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Tag: Bednarski

Baustelle des Jahres – oder: Warten auf Godot in der Wohnanlage








Auch wenn ich mich wiederhole – irgendwann ist Schweigen keine Tugend mehr, sondern Resignation. Deshalb muss ich meinem Frust noch einmal öffentlich Luft machen.

Im März 2023 wurde uns eine umfassende Haussanierung angekündigt: neue Fassade, neue Fenster, neue Balkone. Ein Projekt, das unsere Wohnqualität deutlich verbessern sollte.

Nach einem holprigen Start nahm die Baustelle tatsächlich Fahrt auf – allerdings offenbar mit angezogener Handbremse. Wochenlang geschah... nichts. Und wenn doch einmal Bewegung aufkam, dann tauchten vereinzelt ein paar Handwerker auf, verrichteten kleinere Arbeiten und verschwanden wieder, als hätten sie einen streng getakteten Fluchtplan.

Der einzige, der erstaunlich zuverlässig erschien, war einer der Architekten. Tag für Tag spazierte er mit seinem Handy über die Baustelle und fotografierte alles. Vermutlich entsteht daraus irgendwann ein opulenter Bildband mit dem Titel: **„Vom Werden einer Nicht-Baustelle**.

Offiziell sollte das gesamte Bauprojekt Ende 2024 abgeschlossen sein.

Heute schreiben wir das Jahr 2026.

Seit einem halben Jahr herrscht auf unserer Baustelle absolute Stille. Und mit absolut meine ich: **absolute**. Kein Hämmern. Kein Bohren. Kein Bagger. Kein Handwerker. Nicht einmal ein einsamer Nagel, der versehentlich vom Himmel fällt und Hoffnung verbreitet.

**Nothing. Nada. Niente.**

Die Bauzäune stehen noch tapfer Wache – vermutlich aus Gewohnheit. Die aufgeschütteten Erdhügel entwickeln sich derweil zu kleinen Biotopen. Moose, Gräser und Wildkräuter leisten ganze Arbeit. Die Natur ist eben effizienter als so manche Bauplanung und hat beschlossen, sich das Gelände einfach zurückzuerobern.

Den Bürgermeister hatte ich bereits vor längerer Zeit informiert. Während seines Wahlkampfes stand er persönlich vor unserer Haustür und versprach, sich der Angelegenheit anzunehmen. Das klang damals hoffnungsvoll.

Vor Kurzem schrieb ich ihn erneut an. Die Antwort: Die Firma **Bednarski & Fröber Planungs GbR** sei inzwischen nicht mehr für unsere Häuserreihe zuständig. Man werde sich melden, sobald man Näheres wisse. Nur uns hat keiner darüber informiert!!!

Das klingt ein wenig wie: *„Bitte bleiben Sie in der Leitung. Ihr Anliegen ist uns wichtig.*

Nur dass unsere Leitung inzwischen seit über drei Jahren besetzt ist.

Ich wünsche mir keinen Luxus. Keine goldenen Balkongeländer. Kein Richtfest mit Blaskapelle.

Ich wünsche mir einfach nur das zurück, was uns längst versprochen wurde: einen fertigen Balkon, eine abgeschlossene Baustelle und endlich wieder das Gefühl, in einem Zuhause zu wohnen – und nicht auf dem Dauerschauplatz einer Realsatire.

 

Fortsetzung folgt.

Vermutlich.

Denn auf dieser Baustelle scheint nur eines zuverlässig zu funktionieren:

 

**Der Stillstand.**



Anne Seltmann 12.07.2026, 14.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Haussanierungen Haussanierungen XI.









Seit März 2023 läuft hier offiziell eine Sanierung. Inoffiziell könnte man meinen, wir wohnen in einer endlosen Realsatire, die den Arbeitstitel "Baustelle ohne Ende" trägt. Ganze neun Wochen lang passierte schlichtweg nichts – kein Hämmern, kein Bohren, nicht mal ein verlorener Nagel, der Hoffnung auf Aktivität gemacht hätte.

Dann, wie aus dem Nichts, große Bewegung: Der Boden vor den Häusern wurde weggeschaufelt. Vermutlich, um eine wassergebundene Decke einzubauen – oder vielleicht nur, um die Maulwürfe zu ärgern. Auf der Balkonsseite wurden Formkästen in die Erde gesetzt, vermutlich für Beton, vermutlich für Stabilität, vermutlich für etwas, das auf keiner Bauzeichnung existiert. Doch kaum war alles getan, wurden die gleichen Stellen wieder aufgerissen, diesmal für Abflussrohre. Effizienz scheint hier eher ein theoretisches Konzept zu sein.

Und dennoch gibt es einen Meilenstein, von dem künftige Generationen noch hören werden: Seit Januar 2025 haben wir endlich eine Badezimmertür...man höre und staune... das seit 3 Jahre langem Warten! Ein kleiner Schritt für die Menschheit, ein gigantischer für uns Bewohner.


Bis dahin bleibt der Alltag ein absurdes Schauspiel: Morgens, kurz vor sieben, dieses verheißungsvolle Geklapper – ein Sound, der so tut, als würde wirklich etwas vorangehen. Fast schon ein Hörspiel, nur ohne Happy End in Sicht?







Anne Seltmann 06.08.2025, 16.33 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Haussanierungen X.


[Archivbild 2023]




Seit März 2023 befinden sich unsere Häuser in der Sanierung – ein Prozess, der sich inzwischen mehr schleppend als fortschreitend anfühlt.

Zwar wurden bereits Fenster ausgetauscht und Fassaden erneuert, doch seit gefühlt neun Wochen herrscht Stillstand. Früher waren täglich Architekten vor Ort, machten Fotos und hielten Kontakt. Heute: NICHTS. Keine Rückmeldung, keine Sichtbarkeit, keine Informationen. Wir Mieterinnen und Mieter verharren in einem Zustand des Ungewissen – und das seit Monaten.

Es ist schwer zu ertragen, nicht zu wissen, wie es weitergeht oder wann mit einem Abschluss der Arbeiten zu rechnen ist. Die Informationspolitik ist enttäuschend. Ich frage mich, wie wir als Mieter Druck aufbauen können, damit das Bauvorhaben nicht einfach im Schwebezustand endet.

Fazit:
Die Geduld der Mieterschaft ist aufgebraucht. Der Stillstand belastet – nicht nur nervlich, sondern auch ganz praktisch im Alltag.

Geduld hat ein Ablaufdatum. Und Transparenz ist kein Luxus, sondern Pflicht!!!


Im Übrigen sind wir immer noch ohne Balkon!





Anne Seltmann 29.06.2025, 10.22 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL