Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Friday

Floral Friday Fotos 2025 N° 30







Astern sind die späten Sterne des Gartens – und ihr Name verrät es schon: Er stammt vom griechischen Wort "aster", das schlicht "Stern" bedeutet. Ursprünglich kommen sie aus Nordamerika, einige Arten auch aus Europa und Asien. Dort wachsen sie wild auf Wiesen, an Waldrändern oder in Gebirgsregionen, wo sie Sonne und frische Luft lieben.

Im Laufe der Zeit fanden sie ihren Weg in unsere Gärten und wurden zu Symbolen des Spätsommers. Wenn die Sonne schon tiefer steht und die Tage leiser werden, öffnen sie ihre sternförmigen Blüten in Violett, Blau, Rosa oder Weiß – als wollten sie sagen: Noch ist das Jahr nicht vorbei. Bienen und Schmetterlinge schätzen sie als letzte, leuchtende Einladung, bevor der Herbst kommt.

Astern tragen etwas Tröstliches in sich – sie zeigen, dass das Ende einer Jahreszeit kein Verblassen sein muss, sondern ein Aufleuchten. Ein letzter Gruß des Sommers, der noch einmal alles gibt.













Anne Seltmann 17.10.2025, 06.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 28


[Bild KI generiert]



Habt ihr schon einmal Haifisch gegessen?
Ich schon – das war 1983 in Lloret de Mar. Während einer Haifischtour wurden an Bord frisch gefangene Haie zerlegt, und anschließend bot man uns Haifischflossen zum Verzehr an. Es war ein seltsames Gefühl, ihn zu essen, nachdem ich das alles mitangesehen hatte. Geschmeckt hat er mir ohnehin nicht, und ich würde es auch nicht noch einmal tun. Außerdem habe ich inzwischen gelesen, dass Haifischfleisch wegen hoher Quecksilber- und Schadstoffbelastung gesundheitsschädlich sein kann. Da höre ich heute lieber das alte Lied mit der Zeile "Und der Haifisch, der hat Zähne" es passt perfekt zu meinem Bild von der nostalgischen Musikbox mit dem Hai darauf. 









Anne Seltmann 17.10.2025, 00.00 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 29







verblühen heißt

nicht enden,

nur weniger werden.

 

staub hängt noch in der luft

wo gestern farbe war.

der stiel erinnert sich an grün,

die erde an das wort:  halten.

 

ein wind streicht vorbei,

nimmt namen mit.

wer warst du,

sagt der tag zur blume,

und niemand antwortet.

 

zwischen den blättern

ein flirren von noch,

von fast,

von gleich.

 

manchmal

riecht die zeit nach dir,

nach diesem moment

bevor alles fällt 


~*~

© Anne Seltmann










Anne Seltmann 10.10.2025, 06.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 27



[Bild KI generiert]



Seerobbenbabys, die ohne ihre Mütter zurückbleiben, finden in verschiedenen Regionen Hilfe in speziellen Stationen. Solche Aufnahmestellen gibt es vor allem dort, wo die Tiere leben – also an den Küsten der Nordsee und Ostsee, in Deutschland etwa in Norddeich, Friedrichskoog oder auf Helgoland. Auch in den Niederlanden, Dänemark und anderen Ländern rund um die Nordsee sind Heuler Stationen eingerichtet. Weltweit gibt es ähnliche Einrichtungen überall dort, wo Robben vorkommen, zum Beispiel in den USA, Kanada oder Südafrika. Sie alle haben das gleiche Ziel: die mutterlosen Jungtiere aufzupäppeln, denn in mutterloser Heuler kann weder diese Nahrung bekommen noch sofort selbst Fische fangen. Darum übernehmen Menschen in den Stationen die Fütterung – zuerst mit einer Ersatzmilch, später mit kleinen Fischen –, bis die Jungtiere stark genug sind, allein im Meer zu jagen. 


Man nennt die Kleinen auch Heuler und diesen Namen haben die Menschen an den Küsten geprägt, vor allem an der Nordsee. Wenn ein Robbenbaby von seiner Mutter getrennt wird, ruft es laut nach ihr – ein klagender, wehmütiger Laut, der wie Heulen klingt.






Anne Seltmann 26.09.2025, 06.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 28







Die Hortensie ist ein Fest aus leisen Tönen, ein Ball aus tausend kleinen Stimmen, die sich zu einem einzigen Klang verweben. Sie trägt den Sommer in dichten Wolken von Blau, Rosa oder Weiß, als hätte der Himmel selbst die Erde berührt. In ihren runden Blütenkugeln steckt ein Geheimnis der Fülle: aus dem Kleinsten wächst das Große, aus vielen Blättern ein schimmerndes Ganzes. Sie ist prunkvoll und zugleich bescheiden, ein stiller Mittelpunkt im Garten, der Wärme und Erinnerung sammelt wie Licht im Wasser. Wer sie betrachtet, spürt einen Hauch von Ewigkeit in ihrer vergänglichen Pracht. 
Der Name Hortensie trägt sein Geheimnis schon in sich: Er wurzelt im Griechischen, aus "hydor" für Wasser und "angeion"für Gefäß. Ein Gefäß für Wasser – so schlicht, so treffend, als hätte man der Blume ein Stück ihrer Seele in die Sprache gelegt. Denn sie ist durstig nach Regen, nach Tau, nach jeder Spur von Feuchtigkeit. Ihr Name erzählt die Geschichte ihres Wesens: eine, die aus der Fülle des Wassers ihre eigene Fülle schöpft, die Wolken in Blüten verwandelt und das Flüssige in Farbe übersetzt. 








Anne Seltmann 26.09.2025, 05.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 27





Die Chrysantheme kommt aus China, wo sie seit über 2000 Jahren für Weisheit und ein langes Leben steht. Von dort gelangte sie nach Japan und wurde sogar zur kaiserlichen Blume. Erst im 17. Jahrhundert kam sie nach Europa, wo man sich sofort in ihre Farbenvielfalt verliebte.


Der Name "Chrysantheme" kommt aus dem Griechischen. Er setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: "chrysos"bedeutet "Gold" und "anthemon" bedeutet "Blume". Also heißt Chrysantheme wörtlich "Goldblume". Ursprünglich bezog sich das auf die gelben Blüten, die besonders in China und Japan geschätzt wurden, inzwischen gibt es die Pflanze aber in vielen Farben.



Chrysanthemen sind wie kleine Sonnen, die den Herbst noch einmal hell erstrahlen lassen. Ihre Blüten können schlicht und zart sein oder dicht gefüllt wie kleine Bälle, und sie zeigen sich in allen Farben – von strahlendem Weiß über warmes Gelb und Orange bis hin zu kräftigem Rot und Violett. Sie wirken, als würden sie trotz der kühlen Tage die Wärme festhalten und in die Welt hinaustragen.

Oft stehen sie in großen Büscheln, sodass sie fast wie lebendige Teppiche aussehen. Ihr Anblick hat etwas Feierliches, fast Würdevolles, und gleichzeitig Fröhliches, weil sie Farbe in die dunkler werdende Jahreszeit bringen. Sie sind Blumen, die zeigen: Der Herbst ist nicht nur Abschied, er ist auch ein Leuchten.












Anne Seltmann 19.09.2025, 07.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 26



[KI generiertes Bild / Text © Anne Seltmann]




Der kleine Roboter Toni war nicht dafür gebaut, Gefühle zu haben. Seine Schaltkreise waren auf einfache Aufgaben programmiert: fegen, sortieren, aufräumen. Doch an einem Freitag, dem  Fischtag, geschah etwas Unerwartetes.

Am Ufer des Sees entdeckte er einen glitzernden Fisch, der im seichten Wasser zappelte. Der Roboter kniete sich unbeholfen hin, seine Metallhände zitterten leicht, als er den kleinen Körper aufhob. Für einen Moment hielt er inne. Etwas vibrierte in seinem Inneren, kein Signal, kein Befehl – etwas anderes.

Er drückte den Fisch vorsichtig an seine Brust, so fest er sich traute. Es war keine perfekte Umarmung, mehr ein seltsames Festhalten, doch in diesem Augenblick schien die Welt stillzustehen. Der Fisch blinzelte, der Roboter summte leise.

Und als er den glitschigen Freund behutsam zurück ins Wasser setzte, war da ein winziges Leuchten in seinen Augen, fast wie Freude.

Von da an wusste der kleine Roboter: Auch Maschinen können manchmal das Gefühl haben, dass ihr Herz nicht nur aus Schrauben besteht.



© Anne Seltmann




Anne Seltmann 19.09.2025, 05.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 25



[KI generiertes Bild / Text © Anne Seltmann]



Der kleine Fisch hieß Fiora und sie war anders. Während die anderen Fische silbrig glänzten und sich im Schwarm unsichtbar machten, leuchtete Fiora in einem Feuerwerk aus Pink, Orange und Gold. Anfangs hasste sie diese Farben. Denn wo sie auch hinschwamm – alle starrten sie an. Manche mieden sie, andere tuschelten, und im Schwarm fühlte sie sich nie dazugehörig.

Oft versteckte sie sich zwischen Steinen, wünschte sich, so grau wie die anderen zu sein. Doch je mehr sie ihre Farben verbarg, desto trauriger wurde sie.

Eines Tages, als die Sonne tief ins Wasser fiel, bemerkte sie, dass sich das Licht auf ihren Schuppen brach. Der Meeresgrund verwandelte sich in ein funkelndes Mosaik aus warmen Tönen. Kleine Fische kamen neugierig herbei, angelockt von der Schönheit, die sie selbst gar nicht sah. "Wie schön!", riefen sie. "Du malst das Meer mit Licht!"

Da begriff Fiora, dass ihre Farben kein Makel, sondern ein Geschenk waren. Sie begann, stolz zu schwimmen, ihr Glitzern frei zu entfalten. Und von da an war sie nicht länger nur ein Fisch – sie war diejenige, die das Meer zum Leuchten brachte.



© Anne Seltmann




Anne Seltmann 12.09.2025, 06.14 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Floral Friday Fotos 2025 N° 26









die wiese
streckt sich wie ein offenes buch
unter dem himmel

jeder blütenkopf
ein flüstern,
ein kleines geheimnis

die luft summt
von bienen, von wind,
von allem, was atmet

ich gehe hindurch
barfuß,
und die zeit bleibt kurz stehen

ein rot, ein gelb,
ein blau,
und alles leuchtet
wie ein herz, das nach draußen springt

~*~

© Anne Seltmann









Anne Seltmann 05.09.2025, 06.17 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Freitag ist Fischtag N° 24








Anna bekam eine edle Pralinenschachtel geschenkt. Dunkelbrauner Karton, goldene Schrift, es sah nach purer Luxus-Schokolade aus. Erwartungsvoll öffnete sie den Deckel – und musste lachen. In der Schachtel lagen kleine Pralinen in Form von Fischen. Jede war liebevoll gestaltet und in Folie verpackt.
"Das sieht ja fast zu schön zum Essen aus", murmelte sie.
Ihr Mann grinste: „Wenn du die alle aufisst, brauchst du hinterher noch eine Angel, um Nachschub zu fangen."
Anna probierte vorsichtig die erste Praline. Überraschung: Kein Fischgeschmack, sondern cremige Haselnussfüllung. Sie lachte erleichtert. „Na Gott sei Dank, ich hatte schon Angst vor Schoko-Hering."
Am Ende des Abends war die Schachtel leer. Anna wischte sich die Schokospuren von den Fingern und grinste: „Und morgen erzähle ich allen, ich hätte ein ganzes Aquarium aufgegessen."









Anne Seltmann 05.09.2025, 05.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL