
Blogeinträge (Tag-sortiert)
Tag: Lyrik
Vom Hahn

Ich wünscht ich wär ein Gockelhahn,
Dann säß ich auf dem Zaune,
Und krähte meine Hühner an,
in aller bester Laune
Ich wünscht ich wär ein Kirchturmhahn,
dann säß ich auf dem Turme
Schaut’ mir die Welt von oben an
und drehte mich im Sturme
Und wenn ich gar ein Fasshahn wär,
und wär das Faß am laufen
würd’ ich ganz und schrecklich sehr
mich tag und nacht besaufen
~*~
Heinrich Seidel
03.05.2013, 10.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Der Mond
Foto © Anne Seltmann
Als Gott den lieben Mond erschuf,
gab er ihm folgenden Beruf:
Beim Zu- sowohl wie beim Abnehmen
sich deutschen Lesern zu bequemen,
ein
formierend und ein
-
daß keiner groß zu denken hätt'.
Befolgend dies ward der Trabant
ein völlig deutscher Gegenstand.
~*~
Christian Morgenstern
20.03.2013, 09.33 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Erinnerungen
Ich höre noch den sanften Klang
zärtlich geschriebener Worte
Und zwischen all den Zeilen
die längst auf dem Papier vergilbt sind
malt mir jedes Wort Erinnerungen
~*~
© Anne Seltmann
06.01.2013, 09.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Meine Musik
Die Musik lebt nicht mit mir
Ich lebe die Musik
Sie schafft es meine Seele zu berühren
Lässt meinen Kummer verfliegen
Sie ist um mich, in mir
Mit ihr fühle ich mich als Einheit
Sie beflügelt mich und
streichelt meine Seele
~*~
© Anne Seltmann
11.03.2005
19.12.2012, 17.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Vor Weihnachten
Die Kindlein sitzen im Zimmer
- Weihnachten ist nicht mehr weit -
bei traulichem Lampenschimmer
und jubeln: "Es schneit, es schneit!"
Das leichte Flockengewimmel,
es schwebt durch die dämmernde Nacht
herunter vom hohen Himmel
vorüber am Fenster so sacht.
Und wo ein Flöckchen im Tanze
den Scheiben vorüberschweift,
da flimmert's in silbernem Glanze,
vom Lichte der Lampe bestreift.
Die Kindlein sehn's mit Frohlocken,
sie drängen ans Fenster sich dicht,
sie verfolgen die silbernen Flocken,
die Mutter lächelt und spricht:
"Wißt, Kinder, die Engelein schneidern
im Himmel jetzt früh und spät;
an Puppenbettchen und Kleidern
wird auf Weihnachten genäht.
Da fällt von Säckchen und Röckchen
manch silberner Flitter beiseit,
von Bettchen manch Federflöckchen;
auf Erden sagt man: es schneit.
Und seid ihr lieb und vernünftig,
ist manches für euch auch bestellt;
wer weiß, was Schönes euch künftig
vom Tische der Engelein fällt!"
Die Mutter spricht's; - vor Entzücken
den Kleinen das Herz da lacht;
sie träumen mit seligen Blicken
hinaus in die zaubrische Nacht.
~*~
Karl Gerok
1866
Aus der Sammlung "Von Flur und Feld"
09.12.2012, 07.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Jede Blume
Jede Blume hier auf Erden, hab ich schon gesehn
ihre Weise wirklich wunderschön.
Jede gab mir Zeit zum freuen,
war mir stets ein Licht.
Doch nur eine ließ mich träumen
-das Vergissmeinnicht-
~*~
Autor unbekannt
27.10.2012, 10.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Fairness
egal in welcher Position du bist,
egal aus welchen Schichten Menschen dir begegnen.
Auch wenn du einen "Führerschein" hast,
heißt das noch lange nicht,
dass du jemanden überfahren kannst.
@ Anne Seltmann
23.06.2012, 13.19 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Sehnsucht

Die Zwischenräume des Tages hinter den Bäumen versteckt.
Auf einer Parkpank den Abend träumend verwirbelt.
Im Schatten berauschter Blätter lebt erwartungsvolles Sehnen
~*~
©Anne Seltmann
23.05.2012, 06.55 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL
Das Universum
Das Universum dachte bei sich
ich baue dich und dich und mich
Auch wenn es verrückt ist
und vielleicht mißglückt ist
und doch weiß ich
es gibt dich und dich und mich
~*~
© Anne Seltmann
In Anlehnung von Ottis Gedichten
13.07.2011, 15.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Manchmal
Manchmal muß man das Leben wagen
das heißt auch in jedem Moment zu sterben,
aber auch wieder neu geboren werden
Manchmal muß man auch durch große Etappen im Leben gehen,
um etwas anderem Platz zu machen.
~*~
© Anne Seltmann
Für Uta
12.07.2011, 07.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL



































