Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag:

Montagsherz N° 660





Manchmal sind es nicht die großen Sehenswürdigkeiten, die einem im Gedächtnis bleiben.
Nicht die berühmten Orte, nicht die perfekt geplanten Ausflüge und auch nicht die Fotos, die später in Alben landen.

Manchmal ist es einfach nur ein kleines Herz.

Gefunden habe ich es in unserer Ferienwohnung in Murnau am Staffelsee. Ganz unspektakulär eigentlich—und gerade deshalb so besonders. Zwischen all den stillen Momenten eines Urlaubs, zwischen Kaffeeduft am Morgen, dem Blick auf die Berge und diesem langsamen Dahinfließen der Tage, lag dieses kleine Symbol der Herzlichkeit.

Murnau selbst fühlte sich ohnehin an wie ein Ort zum Durchatmen. Der Staffelsee mit seinem ruhigen Wasser, die Wolken über den Bergen, das Licht am Abend—alles dort schien ein wenig sanfter zu sein als anderswo. Fast so, als würde die Gegend den Menschen heimlich zuflüstern, dass nicht immer alles laut und hektisch sein muss.

Und vielleicht passte genau deshalb dieses Herz so gut dorthin.

Es erinnerte mich daran, wie sehr die kleinen Dinge einen Ort prägen können. Nicht Luxus macht eine Unterkunft gemütlich. Nicht perfekte Möbel oder sterile Dekoration. Sondern diese winzigen Details, in denen jemand ein bisschen Wärme hinterlassen hat.

Ein Herz auf einem Tisch.
Ein liebevoll hingestelltes Detail.
Ein stilles Willkommen.

Vielleicht nehme ich genau deshalb von Reisen oft weniger die großen Attraktionen mit nach Hause als vielmehr Gefühle. Das Licht eines Morgens. Das Knarren eines alten Bodens. Das Geräusch von Regen am Fenster. Oder eben ein kleines Herz in einer Ferienwohnung am Staffelsee.

Und manchmal reicht genau das schon aus, damit ein Ort noch lange im Herzen bleibt.








Anne Seltmann 25.05.2026, 01.00 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Frohe Pfingsttage!




Wenn man Menschen fragt, was an Pfingsten gefeiert wird, entstehen oft erstaunlich lange Denkpausen. Weihnachten kennt jeder. Ostern ebenfalls. Aber Pfingsten? Für viele bedeutet es vor allem ein langes Wochenende, Ausflüge, freie Tage oder den Beginn des Frühsommers.

Dabei steckt hinter Pfingsten eines der bedeutendsten Feste des Christentums.

Der Name „Pfingsten stammt vom griechischen Wort pentekoste und bedeutet „der fünfzigste Tag. Gefeiert wird Pfingsten nämlich genau fünfzig Tage nach Ostern.

In der christlichen Überlieferung geschah an diesem Tag etwas Besonderes: Der Heilige Geist kam zu den Jüngern Jesu. Die Bibel beschreibt dies sehr bildhaft—mit Brausen, Wind und Feuerzungen. Die Jünger, die vorher verängstigt und unsicher gewesen waren, fanden plötzlich Mut, hinauszugehen und ihre Botschaft mit anderen Menschen zu teilen.

Deshalb gilt Pfingsten oft auch als „Geburtstag der Kirche.

Doch unabhängig vom religiösen Hintergrund steckt in Pfingsten noch etwas anderes, das viele Menschen anspricht: die Idee von Aufbruch, innerer Bewegung und neuer Kraft.

Es ist kein Zufall, dass Pfingsten mitten im Frühling liegt. Die Natur steht in voller Blüte, alles wirkt heller, offener und lebendiger. Fenster stehen offen, Gärten duften, und selbst die Luft scheint manchmal leichter zu sein. Vielleicht passt deshalb gerade dieses Fest so gut in diese Jahreszeit.

Pfingsten ist kein lautes Fest mit festgelegten Bildern wie Weihnachtsbaum oder Osterhase. Es ist stiller. Fast unscheinbar. Und vielleicht wird es gerade deshalb oft übersehen.

Dabei erzählt Pfingsten eigentlich von etwas, das viele Menschen kennen: dem Wunsch nach Zuversicht. Nach Mut. Nach einem kleinen inneren Aufwind, wenn das Leben schwer oder festgefahren geworden ist.

Vielleicht muss man dafür nicht einmal besonders religiös sein.

Vielleicht reicht schon der Gedanke, dass manchmal etwas Neues beginnen kann—leise, unerwartet und mitten im Alltag. Wie ein offenes Fenster nach einem langen Winter.


Ich wünsche meinen Leser*innen ein schönes Pfingstwochenende!






Anne Seltmann 24.05.2026, 06.20 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Sprachsalat à la carte

[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]




Heute: Firlefanz – Das wunderbare Wort für hübschen Unsinn

Es gibt Wörter, die klingen schon beim Aussprechen so, als würden sie geschniegelt mit einer Federboa durchs Wohnzimmer tanzen. „Firlefanz gehört eindeutig dazu.

Gemeint ist damit meist:

unnötiger Schnickschnack, albernes Getue, übertriebener Aufwand oder einfach hübsch verpackter Unsinn.

Also Dinge, bei denen man leicht die Augen verdreht und gleichzeitig ein bisschen schmunzeln muss.

Das Wort selbst wirkt schon wie ein kleiner Sprachclown. Niemand sagt ernst und streng:
„Bitte unterlassen Sie diesen Firlefanz. Nein—Firlefanz stolpert eher fröhlich durchs Gespräch, wirft Glitzer in die Luft und setzt sich dann ungefragt mit an den Kaffeetisch.

Früher wurde damit oft übertriebenes Gehabe oder unnützer Zierrat beschrieben. Heute passt es eigentlich perfekt auf:

manche Social-Media-Trends,

komplizierte Küchengeräte mit 37 Programmen,

Geschenkverpackungen, die schöner sind als der Inhalt,

oder Menschen, die für einen Einkauf von drei Brötchen aussehen, als würden sie gleich die Oscarverleihung moderieren.

Und ehrlich? Ein bisschen Firlefanz macht das Leben manchmal erst schön.

Nicht alles muss praktisch sein.
Manches darf einfach glitzern, klimpern oder völlig überflüssig Freude machen.

Die Welt wäre ohne Firlefanz vermutlich ordentlicher —
aber auch deutlich langweiliger.

 




Anne Seltmann 21.05.2026, 13.51 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Weltbienentag


[Selbstgefilzt / inwendig befindet sich eine Murmel]



Die kleinen Hüter unserer Welt – Warum Bienen unsere Aufmerksamkeit brauchen!

 

Wenn wir an Bienen denken, sehen viele zuerst ein Glas Honig auf dem Frühstückstisch. Doch Bienen sind so viel mehr als Honiglieferanten. Sie gehören zu den wichtigsten und gleichzeitig unterschätztesten Lebewesen unseres Planeten.

Als zertifizierte Bienenbotschafterin liegt mir dieses Thema besonders am Herzen. Denn je mehr man über diese kleinen Wesen erfährt, desto größer wird die Bewunderung für sie.

Bienen bestäuben einen großen Teil der Pflanzen, die uns täglich ernähren. Obstbäume, Erdbeeren, Gurken, Kürbisse oder Kräuter – vieles davon gäbe es ohne ihre Arbeit nur eingeschränkt oder gar nicht. Doch nicht nur unsere Nahrung hängt von ihnen ab. Auch unzählige Wildpflanzen, Blumen und ganze Ökosysteme sind auf Bestäubung angewiesen.

Dabei leisten Bienen Erstaunliches:
Sie fliegen kilometerweit, kommunizieren durch Tänze, erkennen Blütenfarben und organisieren sich in hochkomplexen Gemeinschaften. Jede einzelne Biene erfüllt darin ihre Aufgabe. Und obwohl sie so klein sind, tragen sie eine enorme Verantwortung für das Gleichgewicht der Natur.

Leider sind unsere Bienen weiterhin bedroht. Monotone Landschaften, Pestizide, Schottergärten, Klimawandel und das Verschwinden blühender Wiesen machen ihnen das Leben schwer. Besonders Wildbienen leiden darunter stark. Viele Arten sind inzwischen selten geworden oder bereits gefährdet.

Oft helfen schon kleine Veränderungen:
Ein paar ungefüllte Blumen im Garten oder auf dem Balkon, heimische Pflanzen, ein kleines Wasserangebot oder einfach eine Ecke, die wild wachsen darf. Was für manche „unordentlich wirkt, kann für Insekten ein wertvoller Lebensraum sein.

Mich berührt besonders, wie friedlich und fleißig diese Tiere wirken. Wer sich einmal Zeit nimmt, einer Biene beim Sammeln zuzusehen, spürt schnell: Hier arbeitet kein „lästiges Insekt, sondern ein kleines Wunder der Natur.

Vielleicht sollten wir wieder lernen, genauer hinzuschauen. Denn eine Welt ohne Summen wäre nicht nur stiller, sondern auch ärmer, farbloser und verletzlicher.

Bienen brauchen unsere Aufmerksamkeit nicht irgendwann.
Sie brauchen sie jetzt!


Ich bin Botschafterin der *  Klimawiese, und auch *  Bienen-Patin!

 

 

[*Namensnennung…unbeauftragt und unbezahlt !]





Anne Seltmann 20.05.2026, 16.23 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Miau-velous Moments N° 64



Diese Geschichte hat sich tatsächlich so ereignet. Sie ist traurig und gleichzeitig auf eine ganz stille Art wunderschön.

Es geht um einen Kater namens Oscar, der in einem Pflegeheim in den USA lebte. Eigentlich war er nur als Therapiekatze gedacht. Doch irgendwann bemerkten die Pflegekräfte etwas ganz Besonderes: Oscar lief zwar durch alle Zimmer, blieb aber nur selten irgendwo länger. Manchmal jedoch legte er sich plötzlich ganz ruhig zu einem bestimmten Bewohner aufs Bett und wich ihm nicht mehr von der Seite.

Mit der Zeit fiel auf, dass genau diese Menschen oft nur noch wenige Stunden zu leben hatten.

Die Pfleger wussten inzwischen, was das bedeutete, und verständigten häufig sofort die Angehörigen, damit sie noch rechtzeitig kommen konnten. Viele Familien erzählten später, wie dankbar sie dafür waren, weil ihre Mutter, ihr Vater oder ein anderer geliebter Mensch in den letzten Stunden nicht allein gewesen war. Oscar lag einfach still daneben, schnurrte leise und blieb bis zum Schluss.

Irgendwann schrieb sogar ein Arzt über den Kater in einer medizinischen Fachzeitschrift, weil es einfach zu oft passiert war, um bloßer Zufall zu sein. Man vermutet heute, dass Tiere Veränderungen im Körper oder bestimmte Gerüche wahrnehmen können, die Menschen gar nicht bemerken.




Anne Seltmann 20.05.2026, 06.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ihr drei...

[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]




ihr seid nicht einfach Kinder

ihr seid dieses plötzliche Licht

das durch halb offene Türen fällt

und selbst den staubigsten Tag 

in Gold verwandelt.

 

Die beiden Enkelbuben

mit Taschen voller Kiesel, Fragen, Unfug,

mit Knien voller Himmel und Erde,

mit Stimmen, die durchs Haus springen

wie junge Hunde.

 

Und mittendrin sie—

mein einziges Enkelmädchen,

zart und wild zugleich,

mit Augen, in denen ganze Sommer wohnen,

mit Händen, die sammeln, streicheln, festhalten,

als könnte Liebe niemals verloren gehen.

 

Ihr kommt herein

und alles wird beweglich.

Die Luft.

Die Zeit.

Mein Herz sowieso.

 

Ich sehe euch an

und begreife,

dass Glück nichts Großes sein muss.

 

Es reicht,

wenn einer von euch „Oma! ruft

aus irgendeinem Zimmer heraus.

 

Dann steht die Welt

für einen Moment still

und atmet.

 

Mit euch.

 

Und manchmal,

wenn ihr längst wieder fort seid,

liegt noch etwas von euch im Raum:

ein Lachen auf dem Sofa,

ein Brotkrümel auf dem Tisch,

ein vergessenes Spielzeugtier.

 

Dann denke ich:

So fühlt sich Reichtum an.

 

Nicht in Dingen.

Nicht in Worten.

Sondern in euch drei kleinen Menschen,

die aus meinem Leben

einen wärmeren Ort machen

~*~

© Anne Seltmann






19.05.2026, 06.52 | (3/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Hand aufs Herz


Auf welche drei Gegenstände könntest du nicht verzichten?

 

Auf meinen Lieblingsmenschen

Auf meine Brille

Auf Bücher

 

Diese Frage klingt zunächst harmlos. Fast wie eines dieser netten kleinen Gesellschaftsspiele, bei denen Menschen antworten:
„Mein Handy, mein Auto und meine Kaffeemaschine.

Doch dann sitzt man plötzlich da und merkt:
So einfach ist das gar nicht.

Denn eigentlich hängen an manchen Dingen ganze Welten.

Ich glaube, ich könnte nicht verzichten auf meinen Lieblingsmenschen.
Und genau genommen ist das natürlich kein Gegenstand.
Zum Glück.

Aber manche Menschen werden irgendwann zu etwas so Selbstverständlichem im eigenen Leben wie Licht im Fenster oder Wärme in einem Raum. Man merkt oft erst, wie tief sie im Alltag verwurzelt sind, wenn man sich vorstellen soll, sie wären plötzlich nicht mehr da.

Dann meine Brille.

Ja wirklich.
Romantischer wäre natürlich etwas Poetisches gewesen:
„der Mondschein oder „Erinnerungen oder „das Rauschen alter Wälder.

Aber nein.
Ohne Brille finde ich vermutlich nicht einmal meine Brille.

Sie ist dieses unscheinbare kleine Wunder zwischen mir und einer Welt, die ohne sie hauptsächlich aus impressionistischen Farbflächen bestehen würde. Menschen hätten plötzlich keine Gesichter mehr, Straßenschilder würden philosophisch verschwimmen und ich würde vermutlich freundlich einen Kleiderständer grüßen.

Und Bücher.

Auf Bücher könnte ich niemals verzichten.

Sie sind Fluchtorte, Trostspender, Zeitmaschinen und manchmal auch Rettungsboote. Zwischen zwei Buchdeckeln wohnen ganze Leben. Man kann sich darin verlieren, verstecken, wiederfinden oder für ein paar Stunden jemand anderes werden.

Bücher waren da, wenn Menschen fehlten.
Und manchmal waren sie sogar da, wenn Worte fehlten.

Vielleicht verraten solche Fragen am Ende weniger darüber, was wir besitzen—sondern mehr darüber, woran unser Herz hängt.

An Menschen.
An Geschichten.
Und manchmal eben auch an einer Brille, ohne die man versehentlich den Wäscheständer duzt.

 




Anne Seltmann 15.05.2026, 09.40 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday 2026 N° 13




Yellow Day – Wenn Südkorea gelbe Rosen verschenkt

Während bei uns viele Menschen den 14. Februar mit roten Rosen und Valentinstagen verbinden, gibt es in Südkorea einen ganz eigenen Tag voller Farbe, Symbolik und leiser Melancholie: den Yellow Day—auf Koreanisch oft auch mit dem Rosentag verbunden.

Am 14. Mai schenken sich vor allem Singles gelbe Rosen oder tragen Gelb, um ihre Hoffnung auf Liebe, Glück und neue Begegnungen auszudrücken. Die Farbe Gelb steht dabei nicht nur für Frühling, Wärme und Sonne, sondern auch für Optimismus und einen kleinen Neuanfang des Herzens.

Südkorea hat ohnehin eine ganze Reihe besonderer „Liebestage, die jeweils am 14. eines Monats gefeiert werden. Manche davon sind romantisch, manche verspielt, manche ein wenig traurig. Der Yellow Day gehört zu den stilleren Traditionen.

Oft treffen sich an diesem Tag Freunde, essen gemeinsam Currygerichte—ebenfalls passend zur Farbe Gelb—oder verschenken gelbe Blumen. Dahinter steckt die charmante Idee, Einsamkeit nicht zu verstecken, sondern gemeinsam mit etwas Farbe und Humor zu begegnen.

Und irgendwie hat dieser Tag etwas sehr Schönes.
Keine übergroßen Liebesgesten.
Kein kitschiges Feuerwerk.
Sondern ein kleiner gelber Gruß gegen graue Gedanken.








Anne Seltmann 14.05.2026, 14.44 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Mittwoch wird die Woche geteilt


[Bild KI generiert / Text © Anne Seltmann]


Zumindest behaupten das viele Menschen mit erstaunlicher Ernsthaftigkeit. Fast so, als gäbe es irgendwo ein offizielles Zeremoniell, bei dem ein mürrischer Büroangestellter mit einem übergroßen Schwert den Kalender zerteilt und feierlich verkündet:

„Die erste Hälfte ist überstanden. Der Mittwoch hat es ohnehin nicht leicht. Er ist weder so verhasst wie der Montag noch so beliebt wie der Freitag. Er steht dazwischen. Wie ein Bahnhof ohne Durchsage. Wie ein Keks ohne Schokolade. Wie ein Kaffee, den man versehentlich koffeinfrei gekauft hat.

Und trotzdem klammern wir uns mittwochs an jede kleine Hoffnung. „Nur noch zwei Tage. „Bergfest. „Das Wochenende winkt schon ganz leicht aus der Ferne. Dabei verändert der Mittwoch objektiv betrachtet gar nichts. Die Wäsche liegt immer noch herum. Der Kühlschrank enthält weiterhin nur Senf, Käse und ein mysteriöses Glas mit undefinierbarem Inhalt. Und die Zimmerpflanze sieht einen an, als würde sie langsam den Glauben an diese Beziehung verlieren. Aber der Mensch braucht offenbar Zwischenziele. Ohne sie würden wir wahrscheinlich irgendwann orientierungslos im Schlafanzug durch Supermärkte laufen und Tiefkühlpizza duzen.

Darum teilen wir die Woche. Feierlich. Innerlich erschöpft. Und mit letzter emotionaler Kraft. Der Mittwoch ist der kleine Hoffnungsschimmer der Arbeitswelt.

Ein leises: „Du hast schon die Hälfte geschafft. Und manchmal reicht genau das schon aus.




Mittwoch...



Anne Seltmann 13.05.2026, 08.45 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Mitmachaktion: Kurzgeschichten zum Ausfüllen








Zwischen Flucht und Erkenntnis

Ich stand im Regen und spürte, wie mein Herz schneller schlug als sonst.
Meine Schuhe waren noch staubig von der Straße, die ich vor wenigen Minuten entlanggelaufen war.
Eigentlich wollte ich nur in die Stadt, ein klares Ziel vor Augen, doch alles kam anders.
Das Gegenteil von dem, was ich geplant hatte, trat ein, und ich fand mich plötzlich in einem seltsamen Hotel wieder.
Es fühlte sich fast wie eine Flucht an, obwohl ich gar nicht wusste, wovor ich eigentlich davonlief.
Seit Jahren hatte ich solche Momente nicht mehr erlebt, und doch fühlte sich alles vertraut an.
In den letzten Wochen hatte sich etwas in mir verändert, auch wenn ich es nicht sofort benennen konnte.
Vielleicht lag es an der Ausstellung, die ich früher am Abend besucht hatte.
Dort, auf dem Balkon in der Dunkelheit des alten Gebäudes, hatte alles begonnen.
Ein kurzer Blick, ein Lächeln, und plötzlich war nichts mehr wie zuvor.
Ich dachte, ich hätte das Gespräch unter Kontrolle, doch die Situation entglitt mir schneller, als ich reagieren konnte.
Mit jedem Schritt wurde mir klarer, dass ich mich nicht länger verstecken konnte.
Die Erkenntnis traf mich schließlich wie ein Blitz, als ich wieder im Regen stand.
Manchmal führt uns genau das, wovor wir fliehen, direkt zu dem Ort, an dem wir sein müssen.



[Das ist ein Lückentext, die fettgedruckten Worte sind meine Eingaben ]




Anne Seltmann 12.05.2026, 15.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL