Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Lyrik

I see faces August 2025





[Eine Steckdose in Dänemark]




Mit der Steckdose auf Dänisch zu plaudern ist schwer – aber der Strom fließt trotzdem!








Anne Seltmann 10.08.2025, 06.46 | (4/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ich bin ich





[Dieses Bild von mir wurde mit einem Originalbild mit KI bearbeitet. 

Das Original diente als Referenz, und ich habe zusätzlich meinen eigenen Stil hinzugefügt.]



Ich bin ich

Ich bin die Ruhe vor dem Sturm,
der erste Schnee im sanften Reigen,
ein Universum, weit und fern,
ein Tropfen Tau
auf zarten Zweigen.

Ich bin das Lachen in der Nacht,
das Echo alter Melodien,
ein Traum, der sanft im Schlaf erwacht,
die Farben, die im Herbst verziehen.

Ich bin ich, in all dem Sein,
ein Puzzlestück im großen Ganzen,
ein Moment, vergänglich und doch rein,
ein Leben voller Wagnisse und Chancen.

So steh ich hier, in Zeit und Raum,
mein Herz ein Kompass auf der Reise,
ich bin ich – ein Name, ein Traum,
ein kleines Licht in weiter Kreise.

~*~


© Anne Seltmann









Anne Seltmann 09.08.2025, 06.47 | (7/5) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 29







pusteblumen
ein hauch von zeit
die nicht fragt
ob wir bereit sind

 

die luft trägt
fäden wie atemzüge
über grenzen von haut und blick
in felder hinein
die niemandem gehören

 

ich sehe dir nach
wenn du gehst ohne zu gehen
nur ein flüstern bleibt
zwischen finger und wind
ein fast-kontakt
der doch alles sagt

 

und irgendwann
wenn die samenkugeln leer
und der himmel voll davon ist
merken wir
dass nichts so leise bleibt
wie das was wir nicht festhalten können

~*~

© Anne Seltmann











07.08.2025, 06.55 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Maritimer Mittwoch N° 234




[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]




Es war ein See, wie ihn nur Träume kennen: weich wie Seide, so still, dass jeder Laut verschluckt wurde, bevor er geboren war. Darauf schwamm ein kleines Boot, gefaltet aus Papier, zart und doch unerschütterlich. Darin saß ein Junge, barfuß, das Gesicht zum Himmel gewandt, als würde er auf ein Geheimnis warten, das nur für ihn bestimmt war.

Und dann kamen sie. Kraniche, Hunderte von ihnen, gefaltet aus den feinsten Geschichten der Welt. Sie flatterten herab wie lebendige Gedanken, trugen ein Flüstern in den Flügeln, das klang wie Hoffnung, wie ein Versprechen, das man nicht greifen konnte, aber spürte. Einer landete fast auf seiner Schulter, zögerte, und flog dann weiter, als hätte er nur prüfen wollen, ob der Junge wirklich da war.

Das Boot glitt weiter, ohne Ruder, ohne Kurs, getragen von etwas, das größer war als Wasser und Wind.

Der Junge blickte den Kranichen nach, wie sie weiterzogen, höher und höher, bis sie nur noch Punkte im Himmel waren. Er lächelte leise, als hätte er etwas verstanden, was man nicht in Worte fassen kann.



© Anne Seltmann









Anne Seltmann 06.08.2025, 11.11 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Projekt: Ich seh rot 238/2025







die erdbeeren im gras,
noch warm vom tag,
als hätten sie sonne gesammelt
und nichts mehr hergegeben,
nur für uns.

du hebst eine auf,
als würdest du ein geheimnis pflücken,
legst sie mir auf die lippen,
und für einen moment
vergessen wir alles,
was nicht rot ist.

unsere finger kleben,
unsere blicke auch,
und irgendwo summt die zeit,
leise,
fast wie ein insekt,
das nicht weiß,
dass der sommer
nicht ewig dauert.

~*~

© Anne Seltmann










Anne Seltmann 05.08.2025, 07.53 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 23



 N° 23 




Heute schenke ich mir Löwenmäulchen
weil etwas in mir
nach sanfter Farbe ruft

 

die Stiele tragen
ein Gewicht aus nichts
nur Atem und Regenreste

 

ein paar Blüten
sehen mich an
als wüssten sie mehr
von all den Stunden
die ich nicht benennen kann

 

ich stelle sie ins Fenster
und warte
bis das Licht
ihnen und mir
denselben Frieden schenkt

~*~

© Anne Seltmann














Anne Seltmann 01.08.2025, 10.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Spiegelungen 2025 N° 08






die pfütze ist wie ein geheimnis
versteckt unter grauem himmel
gummistiefel tauchen ein
in ein meer aus spiegeln und träumen

jeder sprung ein kleines gedicht
ein tanz zwischen himmel und erde
wasserflüstern trägt das lachen fort
und bleibt doch immer bei mir

kleine welten öffnen sich
unter den schritten der neugier
pfützen werden zu ozeanen
und ich bin ein abenteurer ganz ohne schiff


~*~


© Anne Seltmann







Anne Seltmann 01.08.2025, 00.00 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Perfekt unperfekt




Marius "unperfektes" Bild hat mich zu diesem Gedicht inspiriert

 

 

Wenn alles immer glatt und makellos wäre
gäbe es keine Ecken keine Kanten die erzählen
keine Narben die leise von Mut und Wandel singen
kein Flüstern der Zeit die uns hält und trägt
keine Schatten die das Licht erst lebendig machen

 

Im Unvollkommenen wohnt die Seele des Moments
ein Tanz aus Fehlern und Hoffnungen
aus zerbrochenem Glas das in der Sonne funkelt
Hier finden wir die echten Geschichten
die uns berühren und wachsen lassen

 

Denn erst wenn nicht alles perfekt ist
öffnet sich Raum für Wunder und echtes Leben
für das raue und zarte zugleich
für das, was wirklich zählt und bleibt

 

 ~*~

© Anne Seltmann






Anne Seltmann 31.07.2025, 07.04 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 28/2025












die wiese hält uns
ein sanftes bett aus grünem raunen
der hund neben mir
seine augen halb geschlossen
als lauschte er dem atmen der erde
der himmel weit und offen
kein wort fällt schwer genug
um die stille zu zerbrechen
gras fließt wie wasser
durch die finger der zeit
wir bleiben nur
um nichts zu verlieren

~*~

© Anne Seltmann


 







Anne Seltmann 31.07.2025, 05.56 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Löwenmäulchen meiner Mutter





Die Löwenmäulchen standen damals im Garten meiner Mutter, (es waren ihre Lieblingsblumen)  nicht laut, nicht prahlend, sondern wie stille Begleiterinnen eines sanften Lebens. Sie neigten ihre Köpfe, wenn der Wind vorbeizog, als wollten sie ein altes Geheimnis bewahren. Meine Mutter pflückte sie nicht oft, sie ließ sie lieber blühen, damit ihre Farben leise von der Zeit erzählen konnten—von Tagen voller Sonne und Nächten voller Sterne.

Manchmal, wenn die Welt zu laut wurde, ging sie hinaus, legte die Hand sanft auf die Blüten und spürte, wie eine leise Melodie ihr Herz füllte. Eine Melodie von Erinnerung und Liebe, die auch heute noch in den Löwenmäulchen weiterklingt—ein Flüstern, das mir zuflüstert, dass jene zarten Blüten mehr sind als nur Blumen. Sie sind die Seele eines stillen Morgens, eines unvergesslichen Moments, der niemals vergeht.


die löwenmäulchem meiner mutter
standen nie laut im raum
sie waren ein leises leuchten
eine sprache ohne biss
nur ein atemzug in rosa und weiß

 

ihre stängel hielten das licht
als wüssten sie wie zerbrechlich
zeit in händen wird
wie sehr man etwas festhalten möchte
das längst anfängt zu gehen

 

ein sommer lag darin
und eine stille die nicht schmerzte
nur den himmel bat
bleib noch
bleib noch ein bisschen länger

~*~

© Anne Seltmann

 




Anne Seltmann 29.07.2025, 14.24 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL