Tag: Blume


flieder, vielleicht
es war nicht der flieder
oder nicht nur
nicht das rosa
nicht das taumeln der rispen
über den zaun hinaus
in einen himmel
der nicht zu halten war
vielleicht war es
das licht,
wie es zögerte
auf der haut
einen schritt lang
zwischen zwei stimmen
zwischen zwei jahren
die nichts voneinander wussten
du hast gesagt:
er blüht wieder
und ich
hab nur genickt
als würde ich es verstehen
aber alles,
was ich verstand,
war dieser duft
der kam, blieb,
und dann ging.
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 09.05.2025, 00.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


Wenn der Frühling noch zaghaft tastet
und sich das Licht erst zögerlich entfaltet,
dann öffnet sie, fast scheu und doch bestimmt,
ihr sonnengelbes Herz: die Gemswurz.
Wie ein Lächeln auf moosigem Grund
ragt sie empor aus dem Winterschweigen,
ihre Blüten leuchten wie kleine Sonnen,
die das Vergessen des Frostes feiern.
Sie liebt das Dämmerlicht alter Wälder,
wo Buchenflüstern und Wurzeln erzählen.
Ihre Blätter – gezähnt, wie von der Zeit gezeichnet –
halten still in grüner Achtsamkeit.
In ihr wohnt eine stille Stärke,
unscheinbar vielleicht, doch voller Sanftmut.
Sie heilt nicht laut, doch weise –
wie eine Erinnerung an das Gleichgewicht.
~*~
© Anne Seltmann



Anne Seltmann 25.04.2025, 07.15 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL


Gänseblumen
Sie wachsen dort,
wo niemand sie erwartet.
Zwischen Kies,
unter den Füßen der Gedanken,
unbeirrt.
Ein weißer Blick zum Himmel,
ein gelbes Flüstern aus der Mitte.
Sie kennt kein Groß,
kein Laut.
Nur das Dasein –
klar,
still,
leicht.
Manche nennen sie unscheinbar,
doch sie trägt den Sommer
auf der Zunge.
~*~
© Anne Seltmann



Anne Seltmann 11.04.2025, 07.27 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL



Anne Seltmann 04.04.2025, 06.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Reise des Krokus
Es war ein kalter Wintertag, als tief unter der Erde ein kleiner Krokus begann, sich zu regen. Die Erde war noch frostig, doch er spürte, dass seine Zeit gekommen war. Mutig schob er sich Stück für Stück nach oben, bis er endlich das Licht erblickte.
Die Sonne wärmte seine zarten Blütenblätter, und während der Schnee um ihn herum langsam schmolz, öffnete er sich in leuchtendem Violett. Er war der Erste, der den Frühling ankündigte, und schon bald summten die ersten Bienen um ihn herum, dankbar für den süßen Nektar.
Die Menschen, die an ihm vorbeigingen, lächelten. "Schau, ein Krokus! Der Frühling ist nicht mehr weit!" flüsterten sie. Und so wusste der kleine Krokus, dass er nicht nur eine Blume war – sondern ein Bote der Hoffnung.
28.03.2025, 06.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL
2025 N° 09

[Im Gartencenter entdeckt]

Ein Blumenstrauß für dich
In den frühen Morgenstunden,
wenn der Tau die Wiesen küsst,
pflücke ich für dich die schönsten Blumen,
deren Farben im Sonnenlicht erstrahlen.
Rosen, die von Liebe erzählen,
Tulpen, die in sanften Tönen leuchten,
und Gänseblümchen, die Unschuld verkünden.
Jede Blume ein Gedanke,
jedes Blatt ein stilles Versprechen,
zusammengebunden mit Bändern der Zuneigung.
Möge dieser Strauß dir Freude bringen,
so wie du sie täglich in mein Leben zauberst.
~*~
© Anne Seltmann



Anne Seltmann 14.03.2025, 07.10 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL


Sanfte Büschel recken sich in den Himmel,
flauschig und leicht, fast schwebend.
Der Wind streicht durch die stillen Halme,
doch sie verweilen, lautlos, im Licht.
Ein Hauch von Stille liegt in der Luft,
zart berühren sie den Tag.
~*~
© Anne Seltmann



Anne Seltmann 07.03.2025, 07.33 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Mutter Teresa wollte uns mit diesen Worten zeigen, dass wahres Wachstum oft leise geschieht. Die Natur macht keinen Lärm, wenn Bäume größer werden oder Blumen blühen – und doch entfaltet sich alles in seinem eigenen Tempo.
Genauso ist es bei uns Menschen. Wir müssen nicht immer laut sein oder uns ständig beweisen. Vieles entwickelt sich in der Ruhe, wenn wir uns Zeit geben, nachzudenken, zu lernen und innerlich zu wachsen.
Es ist eine Erinnerung daran, dass Geduld und Stille nicht Stillstand bedeuten, sondern dass darin eine besondere Kraft liegt – die Kraft des Wachsens.
Anne Seltmann 01.03.2025, 00.00 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Tulpen sind wie kleine Sonnenstrahlen, die den Frühling ankündigen. Mit ihren leuchtenden Farben – von sanftem Pastell bis zu kräftigem Rot und strahlendem Gelb – bringen sie Wärme und Freude in jede Landschaft. Jede Tulpe erzählt ihre eigene Geschichte. Manche stehen für Liebe, andere für Hoffnung oder Dankbarkeit. Ihre sanft geschwungenen Blütenblätter öffnen sich dem Licht entgegen und erinnern uns daran, dass nach jedem Winter ein neuer Frühling kommt – voller Leben, Farben und neuer Möglichkeiten.
Vielleicht liegt genau darin ihr Zauber: Tulpen blühen nicht ewig, aber sie zeigen uns, wie wertvoll und wunderschön der Augenblick sein kann


Anne Seltmann 28.02.2025, 06.35 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

An der alten Hauswand rankten sich rosafarbene Rosen empor, ihre Dornen gruben sich in den bröckelnden Putz, als hielten sie das Gemäuer zusammen. Jahr für Jahr hatten sie sich weiter ausgebreitet, unaufhaltsam, als wollten sie das Haus mit ihrem Leben umarmen.
Niemand wusste mehr, wer sie einst gepflanzt hatte. Vielleicht eine alte Frau, die sich nach Farbe in ihrem Alltag sehnte. Vielleicht ein verliebtes Paar, das hier einst sein Glück fand. Die Fenster des Hauses waren längst blind, die Tür verschlossen, doch die Rosen blühten weiter, als wäre die Zeit für sie bedeutungslos.
Ein Windhauch ließ Blütenblätter zu Boden tanzen. Eine Passantin blieb stehen, streckte die Hand aus und berührte eine der Rosen. Die samtige Oberfläche war kühl, fast fremd – und doch erzählte sie von etwas Vertrautem. Vom Leben, das hier einst gewesen war, und von der Schönheit, die sich nie vertreiben ließ.


Anne Seltmann 21.02.2025, 05.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL