Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Marius

Marius Nature Thursday N° 34




Die Mehlbeere ist ein eher unscheinbarer Baum, den man oft an Straßenrändern oder in Parks findet. Ihre Blätter wirken leicht grau und matt, fast wie mit Staub überzogen. Im Herbst trägt sie auffällige, leuchtend gelbe bis rote Beeren. Für uns Menschen sind sie wegen ihres mehligen Geschmacks kaum genießbar, für Vögel dagegen eine wichtige Nahrungsquelle.

Ein Baum, der nicht viel Aufmerksamkeit verlangt – und doch jedes Jahr zuverlässig Farbe in die Landschaft bringt.








Anne Seltmann 18.09.2025, 06.59 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Black an White September 2025










Heute zeige ich euch einige Brunnen der Herrenhäuser Gärten in Hannover. Die Brunnen gehören zu den markantesten Gestaltungsmerkmalen dieser historischen Anlage. Viele von ihnen stammen aus der Barockzeit und wurden in die sorgfältig geplanten Achsen und Alleen eingebunden, um die Symmetrie und Harmonie des Gartens zu unterstreichen. Einige Brunnen zeigen kunstvolle steinerne Figuren aus Mythologie und Natur, andere sind schlicht gehalten, spiegeln das Licht und das Grün der Umgebung wider.

Die Wasserspiele dienten früher nicht nur der Ästhetik: Sie waren Ausdruck von Reichtum und Kunstfertigkeit der Gartenbesitzer und zeigten die meisterhafte Kombination von Architektur, Technik und Natur. Heute laden die Brunnen Besucher dazu ein, innezuhalten, das Plätschern des Wassers zu hören und die unterschiedlichen Perspektiven der Gartenanlage zu entdecken.

Besonders beeindruckend ist, wie die Brunnen das Licht einfangen und mit den Blumenbeeten, Hecken und Alleen in Beziehung treten. Ein Spaziergang zu den Wasserspielen der Herrenhäuser Gärten vermittelt ein gutes Gefühl für die historische Planung, die vielfältige Gestaltung und die Bedeutung von Wasser als lebendigem Element im Gartenbau.













Anne Seltmann 11.09.2025, 07.45 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 33








Ich habe bei meinem letzten Rundgang durch die Herrenhäuser Gärten eine Hopfenbuche entdeckt. Dieser Baum ist etwas Besonderes, denn er gehört nicht zu den heimischen Buchenarten, die man bei uns gewohnt ist. Die Hopfenbuche trägt den botanischen Namen Ostrya carpinifolia und ist eigentlich eher im Süden Europas zu Hause, vor allem in Italien und auf dem Balkan. Ihren Namen verdankt sie den Früchten, die kleinen Hopfenzapfen ähneln und den Baum unverwechselbar machen. Für mich war es eine schöne Überraschung, zwischen den vielen bekannten Gehölzen auf diese eher seltene Buche zu stoßen.









Anne Seltmann 11.09.2025, 07.24 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 32







Obiges Bild zeigt denWunderbaum, Ricinus communis. Gesehen in den Herrenhäuser Gärten (Hannover) Er erhebt sich wie eine fremde Erscheinung im Garten. Seine Blätter, weit ausgebreitet wie die Finger einer offenen Hand, glänzen in Grün und Rot, als hätten sie das Licht der Tropen in sich aufgenommen. Der Stängel trägt dieselbe Farbe, kräftig, fast blutwarm, als pulsierte darin noch ein Herz.

Zwischen den Blättern wachsen Blütenstände, unscheinbar zuerst, bis sie die stacheligen Kapseln hervorbringen, in denen die Samen ruhen. Sie glänzen wie polierte Steine, schön, schimmernd – und doch von einer Gefährlichkeit, die man ihnen nicht ansieht.

So steht die Pflanze zwischen Verlockung und Gefahr, zwischen Zierde und Gift. In den Kapseln liegen die charakteristischen glänzenden Samen, die sehr giftig sind. Schon wenige Samen können beim Menschen oder Tier schwere Vergiftungen auslösen, daher sollte die Pflanze nicht unbedacht berührt oder verzehrt werden.



[Beide Bilder wurden mit dem * iPhone aufgenommen]





[* Namensnennung...unbeauftratgt und unbezahlt!]



Marius...



Anne Seltmann 04.09.2025, 00.00 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Black an White August 2025






Die Hängematte hängt zwischen zwei Bäumen, leicht im Wind.
Man legt sich hinein und spürt, wie die Welt ein Stück weit langsamer wird.
Die Füße baumeln, der Atem wird ruhig, Gedanken schweben wie Blätter auf dem Wasser.
Ein Moment nur für sich, und doch voller Nähe zu allem, was um einen ist.
Man schaukelt ein wenig, man träumt ein wenig, und für einen Augenblick ist alles richtig.
Die Hängematte trägt, hält sanft, lässt los und schenkt ein leises Lächeln.









Anne Seltmann 31.08.2025, 00.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 31





Die Sonnenblume ist wie ein kleines Wunder, das sich selbst immer wieder neu zur Sonne ausrichtet. Ihr Name verrät schon ihr Geheimnis: Sie folgt dem Lauf des Lichts. Junge Sonnenblumen drehen ihren Kopf tatsächlich von Osten nach Westen, immer dem Tag entgegen. Sobald sie ausgewachsen sind, bleiben sie meist der aufgehenden Sonne treu – als ob sie gelernt hätten, dass ein Anfang immer Hoffnung trägt.

Ihre leuchtend gelben Blütenblätter wirken wie Strahlen, die ein Herz umrahmen. Dieses Herz ist gefüllt mit unzähligen kleinen Blüten, jede davon ein eigenes Lebewesen im großen Kreis. Aus ihnen wachsen später die Kerne, die so unscheinbar und doch so kraftvoll sind – Nahrung, Öl, ein Versprechen von Fruchtbarkeit und Fülle.

Die Sonnenblume steht oft für Lebensfreude, Stärke und Zuversicht. Sie richtet sich nach oben, selbst wenn der Boden karg ist, und wird dadurch zum Sinnbild für Optimismus. Vielleicht ist sie deshalb auch eine Trostpflanze: man kann kaum vor ihr stehen, ohne ein Stück ihres Lächelns mitzunehmen.








Anne Seltmann 28.08.2025, 04.36 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 30












Wenn der Wind trägt

die luft voll mit feinem weiß

als hätte jemand vergessen

die schneekugel zu schütteln

und doch fliegt es

in richtungen, die wir nicht kennen


nur ein kurzes gelb darin

ein schatten aus brummen

der den staub der welt sammelt

ohne ihn zu besitzen


keine mitte

nur dieses kreisen um eine mitte

die vielleicht gar nicht da ist
und der wind, der nicht fragt, nur nimmt

nur trägt, nur verteilt


und die samenköpfe

leuchtend im gegenlicht

als stünden sie kurz davor, sich zu erinnern

was sie waren, bevor sie flug wurden


alles leicht

und trotzdem voller gewicht

als könnten diese kleinen schirme

die erde aus den angeln heben
während irgendwo

weit hinter den farben

ein nächster morgen wartet.


~*~

© Anne Seltmann












14.08.2025, 06.01 | (3/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 29







pusteblumen
ein hauch von zeit
die nicht fragt
ob wir bereit sind

 

die luft trägt
fäden wie atemzüge
über grenzen von haut und blick
in felder hinein
die niemandem gehören

 

ich sehe dir nach
wenn du gehst ohne zu gehen
nur ein flüstern bleibt
zwischen finger und wind
ein fast-kontakt
der doch alles sagt

 

und irgendwann
wenn die samenkugeln leer
und der himmel voll davon ist
merken wir
dass nichts so leise bleibt
wie das was wir nicht festhalten können

~*~

© Anne Seltmann











07.08.2025, 06.55 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Perfekt unperfekt




Marius "unperfektes" Bild hat mich zu diesem Gedicht inspiriert

 

 

Wenn alles immer glatt und makellos wäre
gäbe es keine Ecken keine Kanten die erzählen
keine Narben die leise von Mut und Wandel singen
kein Flüstern der Zeit die uns hält und trägt
keine Schatten die das Licht erst lebendig machen

 

Im Unvollkommenen wohnt die Seele des Moments
ein Tanz aus Fehlern und Hoffnungen
aus zerbrochenem Glas das in der Sonne funkelt
Hier finden wir die echten Geschichten
die uns berühren und wachsen lassen

 

Denn erst wenn nicht alles perfekt ist
öffnet sich Raum für Wunder und echtes Leben
für das raue und zarte zugleich
für das, was wirklich zählt und bleibt

 

 ~*~

© Anne Seltmann






Anne Seltmann 31.07.2025, 07.04 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 28/2025












die wiese hält uns
ein sanftes bett aus grünem raunen
der hund neben mir
seine augen halb geschlossen
als lauschte er dem atmen der erde
der himmel weit und offen
kein wort fällt schwer genug
um die stille zu zerbrechen
gras fließt wie wasser
durch die finger der zeit
wir bleiben nur
um nichts zu verlieren

~*~

© Anne Seltmann


 







Anne Seltmann 31.07.2025, 05.56 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL