Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Friday

Freitag ist Fischtag N° 11




[Bild KI generiert / Zitat © Anne Seltmann] 






"Zwischen Traum und Wasserwelt berühren sich Mut und Magie – 
wenn ein Kind die Stille des Meeres versteht."

~*~

© Anne Seltmann



Anne Seltmann 06.06.2025, 05.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 16






Die Küchenschelle – schon ihr Name klingt wie ein zartes Läuten im Frühlingswind. Sie gehört zu den ersten, die sich mutig durch die noch kalte Erde schieben, wenn der Winter gerade erst seinen Mantel ablegt. Wie kleine pelzige Glöckchen recken sie sich der Sonne entgegen, als wollten sie sagen: "Hier bin ich – es wird wieder warm!"

Ihre Blüten sind etwas ganz Besonderes: weich wie Samt, in Tönen von Violett, manchmal auch Blau oder Weiß, schimmern sie wie aus einer anderen Welt. Die feinen Härchen auf Stängeln und Kelchblättern glitzern im Morgenlicht, als hätte der Frost sie mit winzigen Diamanten bestäubt. Und wenn der Wind durch sie fährt, neigen sie sich wie in einem höflichen Knicks – stolz und zugleich demütig.

Aber man sollte sich nicht täuschen lassen: So anmutig sie aussieht, so zäh ist sie. Die Küchenschelle wächst oft dort, wo der Boden karg ist, wo andere längst aufgegeben haben. Sie trotzt der Trockenheit, dem Wind, der Kälte – eine echte kleine Heldin der Wiesen.

Später, wenn die Blüte vorbei ist, verwandelt sie sich in eine fluffige Erscheinung, fast wie ein kleiner Stern aus Haaren. Dann flüstert sie ihre Samen in die Welt hinaus, im Vertrauen darauf, dass der nächste Frühling sie wieder hervorbringen wird.



[engl]

The pasque flower – its name alone sounds like a gentle chime in the spring breeze. It is among the first to bravely push its way through the still-cold earth when winter is just shedding its coat. Like little furry bells, they stretch toward the sun as if to say, "Here I am – it's getting warm again!"

Its blossoms are something truly special: soft as velvet, in shades of violet, sometimes blue or white, they shimmer like something from another world. The fine hairs on the stems and sepals glitter in the morning light, as if dusted with tiny diamonds by frost. And when the wind blows through them, they bow as if in a polite curtsy – proud yet humble.

But don't be fooled: as graceful as it looks, it is tough. The pasque flower often grows where the soil is barren, where others have long since given up. It defies the drought, the wind, the cold – a true little heroine of the meadows.

Later, when the flowering is over, it transforms into a fluffy apparition, almost like a little star made of hair. Then it whispers its seeds out into the world, trusting that the next spring will produce them again.






Anne Seltmann 30.05.2025, 06.46 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 10



[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann] 



Es war einmal ein Königreich, in dem nicht nur Bälle und Krönungen wichtig waren, sondern auch Recycling. Und genau dort lebte Aschenputtel – die längst keine Putzlappen mehr schwang, sondern sich mit dem königlichen Umweltamt verbündet hatte.

Nach dem berühmten Ball, bei dem sie ihren gläsernen Schuh verloren hatte und der Prinz sie auf diese Weise fand (eine etwas seltsame Methode des Kennenlernens, wenn man ehrlich ist), wurde Aschenputtel zur Königin – aber nicht irgendeiner. Sie wurde zur Königin der Nachhaltigkeit.

Eines Tages, beim Frühjahrsputz im Schloss, stolperte sie über den verbliebenen Glasschuh. Der andere war längst zerbrochen, weil der königliche Hund dachte, es sei ein besonders glitzerndes Kauspielzeug.

"Was mach ich denn jetzt mit nur einem Schuh?", murmelte Aschenputtel.

Wegwerfen? Niemals! Also setzte sie sich mit einem Becher Minz-Tee an ihren Schreibtisch, kritzelte ein paar Skizzen, und plötzlich hatte sie eine Eingebung:
Ein Designer-Aquarium!

 

Noch am selben Tag ließ sie den Schuh fachgerecht mit Wasser befüllen, einen Miniaturfilter einsetzen und kleine Goldfische hineinsetzen. Die royalen Gäste waren begeistert. Der Prinz hingegen war leicht irritiert. "Du schwimmst jetzt mit Goldfischen im Schuh durch den Palast?"

"Nicht ich – aber der Schuh! Der ist jetzt Kunst", erklärte Aschenputtel mit königlicher Miene.

Der Glasschuh stand fortan auf einem Ehrenplatz im Schlossgarten – direkt neben dem solarbetriebenen Kürbiskompost.

Kinder kamen aus allen Teilen des Reiches, um "Aschenputtels Fischschuh" zu sehen. Manche behaupteten sogar, die Fische könnten tanzen, wenn man Walzermusik spielte.

Und wenn sie nicht gestorben sind, schwimmen sie noch heute im ökologisch geprüften Cinderella-Aquarium – stilvoll, royal und absolut nachhaltig.





Anne Seltmann 30.05.2025, 00.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 15



[Archivbild]







Ich schenke dir Blumen...

 

weil sie das sagen

was ich nicht weiß

aber meine hände doch

 

weil es ein morgen geben soll

das du nicht allein beginnst

zwischen tisch und fenster

 

weil farben weiter reichen

als fragen

und duft

ein versprechen trägt

 

weil blumen

ein jetzt sind

das sich traut zu vergehen

 

weil du lachst

als wären alle knospen

schon geöffnet

 

weil es gründe gibt

die nicht gesagt

sondern getragen werden wollen


~*~

© Anne Seltmann





Anne Seltmann 23.05.2025, 07.58 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 09



[Bild KI generiert]


Der Koi, der Musik liebte

In einem alten Zen-Garten in Kyoto, wo ein kleiner Teich von blühenden Kirschbäumen gesäumt ist, lebte ein prächtiger, gold-oranger Koi mit dem Namen Kin. Besucher kamen oft, um die Schönheit der Fische zu bewundern, doch Kin fiel besonders auf. Nicht wegen seiner Farbe, sondern wegen seines ungewöhnlichen Verhaltens.

Eines Tages bemerkte ein Gärtner, dass Kin jedes Mal auftauchte, sobald er seine Bambusflöte spielte. Anfangs hielt er es für Zufall, doch die Szene wiederholte sich: Sobald die ersten Töne erklangen, schwamm der Koi langsam aus dem Schatten unter der Brücke hervor, glitt an die Wasseroberfläche und bewegte sich in weiten Kreisen – fast wie ein Tanz.

Neugierig ließ sich ein Musikwissenschaftler darauf ein, das Verhalten näher zu beobachten. Tatsächlich reagierte Kin nur auf sanfte, langsame Melodien – schnelle oder schrille Töne ignorierte er vollständig. Über Wochen hinweg kamen immer wieder Besucher mit Instrumenten, doch nur auf die zarten Klänge der Flöte ließ sich der Fisch blicken.

Die Mönche des Gartens begannen bald zu sagen, Kin sei ein 2alter Mönch im Fischgewand", der zur Meditation gerufen werde, wenn die Musik ertöne. Manchmal saßen Besucher stundenlang am Teich, in der Hoffnung, den tanzenden Koi zu sehen.

Und Kin? Der schwamm weiter seine Kreise – ganz im Rhythmus des Windes und der Musik.




Die Anekdote über Kin, den musikliebenden Koi im japanischen Garten, basiert auf wiederholt beobachteten Verhaltensweisen von Koifischen, ist aber in der erzählten Form literarisch ausgeschmückt. Es gibt tatsächlich belegte Fälle, in denen Kois auf bestimmte Geräusche oder Musik reagieren – vor allem, wenn sie damit Fütterung assoziieren oder wenn sie über lange Zeit an einen Menschen gewöhnt wurden.

Ein Beispiel: In einigen japanischen Gärten wurden Kois darauf trainiert, bei einer bestimmten Melodie zur Oberfläche zu kommen, weil sie dann Futter bekamen. Auch in westlichen Gärten berichten Besitzer davon, dass ihre Kois "auf Musik reagieren" – ob aus Gewöhnung, Neugier oder vielleicht sogar aus echtem Gefallen an der Vibration im Wasser, lässt sich schwer genau sagen.







Anne Seltmann 23.05.2025, 05.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 08



[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]




der goldfisch
träumt von flussläufen
aus porzellan

er kennt
nur den rand
als grenze
und spiegel


~*~

© Anne Seltmann








Anne Seltmann 16.05.2025, 05.46 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 07


[KI generiertes Bild / Text Recherche]


Die fliegenden Aale von Ebbinghaus

Der deutsche Zoologe Christian Benedict Ebbinghaus war im 19. Jahrhundert von der Wanderung der Aale fasziniert. Niemand wusste damals, woher sie wirklich kamen oder wohin sie verschwanden.

Ebbinghaus hatte ein Aal-Aquarium, doch eines Tages waren alle Tiere verschwunden.
Er war fassungslos – das Becken war geschlossen, kein Wasser ausgetreten, kein Einbruch. Nur: keine Aale mehr.

Tage später fand man die Ausreißer im Nachbargarten, unter feuchtem Laub.
Sie hatten sich offenbar nachts aus dem Aquarium gewunden, waren durch ein gekipptes Fenster entkommen, und sich auf ihre natürliche Wanderung begeben wollen – in Richtung Wasser, wie es ihrer Natur entsprach.

Ebbinghaus schrieb dazu in seinem Tagebuch:

"Wenn ein Fisch mit solcher Entschlossenheit flieht, kann man ihm die Freiheit kaum verwehren."

Diese Episode war eine der ersten, die belegten, wie wanderlustig und überlebensfähig Aale sind – und dass sie sogar an Land größere Strecken zurücklegen können, solange es feucht genug ist.





Anne Seltmann 09.05.2025, 05.20 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 14








flieder, vielleicht

es war nicht der flieder
oder nicht nur
nicht das rosa
nicht das taumeln der rispen
über den zaun hinaus
in einen himmel
der nicht zu halten war

vielleicht war es
das licht,
wie es zögerte
auf der haut
einen schritt lang
zwischen zwei stimmen
zwischen zwei jahren
die nichts voneinander wussten

du hast gesagt:
er blüht wieder
und ich
hab nur genickt
als würde ich es verstehen

aber alles,
was ich verstand,
war dieser duft
der kam, blieb,
und dann ging.


~*~

© Anne Seltmann






Anne Seltmann 09.05.2025, 00.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 06





[KI generiertes Bild / Text Recherche]



Die Entdeckung, dass man Fisch essen kann, liegt weit in der Frühgeschichte der Menschheit – vermutlich schon vor mehr als 1,5 Millionen Jahren. Frühmenschen wie der Homo erectus lebten nicht nur vom Jagen und Sammeln an Land, sondern begannen auch, Gewässer zu nutzen.

 

Belege:

    Archäologische Funde zeigen, dass bereits in der Altsteinzeit (Paläolithikum) Fischgräten in Siedlungen vorhanden waren, z.B. in Afrika oder Südostasien.

    In Israel fand man Spuren von Fischkonsum in einer Höhle namens Gesher Benot Ya'aqov, die auf etwa 780.000 Jahre datiert wird.

    In Japan gibt es Hinweise auf Fischfang und -verzehr durch die Jōmon-Kultur vor über 10.000 Jahren.

Anfangs fingen Menschen Fische vermutlich mit bloßen Händen, Speeren oder Reusen aus natürlichen Materialien. Erst viel später entwickelten sich gezielte Fangmethoden wie Angeln oder Netze.


Die bewusste Zubereitung von Fisch – durch Kochen, Braten, Räuchern oder Trocknen – entwickelte sich mit dem Gebrauch des Feuers, also vor etwa 400.000 bis 1 Million Jahren, je nach Region und Kultur.


02.05.2025, 07.40 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 13






Wenn der Frühling noch zaghaft tastet
und sich das Licht erst zögerlich entfaltet,
dann öffnet sie, fast scheu und doch bestimmt,
ihr sonnengelbes Herz: die Gemswurz.

Wie ein Lächeln auf moosigem Grund
ragt sie empor aus dem Winterschweigen,
ihre Blüten leuchten wie kleine Sonnen,
die das Vergessen des Frostes feiern.

Sie liebt das Dämmerlicht alter Wälder,
wo Buchenflüstern und Wurzeln erzählen.
Ihre Blätter – gezähnt, wie von der Zeit gezeichnet –
halten still in grüner Achtsamkeit.

In ihr wohnt eine stille Stärke,
unscheinbar vielleicht, doch voller Sanftmut.
Sie heilt nicht laut, doch weise –
wie eine Erinnerung an das Gleichgewicht.


~*~


© Anne Seltmann
















Anne Seltmann 25.04.2025, 07.15 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL