Ausgewählter Beitrag

Zwischen Flucht und Erkenntnis
Ich stand im Regen und spürte, wie mein Herz
schneller schlug als sonst.
Meine Schuhe waren noch staubig von der Straße, die ich vor
wenigen Minuten entlanggelaufen war.
Eigentlich wollte ich nur in die Stadt, ein klares Ziel vor
Augen, doch alles kam anders.
Das Gegenteil von dem, was ich geplant hatte, trat ein, und ich fand
mich plötzlich in einem seltsamen Hotel wieder.
Es fühlte sich fast wie eine Flucht an, obwohl ich gar nicht wusste,
wovor ich eigentlich davonlief.
Seit Jahren hatte ich solche Momente nicht mehr erlebt, und doch fühlte
sich alles vertraut an.
In den letzten Wochen hatte sich etwas in mir verändert, auch wenn ich
es nicht sofort benennen konnte.
Vielleicht lag es an der Ausstellung, die ich früher am Abend besucht
hatte.
Dort, auf dem Balkon in der Dunkelheit des alten Gebäudes, hatte
alles begonnen.
Ein kurzer Blick, ein Lächeln, und plötzlich war nichts mehr wie
zuvor.
Ich dachte, ich hätte das Gespräch unter Kontrolle, doch die Situation
entglitt mir schneller, als ich reagieren konnte.
Mit jedem Schritt wurde mir klarer, dass ich mich nicht länger verstecken
konnte.
Die Erkenntnis traf mich schließlich wie ein Blitz, als ich wieder im Regen
stand.
Manchmal führt uns genau das, wovor wir fliehen, direkt zu dem Ort, an dem wir
sein müssen.
Anne Seltmann 12.05.2026, 15.27
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