Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Marius

Black an White November 2025








2019 verbrachten wir unseren Urlaub in Quedlinburg. Quedlinburg ist eine Stadt, die man nicht einfach besucht – man entdeckt sie. Nicht die großen Plätze oder bekannten Sehenswürdigkeiten sind es, die ihren Zauber ausmachen, sondern die kleinen Gässchen, die sich zwischen den alten Fachwerkhäusern hindurchschlängeln. Es sind die versteckten Innenhöfe, die man oft nur durch eine schmale Pforte oder einen unscheinbaren Torbogen findet, in denen sich plötzlich eine ganz eigene Welt öffnet.

Hier blühen (sonst) wilde Rosen neben Kopfsteinpflaster, eine alte Bank steht unter einem Apfelbaum, irgendwo klappert eine Tür im Wind. Jeder Winkel scheint Geschichten zu erzählen – von Handwerk, von vergangenen Zeiten, von Menschen, die hier lebten und lachten.

Genau diese stillen, fast zufälligen Entdeckungen machen Quedlinburg so faszinierend. Man spaziert hinein und hat das Gefühl, die Zeit selbst hätte kurz angehalten, um einem zuzuzwinkern.









Anne Seltmann 04.11.2025, 16.06 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 39















Beim Durchsehen meiner Urlaubsbilder aus Murnau am Staffelsee hatte ich zunächst vor, euch Aufnahmen von der Zugspitze und der beeindruckenden Bergwelt zu zeigen. Doch als ich auf die Fotos der leuchtenden Bäume stieß, die mich so sehr an den Indian Summer erinnerten, war mir sofort klar, dass ich lieber diese zeigen möchte. Auf dem Weg zur Partnachklamm konnte ich mich an dieser farbenfrohen Pracht kaum sattsehen – eine solche Vielfalt kenne ich aus Schleswig-Holstein einfach nicht. 

Die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen ist ein eindrucksvolles Naturwunder, das tief in den Fels eingeschnitten ist. Aber das ist einen extra Post wert.














Anne Seltmann 30.10.2025, 00.00 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 38







Jetzt heißt es: Vitamine, bitte!

Wenn die Tage kürzer werden, die Sonne sich rar macht und das Laub die letzten goldenen Grüße des Sommers verteilt, braucht unser Körper ein bisschen Unterstützung. Der Herbst ist schließlich die Zeit, in der wir zwischen Tee, Schal und Regenstiefeln gern mal vergessen, was uns wirklich stärkt: Vitamine – kleine Helfer mit großer Wirkung.

Es geht nicht um Pillen, sondern um Balance. Wer bunt isst, isst meist auch vitaminreich. Herbstgemüse, frisches Obst, ein paar Nüsse – und schon hat man ein farbenfrohes, gesundes Buffet auf dem Teller. 






 Paprika hat im übrigen tatsächlich deutlich mehr Vitamin C als die meisten Zitrusfrüchte. Das überrascht viele, weil Orangen und Zitronen oft als klassische Vitamin-C-Quellen gelten.

Zum Vergleich (durchschnittliche Werte pro 100 g):

Rote Paprika: etwa 120–150 mg Vitamin C

Grüne Paprika: etwa 100 mg

Orange: etwa 50 mg

Zitrone: etwa 50 mg


Damit enthält rote Paprika rund das Dreifache des Vitamin-C-Gehalts einer Orange. Besonders roh gegessen bleibt der Wert am höchsten – beim Kochen geht nämlich ein Teil des Vitamins verloren.


Bleibt bunt und gesund!










16.10.2025, 00.58 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 37




Die Sprache des Holzes – über die Faszination, Bäume zu berühren

Es gibt Momente, in denen die Welt still wird. Kein Bildschirm, keine Stimme, kein Gedanke drängt sich dazwischen – nur die eigene Hand auf der rauen Rinde eines Baumes. Diese einfache Geste, das Berühren von Holz, trägt eine unerwartete Tiefe in sich. Sie ist fast archaisch, ein Gespräch mit etwas, das länger atmet als wir.

Wenn man durch den Wald geht, verändert sich die Wahrnehmung. Die Luft ist dichter, gesättigt mit Gerüchen von Erde, Harz und Moos. Doch erst, wenn man anhält und die Hand auf einen Baum legt, beginnt das eigentliche Erleben. Die Oberfläche ist nie gleich: glatt wie polierte Haut bei der Buche, tief gefurcht und leise widerständig bei der Eiche, kühl und nachgebend bei der Birke. Jede Struktur erzählt eine Geschichte von Wetter, Wachstum und Zeit.





In diesem Moment spürt man, dass Holz lebt – auch wenn es still steht. Unter der Rinde fließt noch das Echo vergangener Jahresringe, gespeicherte Sommer, überstandene Winter. Jeder Baum ist ein Archiv aus Licht und Geduld. Ihn zu berühren, heißt, eine Verbindung zu spüren, die jenseits der Worte liegt.

Vielleicht ist es das, was uns so tief berührt: Holz ist vertraut und doch unbegreiflich. Es war immer da. In Häusern, in Instrumenten, in den Dingen, die uns wärmen und tragen. Und wenn wir im Wald unsere Hand auf einen Stamm legen, kehrt etwas zurück – eine Erinnerung daran, dass wir selbst Teil dieser stillen Sprache sind.

Manchmal reicht ein einziger Kontakt, um das Tempo der Welt zu verlieren. Die Haut liest, was das Auge übersehen hat. Und irgendwo zwischen den Jahresringen und dem eigenen Puls erkennt man: Hier, mitten im Wald, berühren sich Zeit und Gegenwart.









Marius...





Anne Seltmann 09.10.2025, 06.26 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Black an White Oktober 2025






das licht fällt nicht,
es tastet.
eine spur aus wasser und atem,
ein geräusch,
das sich nicht traut, laut zu sein.

 

die luft hält inne,
als wüsste sie,
dass etwas vergeht,
bevor es überhaupt begonnen hat.

 

in jedem tropfen
eine ganze welt,
die kurz leuchtet
und dann verschwindet,
wie ein versprechen,
das niemand brach –
aber auch niemand hielt.

~*~

© Anne Seltmann












Anne Seltmann 05.10.2025, 07.52 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 36








Der Essigbaum ist für mich ein echter Paradiesvogel unter den Bäumen. Im Sommer breitet er seine riesigen, gefiederten Blätter aus, fast so, als würde er Urlaub machen und sich mit einer tropischen Brise brüsten. Und dann kommt der Herbst – und er zündet ein Feuerwerk. Rot, Orange, manchmal fast pink, jeder Ast ein Flammenwerfer. Dazu diese seltsamen Fruchtstände, die wie kleine Fackeln nach oben zeigen. Ganz ehrlich: Der Essigbaum ist ein Showstar.

Doch wie es bei exzentrischen Typen so ist – er sorgt nicht nur für Begeisterung. Denn der Essigbaum ist mittlerweile auf der Liste der "unerwünschten Gäste" gelandet. Warum? Weil er sich gern breitmacht, schnell ausbreitet und dabei einheimische Pflanzen verdrängt. Offiziell gilt er sogar als invasiv – und das bedeutet, dass man ihn nicht mehr einfach so pflanzen darf.

Für mich macht genau dieser Widerspruch den Essigbaum so spannend: Einerseits ein Naturkünstler mit dem schönsten Herbstkleid, andererseits ein kleiner Rebell, der sich nicht an Regeln hält. Vielleicht passt er deswegen so gut in unsere Zeit – auffällig, umstritten und irgendwie unvergesslich.








Anne Seltmann 02.10.2025, 06.28 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 35






der wilde wein,
ein leuchten in gelb und rot,
purpur atmet durch die blätter.

es ist kein abschied,
nur ein wort im wechsel
der jahreszeit.

~*~

© Anne Seltmann







Der Wilde Wein (siehe Bild) zeigt im Herbst ein wahres Farbenfest, weil er sein sattes Sommergrün nach und nach verliert. Das Chlorophyll, das den Blättern ihre grüne Farbe gibt, wird abgebaut, sobald die Tage kürzer und kühler werden. Dadurch treten die Farbstoffe hervor, die sonst verborgen bleiben – das warme Gelb der Carotinoide, das kräftige Rot und Violett der Anthocyane. Bei der Jungfernrebe ist dieser Effekt besonders stark ausgeprägt, weshalb sie oft wie ein lodernder Teppich aus Feuerfarben wirkt. Es ist ihr stiller Abschiedsgruß an den Sommer, bevor sie ihre Blätter fallen lässt. 










Anne Seltmann 25.09.2025, 05.25 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 34




Die Mehlbeere ist ein eher unscheinbarer Baum, den man oft an Straßenrändern oder in Parks findet. Ihre Blätter wirken leicht grau und matt, fast wie mit Staub überzogen. Im Herbst trägt sie auffällige, leuchtend gelbe bis rote Beeren. Für uns Menschen sind sie wegen ihres mehligen Geschmacks kaum genießbar, für Vögel dagegen eine wichtige Nahrungsquelle.

Ein Baum, der nicht viel Aufmerksamkeit verlangt – und doch jedes Jahr zuverlässig Farbe in die Landschaft bringt.








Anne Seltmann 18.09.2025, 06.59 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Black an White September 2025










Heute zeige ich euch einige Brunnen der Herrenhäuser Gärten in Hannover. Die Brunnen gehören zu den markantesten Gestaltungsmerkmalen dieser historischen Anlage. Viele von ihnen stammen aus der Barockzeit und wurden in die sorgfältig geplanten Achsen und Alleen eingebunden, um die Symmetrie und Harmonie des Gartens zu unterstreichen. Einige Brunnen zeigen kunstvolle steinerne Figuren aus Mythologie und Natur, andere sind schlicht gehalten, spiegeln das Licht und das Grün der Umgebung wider.

Die Wasserspiele dienten früher nicht nur der Ästhetik: Sie waren Ausdruck von Reichtum und Kunstfertigkeit der Gartenbesitzer und zeigten die meisterhafte Kombination von Architektur, Technik und Natur. Heute laden die Brunnen Besucher dazu ein, innezuhalten, das Plätschern des Wassers zu hören und die unterschiedlichen Perspektiven der Gartenanlage zu entdecken.

Besonders beeindruckend ist, wie die Brunnen das Licht einfangen und mit den Blumenbeeten, Hecken und Alleen in Beziehung treten. Ein Spaziergang zu den Wasserspielen der Herrenhäuser Gärten vermittelt ein gutes Gefühl für die historische Planung, die vielfältige Gestaltung und die Bedeutung von Wasser als lebendigem Element im Gartenbau.













Anne Seltmann 11.09.2025, 07.45 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 33








Ich habe bei meinem letzten Rundgang durch die Herrenhäuser Gärten eine Hopfenbuche entdeckt. Dieser Baum ist etwas Besonderes, denn er gehört nicht zu den heimischen Buchenarten, die man bei uns gewohnt ist. Die Hopfenbuche trägt den botanischen Namen Ostrya carpinifolia und ist eigentlich eher im Süden Europas zu Hause, vor allem in Italien und auf dem Balkan. Ihren Namen verdankt sie den Früchten, die kleinen Hopfenzapfen ähneln und den Baum unverwechselbar machen. Für mich war es eine schöne Überraschung, zwischen den vielen bekannten Gehölzen auf diese eher seltene Buche zu stoßen.









Anne Seltmann 11.09.2025, 07.24 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL