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Im Tierpark Wismar ist mir dieses kleine, flauschige Wesen begegnet – und hat mich kurzerhand ein Stück begleitet, als hätte es beschlossen, dass ich jetzt zu seinem Gefolge gehöre. 
Bei dem neugierigen Verfolger handelt es sich um ein Seidenhuhn. Diese besondere Hühnerrasse fällt sofort durch ihr weiches, fast haarartiges Gefieder auf, das eher an Watte als an Federn erinnert. Sie wirken rund, plüschig und ein bisschen wie aus einem Märchen entsprungen.
Seidenhühner gelten als ausgesprochen zutraulich, ruhig und freundlich – was mein persönliches „Verfolgtwerden wohl ganz gut erklärt. Sie sind weniger für Höchstleistungen bekannt, dafür aber umso mehr für ihren Charme und ihre außergewöhnliche Erscheinung.
Kurz gesagt: ein Huhn, das man nicht vergisst – vor allem, wenn es einen einfach begleitet.
Anne Seltmann 02.05.2026, 06.09 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ich sehe nur selten fern, aber selbst dabei bleibt man
von Werbung nicht verschont.
Dabei schnappt man hier und da einige Werbesprüche auf, über die man oft nur
den Kopf schütteln kann.
Irgendwann habe ich mir dann die Mühe gemacht und angefangen, einige dieser
Texte zu sammeln.
Als erstes fällt mir dieser Werbespruch in den Sinn „Babys lieben es sich im Schlaf zu bewegen!" Dieser Satz klingt wie typisches Marketing-Deutsch: eine scheinbar emotionale Aussage, die eigentlich kaum etwas Konkretes sagt.
„Babys lieben es, sich im Schlaf zu bewegen wirkt deshalb schwachsinnig, weil Babys sich nicht bewusst entscheiden oder „lieben, sich zu bewegen. Bewegung im Schlaf ist bei Babys schlicht normaler Entwicklungs- und Reflexprozess. Der Werbespruch vermenschlicht das Verhalten, damit Eltern emotional angesprochen werden und das Produkt fürsorglicher wirkt.
Außerdem ist der Satz logisch etwas schief:
Wenn Babys sich im Schlaf bewegen, tun sie das automatisch—nicht weil
sie ein Bedürfnis formulieren wie ein Erwachsener. Dadurch klingt der Spruch
schnell künstlich oder manipulativ.
„Weil Ihr Baby nur das Beste verdient.
Klassiker. Niemand würde freiwillig sagen: „Mein Baby bekommt heute Mittelmaß.
Der Spruch erzeugt Schuldgefühl statt Information. Was genau ist denn „das
Beste? Meist nur ein normales Produkt mit Aufpreis.
„Für glückliche Nächte.
Als würde eine Windel oder Matratze plötzlich familiäre Harmonie herstellen.
Babys wachen trotzdem auf, Eltern bleiben müde. Der Satz verkauft eine
Fantasie.
„Natürlicher Komfort.
Einer der leersten Begriffe überhaupt. Fast alles kann als „natürlich
vermarktet werden. Baumwolle? Natürlich. Plastik in Beige? Plötzlich auch
„natürlich. Klingt gesund, sagt aber oft nichts.
„Entwickelt mit Liebe.
Nein. Entwickelt wurde es wahrscheinlich in Meetings, Excel-Tabellen und
Marketingrunden. Liebe ist kein technischer Qualitätsstandard.
„Inspiriert von der Natur.
Besonders lustig bei stark verarbeiteten Produkten mit 27 Inhaltsstoffen
und dreifacher Plastikverpackung.
„Premium.
Eines der am meisten missbrauchten Wörter überhaupt. Heute ist selbst
Tankstellen-Sandwich „Premium. Der Begriff ist fast bedeutungslos geworden.
„Der Geschmack von Freiheit.
Bei einem Energydrink! Du kaufst Zuckerwasser mit Koffein, keine politische
Revolution.
„Grenzenloser Fahrspaß.
Du stehst trotzdem 40 Minuten im Stau auf der A7.
„Mehr als nur ein Auto.
Stimmt. Meist auch Versicherung, Werkstattkosten, Wertverlust und
Parkplatzsuche.

Anne Seltmann 01.05.2026, 07.21 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


Morgennebel
die dinge
treten zurück
als wollten sie
sich selbst
nicht stören
ein tropfen
hält kurz
am rand
zögert
oder erinnert sich
dann
gleitet er
nicht nach unten
eher
aus der form
in die stille des windes
die nichts sagt
und doch
alles trägt
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 01.05.2026, 06.00 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL


Rhabarberschnitten – sauer macht lustig (und richtig lecker!)
Es gibt ja zwei Sorten Menschen: Die, die Rhabarber lieben…und die, die ihn noch nie richtig gut gegessen haben Diese Schnitten gehören definitiv zur ersten Kategorie. Fruchtig, cremig, leicht frech – genau wie ich an guten
Tagen. 

Was du brauchst (für ca. 20 glückliche Stücke)
Für den fruchtigen Teil:
* 1 kg Rhabarber (ja, das ist kein bisschen übertrieben )
* 4 EL Zucker
* 2 Pck. Vanillezucker
* 1 Pck. Vanillepuddingpulver
Für den fluffigen Boden:
* 3 Eier
* 130 g Zucker
* 1 Pck. Vanillezucker
* 1 Prise Salz
* 60 ml Öl
* 80 ml Orangenlimonade (ja, wirklich – trust the process )
* 130 g Mehl
* ½ Pck. Backpulver
Für die „Ich-könnte-mich-reinlegen-Schicht:
* 600 ml Sahne
* 2 Pck. Vanillezucker
* 2 Pck. Sahnesteif
Und obendrauf:
* 1 Packung Butterkekse
* optional: etwas Zimt (für die Seele )
So wirds gemacht (ohne Drama, versprochen)
1. Rhabarber – der Star der Show
Schälen, schnippeln und zusammen mit Zucker, Vanillezucker und einem kleinen Schluck Wasser weich kochen.
Der Rhabarber soll schön zerfallen, nicht rebellieren.
Dann das angerührte Puddingpulver rein – kurz aufkochen, bis alles schön andickt.
Abkühlen lassen (Geduld ist hier wirklich dein Freund).
2. Der Boden
(Backofen auf 160 °C vorheizen.)
Eier, Zucker, Vanillezucker und Salz ca. 10 Minuten aufschlagen, bis du denkst:
„Wow, ich könnte das jetzt schon essen.
Dann Öl und Limo rein (ja, immer noch ernst gemeint ),
Mehl u. Backpulver vorsichtig unterheben.
Ab aufs Blech und ca. 20 Minuten backen.
→ Goldgelb ist gut, Kohle eher nicht.
3. Schichten wie ein Profi
Abgekühlten Boden mit dem Rhabarberkompott bedecken.
Nicht geizen – wir sind hier nicht im Sparmodus.
4. Sahne = Glück
Sahne mit Vanillezucker und Sahnesteif steif schlagen
und großzügig auf dem Rhabarber verteilen.
Optional etwas Zimt drüber – weil wir können.
5. Das große Finale
Butterkekse obendrauf legen.
Ja, einfach drauf. Keine Diskussion.
WICHTIG (wirklich!)
Das Ganze am besten über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Fazit
Fruchtig. Cremig. Knusprig-weich.
Und gefährlich schnell weg.
Anne Seltmann 29.04.2026, 09.39 | (6/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

...Ich habe daraus inzwischen ein Hobby gemacht. Abends gegen 20:00 sitze ich auf der Couch und nicke weg. Früher fand ich das bei meiner Mutter unfassbar lustig. Heute bin ich sie. Das Leben hat Humor. Einen ganz eigenen. Also schleiche ich mich gegen 21:00 ins Bett, voller Hoffnung und mit der naiven Einstellung: Heute wird alles anders.
Ich lese ungefähr vier bis sieben Zeilen – nicht aus Interesse, sondern weil meine Augen einfach beschließen, den Betrieb einzustellen. Perfekt, denke ich. Jetzt gehts los. Schlaf! Eine Stunde später liege ich immer noch da und denke über existenzielle Fragen nach. Zum Beispiel: Warum verkrampfen Waden eigentlich nachts und nicht tagsüber, wenn man Zeit hätte? Denn natürlich melden sich auch noch Fuß- und Wadenkrämpfe – als wären sie Teil eines Abendprogramms, für das ich nie Tickets gekauft habe. Also Limptar. Wirkt schnell. Ich auch – endlich.
Und dann… um Punkt 4:00 Uhr: die Blase. Konsequent, unbestechlich und komplett humorlos. Ich liege also da und verhandle: Aufstehen = wach. Nicht aufstehen = auch wach. Ein klassisches Patt.
Aber das eigentliche Highlight kommt ja noch. Neben mir liegt mein Lieblingsmensch. Der schläft. Sehr friedlich. So friedlich, dass er offenbar parallel einen kompletten Wald verarbeitet. Mit Motorsäge. Ohne Pause. Ich habe ja Stöpsel. Die trage ich auch. Eine Zeit lang. Dann stören sie. Ich nehme sie raus. Und exakt in diesem Moment beginnt die Nachtschicht im Sägewerk neben mir.
Es ist beeindruckend. Wirklich. Ich liege also da, mit krampfbereiten Beinen, diskussionsfreudiger Blase und einem Mann, der offenbar Brennholz für ganz Europa produziert.
Am Ende bleibt nur die Erkenntnis: Ich schlafe vielleicht nicht gut – aber ich wohne eindeutig im bestausgestatteten All-in-One-Erlebnispark aus Krankenhaus, Holzindustrie und Comedy!
Anne Seltmann 28.04.2026, 14.42 | (4/3) Kommentare (RSS) | TB | PL


es ist nichts besonderes
und genau deshalb
bleibt es
ein ort
an dem niemand wartet
und trotzdem
alles möglich scheint
der tag
verliert hier nichts
er lässt nur los
ein wenig zeit
ein wenig atmen
und etwas
dass man nicht benennt
geht mit
ohne zu fragen
~*~
Anne Seltmann 28.04.2026, 08.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL


Anne Seltmann 27.04.2026, 01.00 | (7/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

641.Wodurch wirst du inspiriert?
Durch die sozialen Medien, Kunst, Natur, Gespräche, und Reisen.
642.Welches Musikinstrument würdest du gern spielen?
Klavier. Gitarre, Ukulele und Blockflöte kann ich ja schon.
643.Hast du eine umfassende Ausbildung?
Ja!
644.Für wen hast du eine Schwäche?
Für meine Enkelkinder.
645.Was ist dein größtes Geheimnis?
Ich habe keines. Bin ich jetzt langweilig?
646.Was machst du heute?
Ich sitze hier und beantworte die Fragen, danach bearbeite ich noch ein paar Bilder.
647.Worüber hättest du länger nachdenken sollen?
Zum Beispiel werde ich wohl über diese Frage länger nachdenken müssen, weil mir nichts einfällt.
648.Bist du lieber im Recht oder hast du lieber Glück?
Ich habe lieber Glück!
649.Was hältst du von den Partnern deiner Freundinnen?
Das sind alles bodenständige und anständige Menschen.
650.Welche Eigenschaft deines Vaters hättest du auch gern?
Seine Engelsgeduld!
Anne Seltmann 25.04.2026, 15.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL


die pusteblume
hält ihre zerbrechlichkeit
offen
kein festhalten
nur fäden
die sich erinnern
wie leicht etwas wird
an jeder spitze
ein tropfen
als hätte der morgen
sich verfangen
sie wartet nicht
auf wind
sie ist schon
im gehen
nur noch
nicht ganz
und du
siehst ihr zu
wie etwas bleibt
indem es sich löst
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 23.04.2026, 05.55 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL