ich rechne
nicht oft
in jahren
und doch
kommt dieser tag
verlässlich zurück
wie die schwalben
wie der mohn
wie der erste frost
vierunddreißigmal
ist er gekommen
ohne dich
und noch immer
bleibt für einen augenblick
alles stehen
als müsse die zeit
selbst
nach dir suchen
im november
wärst du
einhundertvierzehn geworden
eine zahl
größer
als meine vorstellung
größer vielleicht
als die strecke
die zwischen uns liegt
ich sehe dich nicht
ich höre dich nicht
und dennoch
gibt es tage
an denen du
durch einen gedanken gehst
durch eine erinnerung
durch ein altes wort
als hättest du
den raum
nie ganz verlassen
dann sitze ich da
und staune
wie jemand
so lange fort sein kann
und dennoch
nicht verschwindet
~*~
© Anne Seltmann