
Das Nibelungentor in Worms [bereits schon einmal gezeigt)
Am Rand des Rheins erhebt sich das Nibelungentor wie ein steinernes Echo vergangener Zeiten. Errichtet um 1900 im Zuge der Rheinbrücke, trägt es nicht nur architektonische Schwere, sondern auch mythologische Aufladung in sich. Der Name verweist auf das Nibelungenlied – jene Sage von Treue, Verrat und Untergang, die mit Worms untrennbar verbunden ist.
Zwischen Türmen und Torbögen scheint Geschichte nicht abgeschlossen, sondern durchlässig. Wer hindurchgeht, betritt mehr als nur eine Brücke – es ist ein Übergang zwischen Erzählung und Gegenwart. Stein gewordene Erinnerung.
Der Hafentempel in Xanten
Im Archäologischen Park von Xanten erhebt sich der rekonstruierte Hafentempel als stiller Zeuge römischer Präsenz am Niederrhein. Einst lag hier der Hafen der Colonia Ulpia Traiana – Handel, Götterverehrung und Alltag trafen aufeinander.
Heute wirkt der Tempel fast meditativ. Säulen rahmen den Himmel, Schatten wandern über antike Linien. Der Ort erzählt von Verbindung: zwischen Fluss und Stadt, Mensch und Gottheit, Vergangenheit und Jetzt. Ein Raum, der nicht laut von Geschichte spricht – sondern sie atmet.
Eine alte Hütte am Kollhorst in Kiel
Versteckt zwischen Bäumen und Wiesen liegt sie – eine einfache, alte Hütte am Kollhorst. Holz, das Wind und Wetter getragen hat. Ein Dach, das Geschichten bewahrt. Hier scheint die Zeit langsamer zu gehen. Moos wächst unbeirrt, Licht fällt durch kleine Fenster, und irgendwo knarrt es leise. Vielleicht war sie Unterstand, vielleicht Rückzugsort, vielleicht nur ein Zweckbau. Doch in ihrer Schlichtheit liegt Würde – und eine stille Erinnerung daran, dass nicht alles glänzen muss, um Bedeutung zu haben.
Ein zerfallenes Haus in Niederweißbach
Hoch oben, verborgen im Wald über Niederweißbach, steht ein Haus, das langsam in die Stille zurücksinkt. Kein Wegweiser führt hin. Nur ein schmaler Pfad, überwuchert von Moos und Laub, deutet an, dass hier einmal Leben wa Die Fenster sind leer, der Putz bröckelt, das Dach hat dem Himmel kleine Öffnungen geschenkt. Zwischen den Dielen wächst Gras, als würde die Natur Raum für sich zurückfordern. Und doch liegt in diesen Mauern noch eine leise Wärme – als hätten Stimmen, Schritte und Atemzüge Spuren hinterlassen, die nicht ganz verschwinden wollen Von hier oben schweift der Blick weit ins Tal. Vielleicht war es einst ein Ort des Rückzugs, vielleicht ein Zuhause mit Aussicht. Heute ist es ein Zwischenraum – nicht mehr bewohnt, noch nicht vergessen. Ein Haus im Wald, das vom Vergehen erzählt. Und davon, dass selbst im Zerfall eine eigentümliche, stille Schönheit liegt.
Anne Seltmann 23.02.2026, 04.49| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: PerlenhafteProjekte | Mosaik Monday, Heidrun, Städte, Bauwerke, Worms, Kollhorst, Xanten, Thüringen,