet!
Möwe Nummer 2: „Wie groß?
Möwe Nummer 1: „Mit Zwiebeln!
Möwe Nummer 3: „Jungs, das wird ein Überfall.  

 




Anne Seltmann 29.08.2026, 10.43 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL