Ausgewählter Beitrag

Öffentlicher Brief

An die Ministerin
Frau Ute Erdsiek-Rave
Ministerium für Bildung und Frauen
Brunswiker Strasse 16-22
24105 Kiel



Sehr geehrte Frau Erdsiek-Rave,

wir wenden uns mit diesem Brief an Sie,um Sie auf unsere Situation in den Kindertageseinrichtungen aufnerksam zu machen.

Wir begrüßen die erfolgten Schritte zur Weiterentwicklung unserer Bildungseinrichtungen und haben selbstverständlich den Wunsch, daran konstruktiv mitzuwirken.

Unsere vielfältigen Aufgaben nehmen wir ernst und stellen uns den Anforderungen an die Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit:
  • Wir nehmen Kinder und ihre Familien wahr und sehen die individuellen Förderung der Kinder als Grundlage unserer Arbeit
  • Wir gestalten Erfahrungs-und Erlebnisräume in den Kindertagesstätten, die dem Anforderungsprofil der "Leitlinien zum Bildungsauftrag" entsprechen.
  • Wir fördern und beobachten die ganzheitliche Entwicklung der Kinder und dokumentieren unser Handeln.
  • Wir arbeiten integrativ- Kinder mit besonderen Bedürfnissen sind willkommen.
  • Wir sorgen für Hilfe und Unterstützung bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten, wir weisen kein Kind ab.
  • Wir arbeiten intensiv mit den Eltern zusammen und stehen jederzeit beratend zur Verfügung.
  • Wir arbeiten kooperativ mit den Grundschulen zusammen und unterstützen so den Schulbeginn der Erstklässler.
  • Wir sehen den besonderen Bedarf von Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder unter drei Jahren.
  • Wir nehmen selbstverständlich an Fortbildungen und Fachtagungen teil.
Die Rahmenbedingugen in den Kitas reichen für diese komplexen Aufgaben nicht mehr aus. Schon jetzt machen wir vieles in unserer Freizeit und ehrenamtlich:

In den jüngsten Vergangenheiten sind zusätzliche Aufgaben auf die Beschäftigten zugekommen. Dafür werden keine zusätzlichen Zeitkontingente zur Verfügung gestellt. Deshalb fehlt es an Zeit für
  • die Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstätte und Schule
  • die verbindliche Dokumentation von Kindesentwicklung
  • die Sprachstanderhebung
  • die umfassenden Aufgaben im Bereich sprachördender Maßnahmen
  • eine immer intensiver werdene Elternarbeit
Hinzu kommen weitere Probleme:

  • Vielerorts erhalten Leitungskräfte viel zu wenig Stunden für die Leitungsaufgaben
  • Die Begleitung der Kindertagesstätten durch Fachberatung ist nicht ausreichend
  • Für Fort- und Weiterbildung fehlen ausreichende Haushaltsmitttel und Freistellungsregelungen
  • Es fehlen vielerorts angemessene und den Anforderungen entsprechende Verfügungszeiten.
  • Der Schutzauftrag nach §8a des Kindes- und Jugendpflegegesetzes fordert je Kita eine fortgebildete Fachkraft zur Abwendung von Kindeswohlgefährdung. Wer bezahlt die Stunden für diese Arbeit? Oder wird das zum Ehrenamt?
  • Die Landesmittel für die Sprachförderung unterstützen uns nicht in der täglichen Arbeit, weil es weiterhin bei dem nicht ausreichenden Personalschlüssel von 1,5 Kräften bleibt.
  • Die geplanten Veränderungen in der Kita-VO sehen eine weitere Belastung für die ErziehrInnen vor: Die altersgemischten Gruppen werden größer. Ohne Aufstockung der Personalstunden kann aber keine angemessene Bindungs- und Bildungsarbeit mehr geleistet werden.
So geht es nicht weiter!

Damit wir gute Arbeit in den Kindertagesstätten leisten können und auch in Zukunft den Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsaufträgen erfolgreich umsetzen können, fordern wir Sie auf:

  • Sorgen Sie für Zeitressourcen für die pädagogische Arbeit in der frühkindlichen Bildung, die den hohen Anforderungen entsprechen.
  • Weiten Sie die Verfügungsstunden landesweit aus.
  • Setzen Sie sich für eine bessere Finanzierung der Kindertagesstätten ein.
  • Reduzieren Sie die Gruppengrößen
  • Nehmen Sie die geplante Novellierung der Kita-Verordnung zurück.
Wir sind gerne bereit mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch über die Arbeit in Kindertagesstätten zu reden. Wir würden uns freuen von Ihnen zu hören




Anne Seltmann 02.05.2007, 17.29

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Kommentare zu diesem Beitrag

2. von Helmut

Ich finde es gut und richtig der Volksvertreterin mal die Meinung zu geigen. In ihrem Elfenbeinturm haben die Herschafften doch längst den Kontakt zur Wirklichkeit verloren.

vom 03.05.2007, 16.58
1. von sravana

Liebe Anne, den Link zu diesem Brief habe ich einer Bekannten gesandt, welche in einer Kita arbeitet. Ich finde es gut, dass ihr euch an die Ministerin wendet.
Einen schönen und gemütlichen Abend wünsche ich Dir. Liebe Grüsse

vom 02.05.2007, 19.00
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