Tag:


der wald
ist kein ort
er geschieht
zwischen rinde und atmung
ein licht
das nicht fällt
sondern tastet
unter den füßen
das weiche gedächtnis
aus nadeln
aus jahren
ein knacken
(oder war es nur
mein denken?)
moos legt
seine kühle hand
auf den stein
und alles
was ich sagen wollte
zieht sich zurück
in wurzeln
der wald spricht nicht
er sammelt
atem
harz
schatten
und gibt mich
langsamer
zurück
als ich kam.
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 26.02.2026, 06.20 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Kater Stubbs war alles andere als ein gewöhnlicher
Stubentiger.
Fast zwei Jahrzehnte lang galt er als inoffizieller Bürgermeister des kleinen
Ortes Talkeetna in Alaska.
Ende der 1990er-Jahre hatten einige Einwohner genug von den menschlichen Kandidaten – also setzten sie kurzerhand ihr Vertrauen in einen einjährigen Kater. Was als augenzwinkernde Aktion begann, wurde zur echten Erfolgsgeschichte.
Politische Entscheidungen traf Stubbs natürlich keine, doch seine Wirkung war enorm: Er wurde zum Wahrzeichen des Ortes und lockte Besucher aus aller Welt an. Zu seinen täglichen „Amtsterminen gehörte der Abstecher in ein örtliches Restaurant, wo man ihm stilvoll Katzenminzwasser im Weinglas servierte.
Mehrfach entging er nur knapp dem Tod – unter anderem nach einem Hundeangriff, einer Schussverletzung und einem Sturz in eine (zum Glück ausgeschaltete) Fritteuse. Trotzdem blieb er über viele Jahre das pelzige Herz von Talkeetna.
2017 verabschiedete sich Stubbs im stolzen Alter von rund 20
Katzenjahren.
Ein Bürgermeister auf vier Pfoten – und eine Legende, die bis heute in
Erinnerung geblieben ist.
Nachdem ich die Geschichte recherchierte, stellte ich fest, dass Stubbs fast so aussieht, wie der Kater auf meinem Foto. Das Foto entstand in Llorett de Mar [Spanien]
Die Geschichte ist real!
25.02.2026, 08.33 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


Anne Seltmann 24.02.2026, 10.40 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


enjoy your life,
flüstert der morgen
durch halb geöffnete vorhänge
nicht laut
nicht grell
eher wie staub im licht
enjoy your life,
sagt die tasse kaffee
in deiner warmen hand
bevor du rennst
bevor du planst
bevor du wieder funktionierst
es sind nicht die großen bühnen
nicht die perfekten tage
es ist der blick
der einen moment
nicht weiter schiebt
enjoy your life
jetzt
nicht später
nicht wenn alles stimmt
jetzt
wo es unordentlich
und echt ist
~*~
© Anne Seltmann

Juttas...
Anne Seltmann 24.02.2026, 08.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das Nibelungentor in Worms [bereits schon einmal gezeigt)
Am Rand des Rheins erhebt sich das Nibelungentor wie ein steinernes Echo vergangener Zeiten. Errichtet um 1900 im Zuge der Rheinbrücke, trägt es nicht nur architektonische Schwere, sondern auch mythologische Aufladung in sich. Der Name verweist auf das Nibelungenlied – jene Sage von Treue, Verrat und Untergang, die mit Worms untrennbar verbunden ist.
Zwischen Türmen und Torbögen scheint Geschichte nicht abgeschlossen, sondern durchlässig. Wer hindurchgeht, betritt mehr als nur eine Brücke – es ist ein Übergang zwischen Erzählung und Gegenwart. Stein gewordene Erinnerung.
Der Hafentempel in Xanten
Im Archäologischen Park von Xanten erhebt sich der rekonstruierte Hafentempel als stiller Zeuge römischer Präsenz am Niederrhein. Einst lag hier der Hafen der Colonia Ulpia Traiana – Handel, Götterverehrung und Alltag trafen aufeinander.
Heute wirkt der Tempel fast meditativ. Säulen rahmen den Himmel, Schatten wandern über antike Linien. Der Ort erzählt von Verbindung: zwischen Fluss und Stadt, Mensch und Gottheit, Vergangenheit und Jetzt. Ein Raum, der nicht laut von Geschichte spricht – sondern sie atmet.
Eine alte Hütte am Kollhorst in Kiel
Versteckt zwischen Bäumen und Wiesen liegt sie – eine einfache, alte Hütte am Kollhorst. Holz, das Wind und Wetter getragen hat. Ein Dach, das Geschichten bewahrt. Hier scheint die Zeit langsamer zu gehen. Moos wächst unbeirrt, Licht fällt durch kleine Fenster, und irgendwo knarrt es leise. Vielleicht war sie Unterstand, vielleicht Rückzugsort, vielleicht nur ein Zweckbau. Doch in ihrer Schlichtheit liegt Würde – und eine stille Erinnerung daran, dass nicht alles glänzen muss, um Bedeutung zu haben.
Ein zerfallenes Haus in Niederweißbach
Hoch oben, verborgen im Wald über Niederweißbach, steht ein Haus, das langsam in die Stille zurücksinkt. Kein Wegweiser führt hin. Nur ein schmaler Pfad, überwuchert von Moos und Laub, deutet an, dass hier einmal Leben wa Die Fenster sind leer, der Putz bröckelt, das Dach hat dem Himmel kleine Öffnungen geschenkt. Zwischen den Dielen wächst Gras, als würde die Natur Raum für sich zurückfordern. Und doch liegt in diesen Mauern noch eine leise Wärme – als hätten Stimmen, Schritte und Atemzüge Spuren hinterlassen, die nicht ganz verschwinden wollen Von hier oben schweift der Blick weit ins Tal. Vielleicht war es einst ein Ort des Rückzugs, vielleicht ein Zuhause mit Aussicht. Heute ist es ein Zwischenraum – nicht mehr bewohnt, noch nicht vergessen. Ein Haus im Wald, das vom Vergehen erzählt. Und davon, dass selbst im Zerfall eine eigentümliche, stille Schönheit liegt.
Anne Seltmann 23.02.2026, 04.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Mein Tuschkasten und ich haben in den letzten Tagen eine kleine Farbreise unternommen. Es wurde geplanscht, gemischt und fröhlich drauflos gepinselt – bis das Bild oben schließlich sagte: "So, jetzt bin ich fertig!" Diesmal habe ich mich an einer Papageienblume herangewagt – mit leuchtenden Farben im Gepäck und einer guten Portion Mut im Pinsel. Sie hat sich erst ein bisschen geziert, doch am Ende durfte sie stolz ihr tropisches Federkleid entfalten.
Zur Papageienblume sei gesagt: Sie wird auch „Paradiesvogelblume genannt und sie ist eine exotische Zierpflanze aus Südafrika.
Ihre auffälligen, orange-blauen Blüten erinnern an einen bunten Vogelkopf - daher ihr Name.
Anne Seltmann 20.02.2026, 07.03 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL


Grashalme im Wind
als wären sie nur
ein gerücht von grün
stehen sie da
nicht einzeln
ein flüstern in vielfalt
ein kaum
der wind liest sie
mit unsichtbarer hand
Zeile für Zeile
beugt sich bedeutung
und richtet sich wieder auf
kein widerstand
nur dieses mitgehen
als wüssten sie
wie man verliert
ohne zu fallen
zwischen zwei böen
ein zittern
das nicht angst ist
eher eine art erinnern
an etwas
das noch kommt
und schon da ist
im rascheln
schreibt sich die fläche fort
ohne rand
ohne besitz
nur bewegung
die bleibt
indem sie geht
~*~
© Anne Seltmann

Anne Seltmann 19.02.2026, 06.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die AIDAblu ist ein Kreuzfahrtschiff von Carnival Corporation & plc. Sie wurde für Fahrten unter der speziell auf den deutschen Markt ausgerichteten Konzernmarke AIDA Cruises eingesetzt. Betrieben wird sie unter italienischer Flagge durch Costa Crociere in Genua.
Das Schiff wurde als viertes von sieben nahezu baugleichen Schiffen der Sphinx-Klasse auf der Meyer Werft gebaut.
Die AIDAblu ist das zweite Schiff, das diesen Namen trägt. Ihre Namensvorgängerin wurde nach Indienststellung der AIDAdiva im Frühjahr 2007 vom Mutterkonzern zunächst für einen Einsatz unter der Marke Ocean Village neu gestrichen und schließlich, nachdem diese Marke aufgegeben wurde, im Jahr 2009 als Pacific Jewel nach Australien verlegt.
Die heutige AIDAblu ist seit 2010 Teil der AIDA-Flotte und weiterhin auf den Weltmeeren unterwegs.
Mit Platz für über 2.000 Gäste bietet sie eine Mischung aus Entspannung, Kulinarik und Unterhaltung. Besonders beliebt sind das offene Theatrium, der großzügige Wellnessbereich und die abwechslungsreichen Routen im Mittelmeer, rund um die Kanaren oder in Nordeuropa.
Im Rahmen eines Modernisierungsprogramms wird die AIDAblu technisch und optisch weiterentwickelt – sie ist also kein Neubau, aber ein aktives und gepflegtes Kreuzfahrtschiff mit Zukunft.
[ Namensnennungen...unbeauftragt und unbezahlt!]
Anne Seltmann 18.02.2026, 08.46 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Friedhofskatze von Arlington
Auf dem berühmten Soldatenfriedhof Arlington National Cemetery in den USA lebte viele Jahre lang eine streunende Katze, die von Besuchern und Mitarbeitenden liebevoll „Sergeant Whiskers genannt wurde.
Niemand wusste genau, wann sie auftauchte. Plötzlich war sie einfach da.
Die Katze streifte ruhig zwischen den Grabreihen umher, legte sich in die Sonne neben Marmorkreuze und beobachtete die Besucher mit stiller Aufmerksamkeit. Besonders häufig hielt sie sich in der Nähe frisch besuchter Gräber auf.
Was die Menschen berührte:
Die Katze schien eine besondere Sensibilität zu besitzen. Wenn Angehörige weinten oder lange verweilten, setzte sie sich oft in deren Nähe – manchmal direkt auf das Grab oder dicht neben die trauernde Person. Sie ließ sich streicheln, blieb ruhig und verschwand erst, wenn die Menschen gingen.
Mitarbeiter berichteten, dass sie niemandem gehörte, aber von allen versorgt wurde. Besucher brachten Futter, das Personal stellte Wasser bereit. Offiziell war sie nie „angestellt – inoffiziell war sie Teil des Ortes.
Mit der Zeit wurde sie zu einem kleinen Symbol des Trostes.
In einer Umgebung voller Verlust brachte sie etwas Lebendiges, Warmes, Sanftes.
Als die Katze nach vielen Jahren verschwand, hinterließen Besucher kleine Notizen und Blumen an den Stellen, an denen sie sich oft aufgehalten hatte.
Manchmal sind es nicht große Gesten,
sondern leise Pfoten zwischen Grabsteinen,
die Menschen am meisten berühren.
Anne Seltmann 18.02.2026, 06.42 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL