Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Gedicht

Als ich auf dich wartete



[KI generiert / Text © Anne Seltmann]




ich saß
nicht wirklich –
eher lag die zeit
auf mir

wie wasser
das nicht
fragt, wohin

eine tasse war da
oder
der abdruck einer tasse
noch warm vielleicht

der tag faltete sich
langsam
wie ein gesicht
das vergessen hatte zu sprechen

ich wusste nicht
ob du kommst
oder
wer du sein würdest

vielleicht warst du schon
da
nur nicht anfassbar

die tür blieb still
wie ein auge,
das nicht mehr blinzelt

alles war
ein atem zu lang
ein satz zu wenig

ich sammelte
staubige lichtflecken
und dachte:
so sieht es wohl aus
wenn nichts passiert
aber alles wartet.

~*~


© Anne Seltmann






Anne Seltmann 04.05.2025, 07.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Drei Elfen




[KI generiert / Text © Anne Seltmann]





(und was blieb)

sie kamen ohne namen
durch eine falte im licht
das über den teppich rann

der staub hielt kurz inne
als ob er sie hören könnte
beim atmen

die erste –
sprach nicht,
ließ eine feder zurück
und eine erinnerung
an das wort "vielleicht"

die zweite –
berührte den rand des glases,
das du nie ganz leer trinkst
und das trotzdem immer
zu voll war für träume

die dritte –
sah dich an
nicht mit augen
sondern
mit allem anderen

du fragtest nicht,
sie antworteten
trotzdem
zwischen zwei uhren
und einem lied
im radio

dann gingen sie
nicht weit,
nur ein bisschen
aus der sicht

und du –
du dachtest plötzlich
an moos
und an dinge,
die sich nicht erklären lassen
aber bleiben.


~*~


© Anne Seltmann






Anne Seltmann 03.05.2025, 14.25 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Welt ist zu laut




[KI generiert / Text © Anne Seltmann]






die welt hat zu viele stimmen

zu viele finger, die rufen

zu viele rufe, die nichts mehr

bedeuten – außer: ich.

ich.

ich.

 

zwischen zwei pushnachrichten

verliert sich ein vogelruf

im betonhimmel.

jemand tippt

jemand hupt

jemand schreit

jemand meint es gut.

 

ich höre

nichts.

 

ich höre

alles auf einmal.

 

in meinem kopf

scrollen gedanken

über bilder,

die ich nie berührt habe.

alles will gehört werden

und ich –

will nur einmal

nicht antworten.

 

stille ist

kein zustand

sondern widerstand.

 

sie wächst

hinterm lärm,

leise wie moos,

sanft wie schatten

auf einer handfläche

die nichts hält

außer atmung.

 

ich wünsche mir

eine stille

die nicht erklärt

eine pause

ohne versprechen

ein wort

das bleibt

ohne zu schreien.

 

 ~*~

© Anne Seltmann





 




Anne Seltmann 03.05.2025, 08.38 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Weisheiten am Samstag N° 57



N° 57






Anne Seltmann 03.05.2025, 07.25 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Samstag ist Badetag N° 03



[KI & Photoshop generiert / Text Anne Seltmann]




Badetag mit Aussicht


Im Badezimmer war es still.
Nur zwei  Füße ragten über den Wannenrand hinaus, als hätten sie den Aufstieg gewagt –
aber der Rest der Expedition sei in warmem Wasser verschollen.

"Sie lebt noch", murmelte der Ehemann, als er vorsichtig anklopfte und eines der Füße mit dem Finger anstupste.
Es zuckte.
Ein gutes Zeichen.

"Ich denke nach", rief eine Stimme aus dem Schaum.
"Über das Leben. Und ob ich heute überhaupt noch aufstehen soll."

Der linke Fuß wackelte philosophisch.
Der rechte schwieg.

Neben der Wanne lag ein feuchtes Buch,
auf dem Badewannenrand eine Teetasse,
und auf dem Radio spielte Chopin, als ob das hier ein Abschied wäre –
nicht vom Leben, sondern vom Müssen.

Sie warf kurz einen Blick aus dem Schaum:
"Wenn mich jemand sucht – ich bin auf Tauchstation. Mit Verstand und Waschgel."

Und wieder verschwanden die Füße ein Stück tiefer.
Und während sie sanken, winkten sie noch.
Ganz kurz.
Dann war wieder Ruhe.


~*~

 © Anne Seltmann




03.05.2025, 00.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Black an White Mai 2025








eigenleben

der spiegel
steht seit jahren da
doch heute
zittert seine fläche

als hätte der raum sich verändert
oder du

manchmal
kriechen kleine falten aus ihm
legen sich auf dein gesicht
und verschwinden
wenn du dich abwendest

er hat sich gewöhnt
an dein kommen,
dein zögern,
dein prüfendes lächeln
das du nie vollendest

er sehnt sich nicht
doch er erinnert

manchmal
wirft er ein bild zurück,
das du nicht erwartest

und du
bleibst stehen
als hättest du
jemanden getroffen



~*~

© Anne Seltmann








Anne Seltmann 01.05.2025, 05.25 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL

Eine Hommage an die Hydranten



[KI generiertes Bild / Text © Anne Seltmann]





Still stehen sie am Rand der Straßen,
unbeachtet von der Eile der Welt,
mit rostigem Helm und blankem Mantel,
bereit, wenn die Stunde sie ruft.

Inmitten flüchtiger Tage
tragen sie Geduld wie eine zweite Haut,
halten Wasser wie ein Versprechen
für jene, die in Not geraten.

Sie kennen den Lärm und das Schweigen,
das Flüstern der Nacht und das Rufen des Morgens.
Und doch verlangen sie nichts –
keinen Dank, kein Lob, kein Lied.

Kleine eiserne Hüter der Hoffnung,
mit Herz aus Strömen und Seelen aus Stahl,
ihr seid die stillen Helden unserer Wege,
fest verankert im Herzschlag der Stadt.


~*~

© Anne Seltmann






28.04.2025, 18.01 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Manifest für freies Lernen


[KI generiertes Bild / Text © Anne Seltmann]





Lernen ist kein Käfig.
Es ist ein Flügelschlag.
Ein Kind ist kein Gefäß, das man füllt –
es ist eine Quelle, die sprudelt,
wenn man sie lässt.

Wer Freiheit lernt,
lernt Verantwortung.
Wer wählen darf,
lernt, was ihn wirklich ruft.
Nicht jedes Wissen wächst im Gleichschritt,
manche Gedanken keimen erst,
wenn niemand sie zupft.

Ein Kind, das selbst sucht,
findet mehr als Antworten.
Es findet Mut.
Es findet sich selbst.

Warum also Mauern um offene Horizonte bauen?
Warum Flüsse zwingen, gerade zu fließen?

Lernen will streunen,
wurzeln, leuchten.
So wie Kinder,
wenn man sie nicht daran hindert.

~*~


© Anne Seltmann



durch >> piri << angeregt




Anne Seltmann 28.04.2025, 07.12 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Flug durch die Zeit



[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]







So weit, so gut,
flüstert die ferne Stimme in mir.
Der Wind pfeift hinter mir her,
ein unsichtbarer Freund,
der mich mit rauer Hand in die Zukunft schiebt.

Die beißende Luft treibt mich vorwärts,
eisig und unerbittlich,
doch in meinem Herzen glimmt
ein stilles Feuer, das nicht verlischt.

Jeder Schritt –
ein Tanz auf dünnem Eis,
schwebend zwischen Illusion und Schwerkraft,
zwischen Traum und Erwachen.

Egal wie tief ich falle –
jetzt fliege ich.
Mit offenen Armen,
mit blinzelnden Augen
und einer Seele,
die den Himmel längst gefunden hat.


~*~

© Anne Seltmann






Anne Seltmann 27.04.2025, 08.08 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Ein Mädchen




[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]





Sie fliegt dem Himmel entgegen,
die Haare voller Wind,
das Herz ein leiser Aufbruch,
ihr Lachen hell wie ein Lied.

Die Welt schwingt unter ihr weiter,
doch sie hält sich nur an das Jetzt.
Ein Mädchen –
leicht wie der Moment,
frei wie der Traum.


~*~


© Anne Seltmann







Anne Seltmann 26.04.2025, 09.27 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL