
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: poem
Das Universum
Das Universum dachte bei sich
ich baue dich und dich und mich
Auch wenn es verrückt ist
und vielleicht mißglückt ist
und doch weiß ich
es gibt dich und dich und mich
~*~
© Anne Seltmann
In Anlehnung von Ottis Gedichten
13.07.2011, 15.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Manchmal
Manchmal muß man das Leben wagen
das heißt auch in jedem Moment zu sterben,
aber auch wieder neu geboren werden
Manchmal muß man auch durch große Etappen im Leben gehen,
um etwas anderem Platz zu machen.
~*~
© Anne Seltmann
Für Uta
12.07.2011, 07.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Was mich bewegt
Man muss den Dingen
die eigene, stille ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann,
alles ist ausgetragen -
und dann geboren...
Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst
dass dahinter kein Sommer kommen könnte.
Er kommt...!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind,
als ob die Ewigkeit vor Ihnen läge,
so sorglos, still und weit.
Man muß Geduld haben
gegen das Ungelöste im Herzen
und versuchen, die Fragen selbst lieb zu haben,
wie veschlossene Stuben
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt,
lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.
Rainer Maria Rilke
03.07.2011, 10.21 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Mohnblumen
Mit roten Feldmohnblumen
Hatt’ ich dein Haar geschmückt,
Die roten Blumenblätter
Die sind nun alle zerdrückt.
Du bist zu mir gekommen
Beim Abendsonnenschein,
Und als die Nacht hereinbrach,
Da ließest du mich allein.
Ich höre die Stille rauschen
Und sehe die Dunkelheit sprühn,
Vor meinen träumenden Augen
Purpurne Mohnblumen blühn.
~*~
Hermann Löns
06.06.2011, 19.51 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Weisheiten
Die ganze Welt ist eine Kette von Wundern, aber wir sind so daran gewöhnt,
wir nennen sie alltägliche Dinge
~*~
H.C-Andersen
05.06.2011, 19.19 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Hach, das wird ein Gaumenschmaus

In einem Bächlein helle,
Da schoß in froher Eil
Die launische Forelle
Vorüber wie ein Pfeil.
Ich stand an dem Gestade
Und sah in süßer Ruh
Des muntern Fischleins Bade
Im klaren Bächlein zu.
Ein Fischer mit der Rute
Wohl an dem Ufer stand,
Und sah's mit kaltem Blute,
Wie sich das Fischlein wand.
So lang dem Wasser Helle,
So dacht ich, nicht gebricht,
So fängt er die Forelle
Mit seiner Angel nicht.
Doch endlich ward dem Diebe
Die Zeit zu lang. Er macht
Das Bächlein tückisch trübe,
Und eh ich es gedacht,
So zuckte seine Rute,
Das Fischlein zappelt dran,
Und ich mit regem Blute
Sah die Betrogene an.
Die ihr am goldenen Quelle
Der sicheren Jugend weilt,
Denkt doch an die Forelle,
Seht ihr Gefahr, so eilt!
Meist fehlt ihr nur aus Mangel
Der Klugheit, Mädchen, seht
Verführer mit der Angel!
Sonst blutet ihr zu spät!
~*~
Christian Friedrich Daniel Schubart
1739-1791
04.06.2011, 07.44 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Wenn...
meine
Bilder zeigen könnten,
was ich fühle,
welche Stürme
sich in meinem
Inneren regen
und gegeneinander
ankämpfen.
Wenn meine Bilder
beweisen könnten,
wie sehr ich begehre,
verzweifelt liebe und
hoffe.
Wenn nur meine Bilder
irgend etwas bewirken
würden,
dann gäbe es keinen
Grund mehr zu schweigen
~*~
(nach ausgiebiger Recherche von unbekannt)
27.05.2011, 08.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Ostern
Er stellt das Schwänzchen in die Höh
und schnuppert hastig mit der Nase
und tantz sich einen Pah de döh!
Dann geht er wichtig in die Hecken
und tut, was sonst nur Hennen tun:
Er möchte sein Produkt verstecken,
um sich dann etwas auszuruhn.
Das gute Tier! Ein dicker Lümmel
nahm ihm die ganze Eierei
und trug beim Glockenbammelbimmel
sie zu der Liebsten nahebei.
Da sind sie nun. Bunt angemalen
sagt jedes Ei: “ Ein frohes Fest! ”
Doch unter ihren dünnen Schalen
liegt, was sich so nicht sagen lässt.
Iss du das Ei! Und lass dich küssen
zu Ostern und das ganze Jahr ...
Iss nun das Ei! Und du wirst wissen,
was drinnen in den Eiern war!
~*~
Kurt Tucholsky, 1890-1935
24.04.2011, 08.05 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL
Ostergrüße
Vielleicht gelingt es irgendwo, ein Häslein aufzuspüren.
Dann lege ich in seinen Korb ein Blatt mit tausend Grüßen,
das soll es euch als Festgruß bringen mit seinen flinken Füßen
Volksgut
Volksgut
22.04.2011, 15.53 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Ostergedicht
Die Gelehrten und die Pfaffen
streiten sich mit viel Geschrei,
was hat Gott zuerst erschaffen -
wohl die Henne, wohl das Ei!
Wäre das so schwer zu lösen -
erstlich ward ein Ei erdacht,
doch weil noch kein Huhn gewesen -
darum hat´s der Has` gebracht!
~*~
Eduard Mörike, 1804-1875
22.04.2011, 11.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL
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