Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Tag

Freitag ist Fischtag N° 23



[KI generiertes Bild / Text © Anne Seltmann]



Es war einer dieser langweiligen Fernsehabende.
Der Bildschirm flimmerte schon seit Stunden, doch das Programm wollte nicht recht greifen. Plötzlich huschte ein Schatten durch die Mattscheibe, als hätte sich die Technik selbst verschluckt. Dann, ohne Vorwarnung, schwamm ein goldorangener Fisch mitten in den grauen Wellen des Fernsehlichts auf und ab.

Der Ton verstummte, das Rauschen fiel in sich zusammen, und anstelle von Nachrichten und Serien sah man nun Wasser, Wolken und die anmutige Bewegung der Flossen. Der Fisch drehte sich einmal um sich selbst, als wolle er prüfen, ob das Publikum auch aufmerksam genug zusah. Auf dem Gehäuse des alten Geräts legte sich eine feine Spur von Wassertropfen ab, die wie Glasperlen funkelten.

Und da war noch mehr: aus den Knöpfen sprossen zarte Blumen, filigrane Blüten, die man eher in einem Traum als in einem Wohnzimmer erwartet hätte. Schmetterlinge flatterten aus dem unsichtbaren Spalt zwischen Bildschirm und Realität.

Der Abend, der mit Langeweile begann, verwandelte sich in ein Fenster in eine andere Welt – eine, in der Technik nicht nur sendet, sondern träumt. Der Fisch schwamm weiter, seelenruhig, und man fragte sich: Wer beobachtet hier eigentlich wen?


© Anne Seltmann





Anne Seltmann 29.08.2025, 00.00 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Weisheiten am Samstag N° 70



[Bild KI generiert / Text Anne Seltmann]






..pausiert


Anne Seltmann 23.08.2025, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 22



[KI generiertes Bild / Text © Anne Seltmann]


Der Markt war voller Stimmen, Gerüche und Farben. Zwischen den Ständen blieb eine junge Frau stehen, wo das Silber der Fische im Morgenlicht aufblitzte. Sie wählte sorgfältig, ließ sich Zeit, als würde jeder einzelne Fang eine kleine Geschichte in sich tragen. Mit einem Lächeln legte der Händler ihr die frischesten Exemplare in den Korb.

Als sie weiterging, spürte sie das Gewicht des Korbes wie ein Versprechen. Sie dachte an das Essen am Abend, an Freunde, die um den Tisch sitzen würden, an das leise Klirren von Gläsern und die Wärme von Kerzenlicht. Der Fisch war mehr als nur eine Mahlzeit – er war der Anfang eines Tages, der nach Gemeinschaft schmeckte.





Anne Seltmann 22.08.2025, 06.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Montagsherz N° 640



 N° 640 







Neulich habe ich mit meinen Enkelbuben ein paar Steine bemalt – eine dieser kleinen, bunten Aktionen, die jedes Mal aufs Neue Freude machen. Ich liebe es zu sehen, wie kreativ sie werden, wenn Pinsel und Farben im Spiel sind. Gestern fiel mir auf, dass noch ein einzelner Stein übriggeblieben war. Und da mir gerade keine Herzen vor die Linse laufen, habe ich ihn kurzerhand selbst bemalt – ein kleiner Beitrag zu meinem Projekt, der trotzdem von Herzen kommt. 

Und während ich das Bild bearbeitet habe, sehe ich rechts oben einen Fleck auf meinem Schreibtisch...auch eine Herzform! 



Ihr Lieben, während ihr das hier lest, befinde ich mich mit meinem Lieblingsmenschen auf eine 4-Tage-Tour nach Hannover. Wir haben uns dort in einem Tinyhouse eingemietet. In Hannover wollen wir die Herrenhäuser Gärten besuchen, ein wenig um den Maschsee wandern, die Hildesheimer Innenstadt besuchen und auf dem Rückweg das Sprengel Museum besuchen. Ich melde mich dann bei euch, wenn wir wieder zurück sind!









Anne Seltmann 18.08.2025, 00.00 | (8/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Weisheiten am Samstag N° 69






...pausiert


Anne Seltmann 16.08.2025, 09.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 21


[KI generiertes Bild / Text © Anne Seltmann]


Der Morgen lag still über dem Teich. Nebelfäden tanzten auf der Wasseroberfläche, und irgendwo in der Ferne sang eine Lerche. Auf langen, schlanken Beinen stand ein Storch regungslos im Teich . Er wirkte wie eine Statue aus Silber und Weiß, nur seine Augen blitzten wachsam, bereit, jede Bewegung unter der Wasserhaut zu erkennen.

Plötzlich blitzte etwas Goldenes auf. Ein Fisch – nein, ein Goldfisch – zog in eleganten Kreisen vor den Storch. Seine Schuppen funkelten im frühen Sonnenlicht, als hätte er kleine Sonnenstrahlen eingefangen. Der Storch beugte den Hals, bereit für einen schnellen Stoß.

"Warte!" rief der Goldfisch, und seine Stimme perlte wie Wasser über Kiesel. "Bevor du mich frisst, solltest du wissen, dass ich dir mehr geben kann als nur einen schnellen Bissen."

Der Storch blinzelte überrascht."Und was sollte das sein? Ich bin ein Storch – ich brauche Futter, nicht Geschichten."

"Geschichten sind manchmal wertvoller als Futter", erwiderte der Goldfisch und drehte eine glitzernde Pirouette. "Ich bin ein Wächter des Teiches. Wer mir zuhört, erfährt, wo das Wasser am klarsten, die Fische am zahlreichsten und die Ruhe am tiefsten ist. Ich könnte dir zeigen, wie du immer satt wirst – ohne jemals jagen zu müssen."

Der Storch legte den Kopf schief. "Und warum sollte ich dir glauben?"

"Weil du sonst nur mich bekommst", sagte der Goldfisch, "und ich bin winzig. Aber wenn du mich am Leben lässt, bekommst du den ganzen Teich."

Der Storch dachte nach. Der Gedanke an einen Teich voller Beute, der sich ihm bereitwillig zeigte, war verlockend. Schließlich richtete er sich auf, nahm einen Schritt zurück und lächelte – so gut ein Storch eben lächeln konnte.

"Gut, Goldener", sagte er. "Zeig mir den Teich."

Und so schwamm der Goldfisch voraus, während der Storch am Ufer folgte. Der Nebel wich, die Sonne stieg höher, und an diesem Morgen lernten beide etwas Neues: Der eine, dass Gnade mehr bringen kann als Gier, und der andere, dass selbst ein Storch zuhören kann, wenn die Geschichte gut genug ist.




Anne Seltmann 15.08.2025, 06.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 20




[KI generiertes Bild / Text © Anne Seltmann] 



Stell dir vor, der Junge hieß Jona. Er hatte keine Ahnung, wie er auf diese Wolken gekommen war – eines Morgens wachte er einfach dort oben auf, weich eingebettet wie in das größte Federbett der Welt. In seiner Hand hielt er eine lange, schimmernde Angel, deren Schnur nicht ins Wasser, sondern ins Blau des Himmels reichte.

Um ihn herum schwebten Fische – nicht aus Fleisch und Schuppen, sondern aus glitzerndem Licht. Sie zogen ihre Kreise durch die Luft, als wäre das völlig normal, und manchmal streifte einer sanft seine Wange, wie um Hallo zu sagen. Jona angelte nicht, um sie zu fangen, sondern um mit ihnen zu reden. Jeder Fisch erzählte ihm eine kleine Geschichte, wenn er an der Schnur zupfte: von tiefen Meeren, in denen der Mond schläft, von Strömungen, die wie Lieder klingen, und von Reisen zu Orten, die kein Mensch je gesehen hat.

Und so saß Jona Tag für Tag dort oben, lauschte den Geschichten und ließ sie weiterziehen. Manchmal fragte er sich, ob er jemals wieder hinunter zur Erde gehen wollte – aber dann lächelte er. Denn er wusste: Solange die Wolken ihn trugen, würden die Fische ihm immer den Weg zu neuen Wundern zeigen.


© Anne Seltmann



Anne Seltmann 08.08.2025, 06.01 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Montagsherz N° 639




Teebeutel deluxe – oder: Haute Cuisine trifft Haute Couture

 

Ich hätte es ja wissen müssen:

Geht man einfach mal so in eine Kunstausstellung, kann es passieren, dass man von einem Kleid angeblinzelt wird.

Nicht irgendein Kleid.

Ein Kleid aus Teebeuteln. Jawohl.

Schwarztee, Früchtetee, Kamille, alles dabei. Und das nicht in der Tasse, sondern drapiert, gefaltet und mit Fadenkunst veredelt – auf einem Kleid, das irgendwo zwischen britischem Fünf-Uhr-Tee, upcycling-Wahn und textiler Offenbarung schwebte.

Ich stand also da, mit leicht geöffnetem Mund (vor Ehrfurcht oder Irritation, das weiß ich bis heute nicht), und fragte mich:

Wer trägt so etwas?

Und noch wichtiger:

Was passiert bei Regen?

Teebeutelkunst hatte ich ja tatsächlich schon einmal auf  >> meinem Blog << vorgestellt – damals ging es um filigrane Motive, die auf gebrauchten Teebeuteln gemalt waren. Schon das war beeindruckend. Aber das hier?

Das war: Konzeptkunst zum Anziehen.

Und ehrlich gesagt: auch zum Abgewöhnen.

Mit jedem Schritt, den man imaginär in diesem Kleid geht, raschelte es bestimmt leise nach Zitronenmelisse, Hibiskus und einem Hauch von "Ich hab mein Outfit selbst gezogen".

Ein Kleid, das sich bei längerem Tragen vermutlich selbst aufbrüht.

Modische Teeinheit deluxe.

 

Was ich mitnehme aus der Ausstellung?

Ein Lächeln.

Und die Gewissheit, dass Teebeutel mehr können als nur ziehen.

 

Falls also jemand demnächst auf eine Gala eingeladen ist und noch kein Kleid hat:

Einfach mal den Vorratsschrank aufreißen.

Mode ist, was man draus macht.


"Was war euer skurrilstes Modeerlebnis?"


Montagsherz...





Anne Seltmann 04.08.2025, 01.00 | (7/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Weisheiten am Samstag N° 68




Juttas...



Anne Seltmann 02.08.2025, 06.14 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 19





[KI generiertes Bild / Text © Anne Seltmann] 





Die Geschichten im Schuppenkleid 

Tief unten im Meer lebte ein kleiner Fisch, der anders war als alle anderen. Seine Schuppen waren schlicht, doch sein Körper war über und über mit Knöpfen geschmückt. Große, kleine, bunte und schimmernde Knöpfe – jeder mit einer eigenen Form und einem eigenen Geheimnis.

Die anderen Meeresbewohner wunderten sich und fragten ihn oft: "Warum trägst du all diese Knöpfe?" Der Fisch lächelte sanft und antwortete: "Jeder Knopf erzählt von einem Moment, den ich nicht vergessen will."

Einen roten Knopf hatte er einst am Strand gefunden, als eine Welle ihn ins Meer gespült hatte – er erinnerte ihn an einen Sommertag voller Wärme. Ein goldener Knopf kam von einem Seestern, der ihm einst geholfen hatte, sich vor einem Sturm zu verstecken. Manche Knöpfe waren Geschenke von Freunden, andere Erinnerungen an kleine Abenteuer, die er ganz allein erlebt hatte.

Wenn das Sonnenlicht ins Wasser fiel, glitzerten die Knöpfe wie winzige Sterne, die zwischen den Wellen tanzten. Und jedes Mal, wenn jemand den kleinen Fisch ansah, fühlte er sich ein bisschen glücklicher, als hätte er selbst eine dieser Geschichten berührt.



© Anne Seltmann




Anne Seltmann 01.08.2025, 06.25 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL