Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: OP

Black and White Mai 2026





Morgennebel

die dinge
treten zurück
als wollten sie
sich selbst
nicht stören

 

ein tropfen
hält kurz
am rand

 

zögert
oder erinnert sich

 

dann
gleitet er

 

nicht nach unten
eher
aus der form

 

in die stille des windes

die nichts sagt
und doch
alles trägt

~*~


© Anne Seltmann








Anne Seltmann 01.05.2026, 06.00 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Montagsherz N° 655






Manchmal sind es die kleinsten Dinge, die einem besonders ans Herz gehen. Neulich bekamen wir ein Herz geschenkt. Kein glänzendes, kein perfektes, kein gekauftes. Es wurde gebastelt – mit kleinen Händen und mit ein bisschen Hilfe von der Mama.

Unser Enkelmädchen (4) hat es uns gebastelt

Und während ich dieses Herz in der Hand hielt, dachte ich plötzlich: So ein Herz ist eigentlich viel schöner als all die Herzen, die man sonst so sieht. Die perfekten, die glatten, die sorgfältig gestalteten.

Dieses hier ist anders. Vielleicht ist die Linie ein bisschen schief.Vielleicht sitzten die Sticker nicht ganz dort, wo sie eigentlich hin  sollten. Aber genau das macht es so besonders.  Denn in diesem Herz steckt etwas, das man nicht basteln kann: Zuneigung. Ein bisschen Stolz. Und vermutlich auch ein kleines „Das ist für dich.

Ich habe im Laufe der Zeit schon viele Herzen gesehen und auch gezeigt. Aber dieses hier gehört zu den schönsten. Vielleicht gerade deshalb, weil es von einem Kind kommt.








16.03.2026, 01.00 | (7/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Tag der Grammatik – National Grammar Day in den USA


[Bild KI generiert]


Heute dreht sich alles um Satzbau, Kommas und den perfekten Apostroph: Es ist National Grammar Day! Dieser besondere Tag wird in den USA jedes Jahr am 4. März gefeiert und ist eine Hommage an die richtige Verwendung von Sprache.

Grammatik mag für manche wie ein trockener Bestandteil der Schule wirken, aber sie ist das Fundament klarer Kommunikation. Wer sich an die Regeln hält, sorgt dafür, dass seine Botschaften verständlich, elegant und oft auch überzeugender wirken.

Der National Grammar Day ist die perfekte Gelegenheit, die eigene Liebe zur Sprache zu feiern – sei es durch das Korrigieren eines hartnäckigen Kommafehlers, das Spielen mit Worten oder einfach das Bewundern, wie flexibel und lebendig Englisch (oder jede andere Sprache) sein kann. Lehrer:innen, Autor:innen, Redakteur:innen und Schreibbegeisterte nutzen den Tag, um Tipps zu teilen, über Sprachwandel zu diskutieren oder kreative Sprachspiele auszuprobieren.

Du musst kein Grammatik-Nerd sein, um mitzumachen: Ein lustiger Post über die Tücken der Kommasetzung oder ein kurzer Blogeintrag über deinen liebsten Grammatik-Tipp kann schon ausreichen. Manchmal liegt Schönheit eben nicht nur im Inhalt, sondern auch in der Form.

Heute lohnt sich also ein kleiner Blick auf die Sprache – und vielleicht ein bewusstes „Danke an all die Grammatikregeln, die unseren Worten Struktur geben.

 

Beispiele:

„Wir essen jetzt, Opa! vs. „Wir essen jetzt Opa!

 

"Jetzt koch ich Mama!" vs. "Jetzt koch ich, Mama!"

 




Anne Seltmann 04.03.2026, 10.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

In meinen Träumen

[mit Photoshop bearbeitet]





In meinen Träumen
sind die Wege leise,
und das, was schwer war,
legt sich ab
wie Staub im Abendlicht.

 

Ein Vogel zieht Gedankenfäden
durch den Himmel,
bindet sie
an das sanfte Ufer
meiner Hoffnung.

 

Ich atme weit -
und spüre,
wie die Stille
mich nicht mehr fürchtet
und ich sie auch nicht.

 

Dann werden Worte
zu kleinen Gärten,
und das Herz
setzt seine Schritte
behutsam
und dennoch mutig.

 

Und wenn ich erwache,
bleibt ein Funken
dieser stillen Klarheit -
wie Morgentau,
der sagt:
Du kannst neu beginnen.

~*~

© Anne Seltmann






Anne Seltmann 29.01.2026, 13.55 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Liebes Enkelmädchen...






liebe Sophia,
heute ist dein ganz besonderer Tag!
Vier Jahre voller Lachen, Träume und Abenteuer.
Möge dein Herz so fröhlich leuchten wie ein Regenbogen
und dein Tag so zauberhaft sein wie ein Einhorn,
das direkt aus einem Märchen zu dir kommt!
Alles Liebe und eine riesige Portion Magie zum Geburtstag!

 


Nachmittags kommen Opa und ich auch noch vorbei,
um mit dir zu feiern und ganz viel Spaß zu haben!




Anne Seltmann 19.01.2026, 05.00 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Würfelspiel Dezember 2025




Nächste Runde: Die Würfel sind gefallen für Rolands Würfelspiel

 

Zur Info lest ihr einfach die Regeln auf Rolands Blog

 

Diesmal wurde mit 4 Würfel gewürfelt und meine Zahlen waren 1 + 2 + 4 + 5 = 12 = L der 12. Buchstabe im Alphabet

Ich habe den Leuchtturm gewählt, eines meiner Lieblingsmotive




Der Leuchtturm in Bülk ist das älteste Seezeichen an der Einfahrt zur Kieler Förde und fällt seit seiner letzten Sanierung besonders auf. Früher hatte er verschiedene Farbschemata, doch bei der umfassenden Renovierung Ende 2020 bekam er ein völlig neues Erscheinungsbild: statt des alten dunklen Streifens trägt er nun zwei kräftige grüne Ringe auf weißem Grund. Auch einige Details wie die Galerie und die technische Ausstattung wurden modernisiert.

Diese neue Farbgestaltung hat keinen dekorativen, sondern einen funktionalen Hintergrund. Die markanten grünen Streifen dienen als klare Erkennungsmarke bei Tageslicht und machen den Turm für Schiffe aus größerer Entfernung besser unterscheidbar. Zusammen mit dem Lichtsignal in der Nacht hilft die Farbgebung also dabei, die Schifffahrt sicher durch die Förde zu leiten.

So ist der Leuchtturm Bülk heute nicht nur ein Stück Küstengeschichte, sondern auch ein modernes Leitfeuer mit bewusst gewähltem, auffälligem Aussehen.




Rolands...







Anne Seltmann 06.12.2025, 04.41 | (4/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Marius Nature Thursday N° 43






Ich gehe gerne in den Botanischen Garten hier in Kiel. Obwohl ich schon jahrelang dorthin gehe, entdecke ich immer wieder etwas Neues. Oder ich fotografiere zum hundertsten Mal wie der einmal die Pflanzen im Tropenhaus. Das Tropenhaus ist für mich jedes Mal wie ein kleiner Kurzurlaub. Luftfeuchtigkeit, Wärme, diese riesigen Blätter. Nur gibt es dort ein kleines Problem, das wohl jede Kamera kennt: Sie beschlägt sofort, sobald man aus der kalten Außenwelt hineintritt. Der Feuchtigkeitsschock schlägt erbarmungslos zu.

Dabei ist die Lösung so simpel wie genial. Eine Kamera braucht genau das gleiche wie wir, wenn wir in so ein warmes Treibhaus gehen. Einen Moment Zeit zum Ankommen. Ich lasse sie deshalb immer erst in der Tasche oder eingewickelt in einem Tuch. Kein Stress, keine Hektik. Die Kamera darf sich langsam an die neue Umgebung gewöhnen und meistens verhindert das schon, dass sich feuchte Luft auf Glas oder Sensor legt.


[Blick durch eine Fensterscheibe]


Falls es doch passiert, gilt die goldene Regel: kein hektisches Herumreiben mit Pullover oder Jackenärmel. Das verschmiert und hinterlässt nur Spuren. Besser einfach einen Moment warten oder ganz behutsam mit einem Mikrofasertuch arbeiten. Die Feuchtigkeit verschwindet von selbst, wenn man sie lässt. Noch ein kleiner Trick, den ich liebe und der erstaunlich zuverlässig funktioniert: Die Kamera schon draußen in eine Tüte stecken, drinnen ein paar Minuten warten und erst dann fotografieren. Auf diese Weise hat sie genug Zeit, sich zu akklimatisieren. Und ein letzter Hinweis aus eigener Erfahrung: Die Kamera nicht nah am Körper tragen. Die Wärme macht alles nur schlimmer.

Seit ich diese Gewohnheiten habe, schaffe ich es fast jedes Mal ohne beschlagene Linse. Und dann steht dem schönsten Moment im Tropenhaus nichts mehr im Weg. Dieses Gefühl, wenn die ersten Bilder gelingen und alles dampft und glänzt. Genau dafür gehe ich immer wieder gerne hin.









Anne Seltmann 27.11.2025, 07.45 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Weisheiten am Samstag N° 80










Anne Seltmann 22.11.2025, 07.42 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Würfelspiel November 2025




Für meinen heutigen Beitrag für Rolands Würfelspiel, habe ich wieder die Würfel sprechen lassen:


5 + 4 + 1 + 1 = 11.


Der elfte Buchstabe im Alphabet ist das K – und genau das passt wunderbar zu meinem heutigen Thema: Kanal.

Meine Bilder stammen aus Wismar, genauer gesagt von der Schweinsbrücke. Das Gewässer, das dort so ruhig unter den alten Mauern fließt, ist kein natürlicher Fluss, sondern ein künstlich angelegter Stadtkanal. Er gehört zum historischen Wasserlaufsystem der Hansestadt, das bereits im Mittelalter zur Entwässerung, Wasserversorgung und zum Betrieb von Mühlen diente.

Der Kanal an der Schweinsbrücke führt sein Wasser vom Mühlenteich durch die Altstadt bis hinunter zum Hafen. Er sieht aus wie ein kleiner Fluss, ist aber tatsächlich ein Stück mittelalterlicher Ingenieurskunst – und verleiht Wismar bis heute seinen besonderen Charme.




In Wismar kann man an der Schweinsbrücke eine besonders charmante kleine Szene entdecken: drei bronzene Schweine, die mitten im Stadtleben ihren eigenen Auftritt haben. Da ist das dicke Mutterschwein, das sich genüsslich auf den Pflastersteinen räkelt, flankiert von zwei neugierigen Ferkeln, die schnüffelnd und grunzend so wirken, als wollten sie gleich in den Kanal springen.

Die Figuren sind so liebevoll modelliert, dass man fast meint, sie würden sich im nächsten Moment bewegen. Kinder kraulen ihnen über den Rücken, Erwachsene zücken lachend die Kamera – kaum jemand geht vorbei, ohne stehen zu bleiben. Angeblich soll das Streicheln der Schweinenase Glück bringen, was man an der goldglänzenden Schnauze unschwer erkennen kann.

Die Bronzeschweine sind ein herrliches Beispiel für Wismars augenzwinkernden Humor. Zwischen all den gotischen Backsteinfassaden und alten Giebeln erinnern sie daran, dass Geschichte und Spaß in dieser Stadt wunderbar zusammenpassen. Ein bisschen Schwein gehabt, wer sie entdeckt!












Zur Information:

Januar, Februar, März:

Es wird mit 1 Würfel gewürfelt.

Beispiel: Wird eine 2 gewürfelt, ist der entsprechende Buchstabe B. Ein passendes Wort könnte "Baum" sein, und dazu wird ein Bild erstellt.

April, Mai, Juni:

Es wird mit 2 Würfeln gewürfelt.

Beispiel: Bei einer gewürfelten 8 entspricht dies dem Buchstaben H, und das Wort könnte "Haus" lauten.

Juli, August, September:

Es wird mit 3 Würfeln gewürfelt.

Beispiel: Eine gewürfelte Summe von 15 ergibt den Buchstaben O, woraus z. B. das Wort "Orange" entstehen könnte.

Oktober, November, Dezember:

Es wird mit 4 Würfeln gewürfelt.

Beispiel: Eine Summe von 20 ergibt den Buchstaben T, und ein passendes Wort könnte "Turm" sein.

Zu diesem Buchstaben suchst man ein Wort und erstellt ein Bild, das man in einem Beitrag teilt.

 

Der Beitrag wird jeweils am Monatsanfang gezeigt. Man hat den ganzen Monat Zeit, den Beitrag zu erstellen und bei Roland zu verlinken.









Anne Seltmann 03.11.2025, 06.02 | (5/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Das Würfelspiel Oktober 2025




Nächste Runde: Heute wurde wieder gewürfelt für Rolands Würfelspiel

 

Zur Info lest ihr einfach die Regeln auf Rolands Blog

 

Diesmal wurde mit 4 Würfel gewürfelt und meine Zahlen waren:

2 + 3 + 4 + 4= 13

 

So komme ich auf den Buchstaben M. Dafür habe ich die Menora gewählt, die ich in einem Jüdischen Museum fotografiert habe.

Ich wollte schon immer wissen, woher die Menora eigentlich stammt – dieser wunderschöne siebenarmige Leuchter, der mich jedes Mal aufs Neue fasziniert. Für mich hat er etwas Zeitloses, fast Majestätisches. Ursprünglich war die Menora kein bloßes Schmuckstück, sondern ein heiliger Leuchter im Tempel von Jerusalem. Aus purem Gold gefertigt, sollte sie Tag und Nacht brennen – als Symbol für das göttliche Licht, für Weisheit, Erkenntnis und die Gegenwart Gottes.

Jeder ihrer sieben Arme hatte seine eigene Bedeutung. Zusammen erinnern sie an die Schöpfung: sechs Tage Arbeit, ein Tag der Ruhe. Manche sehen in ihr auch das Wissen, das sich von einer zentralen Quelle aus in alle Richtungen entfaltet – wie das Licht, das Schatten vertreibt.

Nach der Zerstörung des Tempels blieb die Menora nicht einfach verschwunden. Sie wurde zum Sinnbild des Überlebens und der Hoffnung, zum leuchtenden Zeichen dafür, dass selbst in dunklen Zeiten ein Funke weiterbrennt. Heute begegnet man ihr in Synagogen, auf alten Münzen und sogar im Wappen Israels – sie hat ihren Platz in der Geschichte gefunden, aber auch im Herzen vieler Menschen.

Ich persönlich finde die Menora besonders schön. Vielleicht, weil sie so viel mehr ist als ein Leuchter – sie trägt die Wärme von Jahrhunderten in sich, die Erinnerung an Licht, das nie ganz erlischt.








05.10.2025, 06.58 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL